Donnerstag, 12. Juli 2012

Now that she's back in the atmosphere with drops of Jupiter in her hair, she acts like summer and walks like rain, reminds me that there's time to change. Since the return from her stay on the moon she listens like spring and talks like June. Tell me did you sail across the sun? Did you make it to the milky way to see the lights all faded and that heaven is overrated? Tell me, did you fall for a shooting star - one without a permanent scar and did you miss me while you were looking for yourself out there? Now that she's back from that soul vacation, tracing her way through the constellation, she check's out Mozart while she does tae-bo, reminds me that there's room to grow. Now that she's back in the atmosphere I'm afraid that she might think of me as plain ol Jane told a story 'bout a man who was too afraid to fly so he never did land. Tell me did the wind sweep you off your feet? Did you finally get the chance to dance along the light of day and head back to the milky way? And tell me, did Venus blow your mind? Was it everything you wanted to find and did you miss me while you were looking for yourself out there?

(Train- Drops of Jupiter)



Welchen schöneren Grund gibt es nach Hause zu kommen, als die Hochzeit einer der besten Freundinnen? Schon am Flughafen gab es ein herzliches Wiedersehen mit den allerwichtigsten Menschen und dann ging es ein paar Stunden später auch schon wieder weiter. "The Rose" als Überraschung in der Kirche, die Tränen sind nur so geflossen und obwohl ich das Lied eigentlich im Schlaf singen kann, hatte ich doch beim ersten "Wiedersehen" (sprich: der Blick von oben auf das Brautpaar) einen Kloß im Hals. Dank der Hochzeitsfeier war auch der Jetlag gleich überwunden und so waren die Weichen gelegt für mein neues altes Leben in der Heimat. Es ist schön, wieder da zu sein, bei Menschen die mich wirklich kennen und die ich wirkliche kenne und jedes Mal, wenn ich durch die Gegend fahre, staune ich, wie schön doch unser Frankenländle ist. Und trotzdem: ich vermisse die Zeit 'overseas' auch ziemlich. Einfach machen, was man will, sich um nichts wirklich Gedanken machen und immer wieder atemberaubende Landschaften sehen. Ich weiß jetzt schon, dass ich auf jeden Fall wieder ins Ausland will. Vielleicht nicht für immer - erst wenn man mal lange weg war, schätzt man die Heimat so richtig - aber auch nicht nur für ein paar Wochen. Es geht ja nicht nur darum, seinen Spaß zu haben und unbekümmert die Nächte durchzufeiern oder sich ein bisschen was anzusehen. Das Faszinierendste sind wohl die vielen verschiedenen Menschen, die man auf seinem Weg trifft und die Erfahrungen, die man macht. Es hört sich zwar jetzt abgedroschen an, aber ich denke schon, dass ich reifer geworden bin. Vor einem Jahr hätte ich es mir nie vorstellen können, alleine durch ein fremdes Land zu reisen und das attraktivste an der Au-Pair Geschichte war für mich, immer ein festes Zuhause und eine Familie um sich zu haben. Inzwischen mache ich mir gar keinen Kopf mehr darüber. Wahrscheinlich bin ich auch viel entspannter geworden. Ich habe nämlich gelernt, meine Sachen selbst zu organisieren und auch, wenn mal alles schief ging und alle Pläne dahin waren, irgendwie ging es immer.
So kann ich es also kaum erwarten, mich in mein nächstes "Abenteuer" zu stürzen, aber erst mal genieße ich die Zeit hier, studiere brav und danach habe ich ja immernoch Zeit, fremde Länder kennenzulernen.

Singapur

Ich wusste nie, was 'multikulturell' heißt, bis ich nach Singapur kam. Auch wenn man wohl gewisse deutsche Städte durch ihren Anteil an Einwanderern als 'multikulturell' bezeichnet, ist das nichts gegen Singapur. Als ich ankam, hatte ich erst einmal nen Schock, weil auf einmal alle Menschen so viel unfreundlicher waren, als in Australien und Neuseeland. Außerdem war es super schwül und heiß. Das war aber mal wieder ganz nett, nach all dem sogenannten Winter in Brisbane. Da ich ja über die Singapore Airlines mein Hotel und meinen Transfer gebucht hatte, musste ich nur auf den Bus warten, der mich direkt ins Hotel chauffierte. War ja mal wieder richtig luxuriös, sich um nichts kümmern zu müssen. Gegen Abend konnte ich also mein kleines, aber feines Zimmer beziehen und musste erstmal mit mir, bzw. mit dem Jetlag kämpfen, da ich ein paar Stunden später schon wieder verabredet war. Über couchsurfing.org kann man sich nämlich nicht nur Schlafgelegenheiten suchen, sondern auch nette Leute, die einen ein bisschen herumführen. So hatte ich Christian kennengelernt, der mir gerne was von seiner Stadt zeigen wollte. Er holte mich sogar im Hotel ab, überreichte mir eine Fahrkarte, die ich an dem Abend benutzen durfte (damit wir schnell von A nach B kamen) und zeigte mir zuerst mal Marina Bay. Von da kann man alles sehen, womit sich Singapur gerne einen Namen macht. Das Riesenrad, das Theater, das Museum und die drei Hotelriesen - welche genau hab ich leider vergessen - , die sich zusammen ein Deck inklusive Pool und Bars teilen. Von dort oben kann man die ganze Stadt sehen. Da der Eintritt für die oberste Etage jedoch schon 20 Dollar kostet, verzichteten  wir lieber auf den Spaß. Dort war also alles super modern und sauber - und genau das macht den Ruf der Stadt. Es heißt ja, dass Singapur das modernste und am weitesten entwickelte asiatische Land sei. Übrigens bekam ich das 'Maskottchen' der Stadt nicht zu Gesicht. Das Wesen - halb Löwe, halb Fisch -, das den Anfang des Flusses bewacht, wird im Moment renoviert und ist daher eingekleidet in ein Gerüst aus Bambus, davor steht aber eine kleinere Version in Springbrunnen-Form, damit die Touris trotzdem noch was zum Fotografieren haben.
Weiter ging es in eine ehemalige Markthalle, in der jetzt ein Essensstand nach dem anderen steht. So wirklich geheuer war mir das Essen da ja nicht, obwohl man sagt, es können sich nur die Stände halten, die auch wirklich gutes Essen verkaufen. Gut, das leuchtet mir ein, aber trotzdem: Man sitzt da dann bei 30°C (es kühlt nachts kaum ab) und gefühlten 98% Luftfeuchtigkeit in einem sogenannten Restaurant, das viel zu klein ist, um eine anständige Kühlanlage für das Fleisch zu haben... Aber was soll's. Wenn alle dort so essen, esse ich auch so. Es gab gegrillte Fleischspieße mit Erdnusssauce, dazu Gurke und Reiskuchen. Christian besorgte mir dazu den typischen asiatischen Eistee, der nicht Pfirsich- oder Zitronengeschmack hat, sondern nach Chrysanthemen oder Kräutern schmeckt. War aber nicht mal schlecht, nur ein bisschen zu süß für meinen Geschmack. Dank Christian verstand ich dann auch endlich, warum alle so unfreundlich sind und so böse schauen ("Das verwirrt uns Asiaten, wenn wir angelächelt werden. Wir denken dann 'was will der denn von mir wir kennen uns doch nicht!'") und ich habe erfahren, dass man schneller bedient wird, wenn man Chinesisch spricht. Zum Nachtisch gab es übrigens noch lecker Mangosuppe. Dazu mussten wir zwar an Tischen und Stühlen am Straßenrand sitzen, aber das war es wert.
Am nächsten Tag beschloss ich, mich auf den Weg nach Little India zu machen. Mit meinem Stadtplan bewaffnet stapfte ich also los, vorbei an einem muslimischen Friedhof und einer Moschee, bis mir mein Weg von einer riesen Baustelle versperrt wurde. Aber so kurz vor dem Ziel wollte ich nicht aufgeben und versuchte einfach, drum herum zu laufen. Dieser Weg führte mich dann durch einen Straßenbasar, auf dem ich plötzlich die einzige Touristin weit und breit war. Angst hatte ich zwar keine (ich wusste ja dank Christian, dass Singapur so ziemlich die sicherste Stadt ist), aber komisch war das ja schon. Und selbst gedrehte Zigaretten wollte ich doch sowieso nicht kaufen. Letztendlich schaffte ich es aber und muss sagen, das Ergebnis war eher enttäuschend: Die Sauberkeit des Vortages war verschwunden, überall fuhren Autos kreuz und quer, die Menschen liefen dazwischen auf den Straßen herum, die von alten und halb-verfallenen Häusern gesäumt waren. Es war dann aber sowieso inzwischen so heiß und drückend, dass ich mich entschied, erstmal zurück ins Hotel zu gehen und die Mittagshitze abzuwarten. Gegen Abend fuhr ich dann zurück in die Innenstadt und zum Bay, wo es mir eindeutig besser gefiel.
Und so ging auch der letzte Stop vor der Heimat schnell zu Ende. An Australien und Neuseeland kommt Singapur natürlich nicht ran, aber es war wirklich interessant, sowas mal zu sehen. Ein Land, in dem es eigentlich keine wirklichen Einheimischen gibt, sondern mehr Chinesen und Inder... Multi-Kulti!

Mittwoch, 11. Juli 2012

Goodbye. I love you - I'll miss you.

Meine letzte Woche in Brisbane in Stichpunkten:

Regenwetter. Bridgeclimb. Haare färben. Sonne. Rugby mit Dan. Winterfestival mit Jenny. Powerhouse mit Julia. Das letzte 'Familientreffen'. Spaziergänge an den Cliffs. Souvenirs. Hundesitting. "Boy". Kangaroo Point Cliffs. Koffer packen. Abschied.

Das war sie also. Die allerletzte Woche meines Australien-Abenteuers. Bis ich dann tatsächlich im Flieger saß, konnte ich nicht glauben, dass ich am nächsten Tag nicht mehr bei strahlend blauem Himmel und 24°C den Winter genießen würde, dass ich womöglich jahrelang nicht mehr die City von den Klippen aus anschauen kann, meine Wochenenden nicht mehr im 'Valley'  verbringen kann und anstelle von Papageien wieder Spatzen im Garten haben würde. Brisbane fehlt mir jetzt schon. Und das Leben am Strand. Auch, wenn ich nie direkt am Strand gewohnt habe, so war ich doch häufig dort, es gab immer lecker Garnelen direkt aus dem Meer anstatt tiefgefroren und allgemein färbt der entspannte Lebensstil in den Surferorten einfach ab und ich wäre am liebsten ewig dort geblieben.

Dienstag, 3. Juli 2012

Windy Wellington

 Endstation der Reise war, wie schon angekündigt, Wellington. Um dorthin zu kommen, musste ich am Sonntag Morgen schweren Herzens meine Gruppe in Taupo zurücklassen und in den Express-Bus steigen, der mich innerhalb von sechs Stunden in die Hauptstadt bringen sollte. Das schöne am durch die Gegend fahren ist ja, dass man sooo viel von der Landschaft sieht. Und so kam es, dass ich nach über einem Jahr mal wieder Schnee zu Gesicht bekommen habe. Oben auf den Berggipfeln lag er. Weiß und wuuunderschön. Die Bilder musste ich dann leider im Fahren machen, weshalb sie nicht die allerbesten geworden sind, aber immerhin.
 Nach stundenlanger Fahrt kam ich also in der Dämmerung endlich in Wellington an. Dort war es dann auch tatsächlich etwas frischer, als es noch in Auckland gewesen war und die windigste Hauptstadt der Welt machte ihrem Namen alle Ehre. Das Hostel war zum Glück schnell gefunden, da es direkt gegenüber der Haltestelle lag und so konnte ich mein letzes Hostel - zumindest für diesen Monat - beziehen. Abends stand nicht mehr viel an, weil irgendwie alle am nächsten Tag arbeiten mussten und mir war es dann auch ganz Recht, so konnte ich am nächsten Morgen wenigstens früh aufstehen. Erste Anlaufstelle war dann der Hafen, der direkt gegenüber lag. Es gibt doch wirklich nichts schöneres als an einem sonnigen Morgen am Meer entlangzulaufen! Das muss man Wellington schon lassen: es ist herrlich dort.


Ich lief also so ziemlich planlos durch die Gegend, bis ich zufällig zum Nationalmuseum kam. Das ist mit seinen sechs Etagen riesengroß und nicht wie ein typisches Museum aufgebaut, das heißt es gibt nur wenige Vitrinen, in denen einfach Gegenstände aufgestellt sind. Stattdessen kann man auf alle möglichen Entdeckungsreisen gehen. Man kann durch die Vulkanwelt laufen, durch den Wald und durch die Unterwasserwelt. Mein persönlicher Favorit war allerdings das Erdbeeben-Haus. Darin wir ein (abgeschwächtes) Erdbeben nachgestellt. Das gibt es in Neuseeland ja eigentlich ziemlich häufig, weil das eben eine Vulkaninsel ist, die noch aktiv ist. Gut, irgendwann war es aber auch mal wieder genug Museum und ich musste sowieso zurück, weil ich für den Nachmittag meine Herr der Ringe-Tour gebucht hatte. Ich bin ja jetzt nicht gerade der größte Anhänger, hab die Filme zwar gesehen und fand sie auch spitze, aber ich konnte mich nicht mehr haargenau an jede einzelne Szene erinnern. Das machte aber nichts, weil unser Guide ein Laptop mit hatte, auf dem er uns immer die entsprechenenden Filmausschnitte vorspielen konnte. Die Tour lief dann in etwa so ab: Wir wurden von Ted, unserem Guide vom Hostel abgeholt (mit mir waren noch zwei Koreanerinnen und eine Mutter aus Singapur mit ihrem Sohn dabei) und fuhren gleich mal hoch auf Mount Victoria. Das war für mich schonmal ein riesen Vorteil, eigentlich wollte ich da nämlich am nächsten Tag hin, weil der Bilck von dort oben wirklich atemberaubend ist, und da wir jetzt eben auf der Tour schon dorthin fuhren, konnte ich mir das am nächsten Tag sparen. Egal, zurück zum Thema: Dort oben angekommen dämmerte mir schon grausiges. Wir mussten bergsteigen. Jetzt ist Mount Victoria aber nicht nur ein Hügelchen, sondern ein richtig steiler Berg. Und zwar so richtig steil. Dabei hatte ich doch seit meiner Wanderung auf der Vulkaninsel vor Auckland gar keine Lust mehr auf Bergsteigen. Aber gut, wer was sehen will, muss das schonmal auf sich nehmen. Los ging der Marsch also vorbei an etlichen Punkten, an denen Herr der Ringe gedreht worden war. So steht da zum Beispiel ein Holzpfahl in der exakten Größe eines Hobbits - siehe oben rechts - und wir kamen an dem 'Baum' vorbei, unter dem sie sich vor dem schwarzen Reiter verstecken (falls ihr wisst, was ich meine). Jetzt steht da nur eigentlich gar kein Baum, sondern es existiert nur eine kleine Bucht im Berg... Egal, wenn man weiß, dass da Frodo saß, ist das trotzdem cool. Wir durften dann auch immer selbst Hobbits spielen - ich durfte den Ring halten!! - unser Tourguide hatte dafür immer alle möglichen Souvenirs mit.

Danach fuhren wir dann noch etwas durch's schöne Wellington, liesen uns zeigen, wo die Schauspieler wohnten und kamen letztendlich an der Weta Cave an. "Weta" ist das Unternehmen, das an der Produktion beteiligt war (übrigens auch an der Produktion von 'King Kong'). Wir sahen dort erst einen kurzen Film über die Entstehung des "Weta"-Unternehmens. Ich persönlich finde es ja immer total faszinierend zu sehen, wie ein junger "Verrückter" in seiner Studentenbude anfängt, Figuren zu formen, etwas mit Kunstblut herumspielt und dann irgendwann Peter Jackson trifft. Die beiden merken, dass sie die gleichen verrückten Träume haben, tuen sich zusammen und am Ende kommen dabei Filme wie eben Der Herr der Ringe dabei heraus.
Das kleine Museum und der Shop sind zwar auch toll, nur leider etwas zu teuer für meine Verhältnisse. Bilder kosten ja zum Glück nichts. :-)

Mein letzter Tag in Wellington wurde dann in Cuba Street verbracht, der bekannten Einkaufsstraße dort. Sie ist wohl etwas mit unsrer Queen Street Mall in Brisbane zu vergleichen. Viele Läden, viele Kaffees und viele Leute. Das war es auch, was mich irgendwie ziemlich geschockt hat, nachdem eine Woche nur in kleinen Orten verbracht hatte: Großsstadtleben mit vielen Leuten und die Hektik. Da habe ich mich doch wieder zurück in mein Raglan gesehnt, in dem ich den ganzen Tag über nicht mehr als zehn Menschen gesehen habe...

Alles in allem war mein Neuseeland-Trip also wirklich unbeschreiblich schön. Und mit unbeschreiblich meine ich auch wirklich, ich kann nicht beschreiben, wie begeistert ich bin. Müsste ich nicht endlich mal etwas 'seriöses' machen und studieren, wäre ich garantiert noch ein Jahr dort geblieben, aber ich kann ja zurückkehren - irgendwann, unbedingt.

Montag, 2. Juli 2012

On the Road again



So ist das eben. Wenn man zwischendurch nicht mal aussteig, schläft man jeden Tag in einem anderen Hostel und ist jeden Tag ein paar Stunden im Auto unterwegs. Das hat mir aber wenig ausgemacht, denn so ist man immer mit anderen Leuten in einem Zimmer, lernt seine Gruppe besser kennen und Auto könnte ich ja sowieso tagelang fahren (solange ich dabei aus dem Fenster starren und Musik hören kann). Wir fuhren also am Samstag von Rotorua nach Taupo -  meine letzte Station vor Wellington übrigens. Viel gibt es darüber nicht zu erzählen, aber es gab einiges zu sehen. Endlich sahen wir die bis zu 200°C heißen Schlammlöcher, die noch ordentlich brodeln und machten an einem Wildwasser-Bach Halt. 

Von Taupo selbst haben wir eigentlich eher weniger sehen können, weil uns der Wettergott wieder nicht hold war, aber dafür wurde die Nacht zum Tag gemacht, es war ja immerhin mein letzter Abend, das musste ausgenutzt werden. Zuerst wurde das Rugby-Match Irland VS New Zealand gemeinsam im Hostel geschaut (die All Blacks waren überragend!) und da ja der Großteil der Gruppe englisch oder irisch war, ging es danach in einen Irish Pub, in dem an dem Abend 'Law and Order'-Theme angesagt war. Dementsprechend waren alle Angestellten da als Polizisten, Sträflinge, Cowboys und so weiter verkleidet. Ein Woody war sogar auch dabei, er hatte aber leider seinen Hut verloren...






















Sonntag, 1. Juli 2012

Kia ora

Das ist Maori und bedeutet 'Hallo', 'Tschüss' und 'Gesundheit!'. Ist also ganz praktisch, wenn man dieses Wort kennt. Gelernt habe ich das auf der Fahrt ins Maori-Dorf am Freitag Abend. Da ging es nämlich sofort nach unserer Ankunft in Rotorua hin. Rotorua ist für zwei Dinge bekannt: Maori-Kultur und Vulkanaktivität. Zweites riecht man leider auch in der ganzen Kleinstadt. Schuld daran sind die vielen Schlammlöcher die rings um den Ort brodeln. Die wurden aber erst am nächsten Tag auf dem Weg nach Taupo bestaunt. Am Tag der Ankunft gab es für diejenigen, die mitwollten, eine kulturelle Show der Maori (ihr wisst schon: das sind die Ureinwohner Neuseelands). Wir wurden schon im Bus herzlich von unserem Fahrer begrüßt, der uns ein paar Worte Maori beibrachte, mit uns lustige Lieder sang ("The wheels on the bus" war sein Favorit) und uns schonmal ein paar Grundregeln erklärte. So darf man zum Beispiel nicht lachen oder lächeln, wenn ein Maori vor einem den Haka aufführt, man muss seine Schuhe ausziehen, bevor man das Gemeinschaftshaus betritt und Tische sind heilig. Dann konnte es ja losgehen. Dort draußen im Wald war es wirklich bitterkalt und ich hab keine Ahnung, wie die Maori da ohne Schuhe rumlaufen können. Zuerst sahen wir den Haka, also diesen Abschreckungs-Tanz. Das war alles Teil der Show, wir waren also sozusagen die 'Fremden' die zu einem eingeborenen Volk kommen und erst einmal genauer betrachtet werden. Nachdem wir 'für gut befunden' waren, durften wir uns das Dorf selbst anschauen. An jeder Hütte stand ein Maori, der etwas über seine Kultur erklärte: Über die Tatoos, über den Haka (ein paar lustige Engländer haben sich auch gleich mal daran versucht) und über ihre Kochkunst. Es war zwar - wie schon erwähnt - mega kalt und ich kam mir eher vor wie auf einer Waldweihnacht ohne Weihnacht, aber es war wirklich interessant, sich das ganze mal anzuschauen. Ich glaube, es war trotzdem alles eher auf Touristen abgestimmt (und ich bin ja eigentlich gar kein Fan von Touristenattraktionen), aber auf jeden Fall einen Besuch wert. 


Weiter ging es dann ins Gemeinschaftshaus, wo wir ein paar Tänze und Lieder ansehen und -hören durften. Und die Tänze haben mich so wahnsinnig an Hawaii erinnert, dass ich glatt hätte vergessen können, wo ich eiegrnlich war. Natürlich hatten auch irgendwann alle Hunger und so wurden wir dann in den Speisesaal geführt, wo ein riesiges Buffet aufgebaut war. Die Kartoffeln und das Fleisch war im Erdofen gegaart worden, weshalb es total rauchig war, aber lecker. Dazu gab es natürlich alle möglichen Arten von Gemüse, Salate, Soßen und lecker Pfirsich zur Nachspeise. Ein lustiger Maori-Alleinunterhalter war auch da, der Sophie und mich gleich mal zum Mitsingen animieren wollte (wir haben aber dankend abgelehnt).
Und so schnell geht ein kultureller Abend dann auch vorbei. Nach ein bisschen Schunkeln - oder sowas in der Art - wurden wir wieder in unsre Busse verfrachtet und heimgebracht. Auf der Fahrt sollte dann noch jeden Nation ein Lied singen. Wir waren ausnahmsweise mal nur zwei Deutsche Mädels im Bus und die eine davon hat behauptet, sie kenne "Einst ging ich am Strande der Donau entlang", und "In München steht ein Hofbräuhaus" nicht, also hab ich halt alleine vor mich hingeträllert. Schön, dass die Australier große Oktoberfest-Fans sind und so hatte ich wenigstens ein paar ... naja Mitsummer.
 Der Rest des Abends war dann eher ruhig, da unsre Tourleiterin uns nicht empfohlen hat, in Rotorua nachts auf die Straße zu gehen und irgendwie waren auch sowieso alle ziemlich müde. Also ging es nach ein paar Runden Billiard ins Bett.
Am nächsten Morgen gingen einige dann zum White-Water-Rafting (die hundert Dollar dafür gab mein Budget leider nicht her) und die Zurückgebliebenen schauten sich in der Zwischenzeit die sogenannte Stadt mal etwas an. Wirklich viel gab es nicht zu sehen, aber es ist alles nett hergerichtet im Maori-Stil und allgemein mag ich schnuckelige Kleinstädte ja sowieso viel lieber als Großstädte.

Samstag, 30. Juni 2012

Raglan: Those were the best days of my life.

Unser erstes Nachtlager wurde in Raglan aufgeschlagen. Raglan ist ein Surferparadies und im Sommer voll von Surfern. Nun ist es ja im Moment Winter im schönen Neuseeland, weshlab Raglan ziemlich ausgestorben ist. Unsre Lodge befand sich nicht im Ort selbst, sondern etwas weiter außerhalb, eigentlich mitten im Busch. Als wir zuerst dort angekommen waren, wollte ich eigentlich sofort wieder weiterfahren, weil es ziemlich deprimierend war, im Regen in einer Lodge zu sitzen, in der es kaum Besucher gab. Die Zeit bis zum Abendessen vertrieben wir uns mit UNO und Billiardspielen und erst gegen Essenszeit wurde es in der Küche etwas voller, die anderen Mitbewohner liesen sich endlich blicken. Anfangs waren wir Mädels noch unter uns, alberten beim Abendessen herum, Bier und Cider wurden ausgepackt und so allmählich kam doch gute Stimmung auf. Manche waren dann schon früh müde, weshalb nurnoch ein kleiner Rest der Stray-Bus-Gruppe übrigblieb. Und so kamen wir auch schließlich mal in Kontakt mit den anderen Mitbewohnern, die sich als suuuper relaxed und einfach cool herausstellten (sind alle Surfer so?). Wir hatten also einen schönen Abend, gingen noch Glühwürmchen-Schauen und plötzlich waren alle außer Sophie - eine Engländerin - und ich im Bett. Dann konnte die Party ja losgehen. Wir waren insgesammt zu fünft. Ein internationaler Haufen zusammengewürfelt aus Engländern, Holländern, Amis und Deutschen. Der Alkohol lief und lief und irgendwann fingen wir an Thriller zu tanzen. Das war, glaube ich, der erste Abend, an dem ich Australien komplett vergessen habe und mich - das hört sich jetzt super schmalzig an, ist aber so - total frei gefühlt habe. Fernab von der Realität. Die Jungs brachten dann die Idee auf, wir könnten doch ein paar Tage länger bleiben, also erst mit dem nächsten Stray-Bus weiterfahren. Jetzt hatte ich aber doch meinen Neuseeland-Trip komplett durchgeplant und hatte wirklich nur die sechs Tage Zeit für die Tour über die Nordinsel. Ich musste also bei der einen Gruppe bleiben, um rechtzeitig in Wellington anzukommen. Aber in Raglan war es doch so schön! Sophie wird ein Jahr lang in Neuseeland bleiben, für sie war es also egal und sie sagte "Wenn du bleibst, bleib ich auch". Tja, und da konnte ich Raglan einfach nicht widerstehen. Nachdem gecheckt war, wie ich am Sonntag nach Wellington kommen sollte (per Express-Bus von Taupo aus), stand der Entschluss also fest. Wir wollten bleiben - und surfen. Die Jungs hatten uns nämlich versprochen, uns am nächsten Tag mitzunehmen. Es gab ja dann keinen Grund mehr, früh ins Bett zu gehen und so feierten wir noch ein bisschen weiter.
Am nächsten Morgen war ich auch wirklich froh, dass ich mit meinem Kater nicht in den Bus steigen musste. Um acht Uhr mussten wir zwar kurz aufstehen, um dem Fahrer zu sagen, dass wir nicht mitfahren würden, wir verabschiedeten uns von den Mädels und legten uns erst nochmal hin. Erst gegen Mittag wurden wir geweckt, es ging nämlich zum Surfen. Perfektes Wetter hatten wir zwar nicht (stürmisch, regnerisch, kalt), aber wir mussten jeden Tag nutzen. Außerdem gab es ja Neoprenanzüge. Dann also rein in die wilde See. Wild war es an diesem Tag übrigens wirklich, aber wir konnten ja sowieso noch nicht weit raus. Es gab eine kurze Einführung, damit wir wussten, wie man (theoretisch) aufstehen sollte und schwupp, waren wir auch schon im Wasser. Die Jungs halfen uns, lieb wie sie waren, die ganze Zeit, rechtzeitig aufs Brett zu kommen und gaben uns Starthilfe. Und damit klappte es auch ganz gut. Wir standen sogar beide mal kurz auf dem Brett. Ich denke, dafür, dass wir keine Surfstunde hatten, haben wir beide unseren Job ganz gut gemacht. Zwei Mal habe ich zwar gedacht es ist aus, weil es schon n blödes Gefühl ist, wenn einen die Welle unter Wasser zieht und man Panik kriegt, das ist aber wohl normal. Wir liesen den Tag dann noch schön mit Sauna und gemeinsamen Abendessen ausklingen.
Donnerstag war leider unser letzter Tag in Raglan, der nochmal schön zum Surfen genutzt wurde (diesmal schien sogar die Sonne). Ich war ja so gar nicht glücklich, als der Stray-Bus ankam, der uns am nächsten Tag mit nach Rotorua nehmen sollte - ich wäre auch noch ein Jahr dort geblieben.
Tja, so muss ich also sagen, dass Raglan wohl der Grund ist, warum ich unbedingt wieder nach Neuseeland zurück will. Die Atmosphäre da lässt sich einfach nicht beschreiben. Alle sind so entspannt und locker und man vergisst wirklich die Realität um sich herum. Außerdem kommt man sich auch wirklich vor wie in einer Familie, wenn man in einer solchen Lodge ist. Es waren eben nicht viele da, jeder kennt jeden und außerdem bleibt einem mitten im Wald - ohne Handyempfang - auch nichts anderes übrig, als sich miteinander die Zeit zu vertreiben.
Ich bin immernoch sooooo traurig, dass ich da wegmusste, und dass ich die Leute, die ich dort kennengelernt habe, wohl nie wieder sehen werde. Aber das gehört wohl zum Reisen dazu...


Freitag, 29. Juni 2012

Driving down South

Erster Stop: Hamilton

Am Dienstag Morgen holte uns der Stray-Bus dann in Auckland ab (Stray ist das Busunternehmen, das Touren quer durch Neuseeland anbietet). Am Abend zuvor hatte ich eine Französin getroffen, die die gleiche Tour gebucht hatte, also hatte ich schonmal jemanden, mit dem ich die Bushaltestelle suchen konnte. Natürlich hatte ich gleich mal voll verschlafen und war deshalb schon früh ziemlich abgehetzt (ich wollte um sechs aufstehen und um 20 vor sieben hab ich dann gemerkt, dass es langsam mal Zeit wird), aber man kann ja im Bus zum Glück auch schlafen. Mit mir waren dann noch acht andere Mädels auf der Tour. Kein einziger Typ! Naja gut, unser Fahrer war männlich, aber der war halt der Fahrer, damit zählt er ja eigentlich nicht wirklich zur Gruppe.
Nachdem alle Mädels eingesammelt waren, konnte es auch endlich losgehen. Natürlich waren drei Deutsche dabei, womit die deutsche Nation mal wieder in der Mehrzahl war. Los ging es also durch das wunderschöne Neuseeland. Und ich kann euch sagen: Neuseeland ist wirklich Wahnsinn. Alles super grün, das Meer, die Vulkane, ... traumhaft. Zuerst wurde mal für die ganze Mannschaft eingekauft: Mexikanisch sollte es werden. Nachdem zwei Kilo Hackfleisch und Unmengen an Gemüse besorgt waren, liefen wir unseren ersten Halt an: Hamilton. Das war eher eine Kaffeepause, bei der nebenbei noch die "Rocky Horror Picture Show"- Statue bewundert wurde und schwupp, waren wir schon wieder im Bus. Der nächste Stop war dann interessanter: Wir hielten an einem Wasserfall. Da hatten wir sogar Glück und die Sonne lies sich blicken, sodass wir auch bis ganz nach unten laufen, den Billabong anschauen und dann wieder gefühlte 1000 Stufen nach oben traben konnten. Die Fotos beweisen denke ich, dass es da wirklich total schön war.




Donnerstag, 28. Juni 2012

Rangitoto Island


Am Sonntag habe ich beim Abendessen zufällig einen – wie könnte es anders sein – Deutschen kennengelert. Nach ein bisschen Gequatsche haben wir dann gemerkt, dass wir am Montag beide auf Rangitoto Island,  eine der Vulkaninseln vor der Küste Aucklands gehen wollten. Warum also nicht zusammen gehen?
Mit der Fähre schepperten wir eine halbe Stunde lang über's Meer, bis wir auf der Insel ankamen. Diese Insel war jetzt keine normale Insel, sondern ein Vulkan, der aus dem Wasser ragt. Blöd, dass Regen angesagt war, aber zum Zeitpunkt unserer Ankunft war noch alles trocken. Dann also mal auf zum Aussichtspunkt, der natürlich gaaaaanz oben auf diesem Vulkan lag. Es wäre jetzt nicht so schlimm gewesen, da hochzusteigen, die Natur auf so einem Vulkan ist nämlich total schön: Lavafelder und ansonsten super grün. Nur blöd, dass ich nicht so viel Zeit hatte, Fotos zu schießen, denn Patrick war – wie sich herausstellte – Sportstudent und „sehr engagiert in seinem Kletterverein“. Aus meinem gemütlichen Spaziergang wurde also nichts, ich hatte ja zu tun, ihm hinterherzuhechten. Ich hab es aber am Ende auch auf den Gipfel geschafft und da musste es dann natürlich auch anfangen zu regnen, damit die Aussicht gleich mal versaut war... Wobei man schon erahnen konnte, dass es bei schönem Wetter ganz hübsch ist dort oben. Beim Abstieg wurde noch ein Abstecher in die Lavahöhlen gemacht. Die haben mich dann auch nochmal ziemlich beeindruckt. Ich hatte zwar Schiss, die könnten jeden Moment einstürzen, aber Warnschilder gab es auch keine, die sagten, man dürfe da nicht reinklettern. So wurde also eine Höhle nach der anderen erforscht. Wir hatten kaum die „Hauptstraße“ erreicht, um zurück zur Fähre zu laufen, da fing es auch schon an so richtig zu regnen. Es hat gegossen bis zum Geht-nicht-mehr. Alle Sachen in meinem Rucksack waren am Ende komplett durchweicht, obwohl der eigentlich wasserdicht sein soll und der Weg wollte und wollte kein Ende nehmen. Eineinhalb Stunden lang stapften wir über die Insel bis wir eeeeendlich zum Ausgangspunkt kamen. Und was sagte das Fährenschild? 'Die nächste Fähre verlässt die Insel in zweieinhalb Stunden'. So saß ich also da (zum Glück war es überdacht), eingewickelt in meine nasse Jacke und wartete und wartete. Mir war nur zwei Mal in Neuseeland richtig kalt – und das war ein Mal. Schön, dass heiße Duschen in solchen Fällen meistens helfen, also war ich am Abend bereit für meine letzte Nacht in Auckland, die aber eher ruhig war, am nächsten Morgen ging ja schon meine Tour über die Nordinsel los. 



Mittwoch, 27. Juni 2012

A sad story


Ich bin zurück in Brisbane.

The end

Ich hab ja schon in meinem kurzen Gruß zwischen drin erwähnt, dass ich am liebsten geblieben wäre. Und ich sehne mich immernoch zurück. Es war einfach unbeschreiblich schön in Neuseeland. Nicht nur die Landschaft und die Menschen, die ich auf meinem Trip getroffen habe, sondern ich war einfach mal komplett frei. Ich musste mit niemandem irgendwas absprechen, ich konnte kommen und gehen wie ich wollte, konnte an den Orten bleiben, die ich schön fand, bis ich ganz alleine beschlossen habe, dass es Zeit war weiterzugehen. Gut, hätte ich mehr Zeit gehabt, wäre ich an gewissen Orten noch jahrelang geblieben, aber trotzdem. Jetzt bin ich zurück in Brisbane und die Realität hat mich heute früh getroffen wie der Schlag. Ich bin nicht mehr am Strand oder irgendwo in einer friedlichen Kleinstadt. Ich bin wieder in einer Großstadt, die gefüllt ist von Geschäftsleuten und Verkehr. Zu allem Übel hat es auch noch den ganzen Tag lang geregnet, was meine Stimmung auch nicht wirklich weiter nach oben gebracht hat.Übrigens wohne ich jetzt noch ein paar Tage bei Dan, einem Freund, bis ich in den Flieger nach Singapur steige.
Wahrscheinlich dauert es noch ein paar Tage, bis ich alles aufschreiben konnte, was in Neuseeland war und bis ich dann noch alles erzählt habe, was in Brisbane und Singapur passiert ist, dauert es bestimmt auch noch etwas, also dürft ihr hier auch gerne noch weiterlesen, nachdem ich wieder in Deutschland angekommen bin.
Jetzt fange ich aber endlich mal von vorne an:

Auckland: We are young and wilde and free!


Nach unserem Abschieds-Frühstück am Samstag Morgen hat mich Clancy also zum Flughafen gebracht. Es war schon ziemlich traurig, tschüss zu sagen, vor allem weil Rafi unbedingt mitfliegen wollte. Aber ich wusste ja, dass ich wiederkommen würde. Leider hatte der Flieger gleich mal eine Stunde Verspätung und da Neuseeland der australischen Zeit ja nochmal zwei Stunden voraus ist, war es schon sechs Uhr abends, bis ich endlich gelandet bin. Bevor es losging, hatte ich mich schonmal erkundigt, wie ich am besten zum Hostel käme. Nun war es ja aber später als geplant und ich wusste nicht, ob die Busse noch fuhren, und wie lange die Rezeption offen hatte. Zu allem Übel funktionierte meine australische SIM-Karte in Neuseeland nicht. Das hatte mir Celina aber schon erzählt und mir gleich gesagt, dass es am Flughafen umsonst SIM-Karten gibt, die man dann nur aufladen muss. Das ist ja schonmal gut, nur wo kriegt man die her? Hunger hatte ich natürlich auch und das einzige, was man dort ergattern konnte, war McDonald's... Naja, dann wurde halt schnell ein Chickenburger verdrückt (ich musste mich ja beeilen wegen dem Bus, oder zumindest dachte ich das) und dann machte ich mich mit meinen gefühlten zehn Taschen auf zur Touristeninformation. Die waren da zum Glück super nett, haben mir erst mal erklärt, dass der Bus 24 Stunden lang fährt und die Rezeption im Hostel auch rund um die Uhr offen hat. Eine SIM-Karte konnte ich mir erst am nächsten Tag besorgen, weil sie gerade keine mehr hatten, die hätte ich mir aber auch sparen können, weil das alles sowieso nicht funktioniert hat. Da hätte ich mir mit meinem Burger auch Zeit lassen können! Das mit der Busfahrt und Einchecken war keine große Sache, also breite ich das jetzt nicht groß aus. Im Hostel angekommen habe ich dann erstmal erfahren, dass ich in einem 12-Bett-Zimmer die Nacht verbringen würde. Das heißt, die Chancen, dass einen jemand aufweckt sind relativ hoch. Außerdem war die Bar gleich nebendran, an Schlaf war vor vier Uhr also eh nicht zu denken. Glücklicherweise habe ich aber eines von den unteren Betten erwischt. Immerhin. Der einzige, der bei meiner Ankunft anwesend war, war ein Italiener. Angelo. Da ich ja sonst niemanden kannte, hab ich den gleich gefragt, ob er denn nicht was trinken gehen wollte. Eigentlich hatte ich „später“ gemeint, er wollte aber sofort los, weil er Hunger hatte und wir um neun Uhr schon in einem Pub sein mussten, von wo aus es auf Kneipentour gehen sollte. Mit anderen Worten: Zeit zum Duschen und Umziehen blieb mir nicht, ich musste also in Cardigan und Turnschuhen neben den Partyhäschen feiern gehen. Ich kann so eine Kneipentour wirklich jedem empfehlen, der alleine reist. Da lernt man so viele neue Leute kennen. Ein paar Deutsche waren natürlich auch dabei. Man trifft in Neuseeland entweder Engländer oder Deutsche – und ein paar Amis zwischendurch (zur Abwechslung sozusagen). Die waren zufällig im gleichen Hostel, was ganz praktisch war, dann konnte man nämlich an den nächsten Abenden gleich zusammen weggehen. Im Großen und Ganzen war meine Zeit in Auckland viel vom Nachtleben geprägt, ein perfekter Start also. Wo der Feuerwehrhelm auf dem Foto herkam, weiß leider niemand mehr. Er war aber am zweiten Abend ganz praktisch, als einer meiner Zimmerkollegen plötzlich seinen Alkoholvorrat auspackte und anfing, Coktails in meinem Helm zu mixen. Wie sich herausstellte, war er Alkoholhändler und hatte deshalb genaug, um das halbe Hostel zu versorgen. Danach musste ich dann wenigstens nicht mehr weggehen und mein Geld ausgeben. 
Ein bisschen Kultur war aber auch dabei. Das Museum musste natürlich auch mal angeschaut werden: Viel Geschichtliches über die Maori, eine Etage geprägt von Kriegsgeschichte (ziemlich traurig anzusehen das Ganze) und eine nachgebildete Kleinstadt aus dem 19.Jahrhundert waren wohl die Highlights. Oh, und die Kinderetage darf ich nicht vergessen. Ich bin da auch immer selbst ein bisschen Kind und drücke auf allen Knöpfen herum, die ich finden kann. Und da haben die Witzbolde doch tatsächlich einen Bart Simpson zwischen den anderen 'seriösen' Einmachgläsern versteckt.



Samstag, 23. Juni 2012

Neuseeland

Hallo ihr Lieben,
wollte mich nur ganz kurz aus Neuseeland melden. Es ist sooo schoen hier, dass ich tatsaechlich ueberlegt habe, laenger zu bleiben. Aber ich muss ja auch mal wieder heim. Schade eigentlich. Naja, jedenfalls gefaellt es mir hier, wie ihr merkt, super gut. Morgen geht es dann nach Wellington, also zur letzten Station des Trips. Ich konnte jetzt gar nicht die ganze Nordinsel sehen, weil Sophie (ne Englaenderin, die ich auf der Tour kennengelernt habe) und ich ein paar Naechte laenger in Reglan geblieben sind, aber dazu dann mehr, wenn ich wieder in Australien bin. Da kommen dann auch die Bilder mit.
Lange dauert es ja leider nicht mehr, bis ich zurueck nach Brisbane muss. - "Back to Reality" wuerde ich sagen. Wobei es ja nicht wirklich Reality ist, aber an die zehn Tage "Urlaub", in denen ich einfach komplett die Zeit und alles um mich herum vergessen habe, kommt sogar Australien nicht ran.
Bis bald.

Samstag, 16. Juni 2012

Auf, auf

Ich wollte nur schnell 'tschüss' sagen. Gleich gibt es mit der Familie noch ein Abschiedsfrühstück und dann steige ich in den Flieger Richtung Auckland. Ich bin schon soooooo aufgeregt!! Falls ich mich zwischendrin nicht melden kann, hört ihr wieder von mir, sobald ich zurück in Brisbane bin (ich lande am 26.06. wieder hier). Bis dahin: Haltet die Ohren steif!

Freitag, 15. Juni 2012

Schwupp ... vorbei!

So schnell geht's. Acht Monate Au-Pair-Dasein sind vorbei. Heute wurden noch schnell Cupcakes für die Nachbarn zum Abschied gebacken, die letzten Sachen zusammengepackt, das Bad und das Zimmer geputzt und ab morgen nenne ich mich dann offiziell Backpacker. So richtig kann ich es nicht glauben, dass ich nur noch eine Nacht in meinem Bett verbringen werde und dass ich dann einfach aussziehe. Ich hab die letzte Zeit ja natürlich viel mit Freunden und Familie darüber geredet, wie die Zeit hier so war und habe gedacht, ich beantworte hier einfach mal die "häufigsten" Fragen öffentlich - hoffe, da hat niemand was dagegen :)

Wie war es allgemein?
Das lässt sich ganz einfach beantworten: Ich hatte ne mega - entschuldigt den Ausdruck - geile Zeit. Natürlich gab es ab und zu mal Momente, in denen ich keine Lust mehr hatte, in einer fremden Familie zu leben und wieder zurück in mein gewohntes altes Leben wollte, aber das ist, denke ich, ganz normal.

War es schwerer, als ich es mir vorgestellt hatte?
Ganz im Gegenteil. Jetzt kann ich es ja zugeben: Kurz bevor ich nach Australien geflogen bin, hatte ich eigentlich so viel Schiss, dass ich nicht mehr gehen wollte und habe fest damit gerechnet, dass das Heimweh mich spätestens zur Faschingszeit trifft und ich schon spätestens Anfang Juni wieder in Deutschland bin. Ich muss dazu sagen, dass ich als Kind keine einzige Nacht in einem fremden Bett schlafen konnte. Meine Eltern - die Armen, mussten mich sogar nachts aus Zeil abholen, weil ich fix und fertig war. Tja, und jetzt bin ich schon seit acht Monaten hier und hatte kein einziges Mal Heimweh. Und obwohl nicht alles immer so gelaufen ist, wie geplant (was man schon alleine daran sieht, dass ich zwei Mal umgezogen bin) hab ich mich eigentlich nie verrückt gemacht. Ich hab ja gewusst, dass ich zur Not wieder heim gehen kann, was ja aber zum Glück nicht nötig war.

Würde ich nochmal Au-Pair werden wollen?
Keine Ahnung. Ich fand es super, das Leben in einer fremden Familie - oder genauer: in drei fremden Familien - mitzuerleben und vor Allem die Kids sind mir wirklich total ans Herz gewachsen. Kurz gesagt: Ich werde meine Gastfamilie wirklich vermissen, aber ich freue mich auch, wiedermal tun und lassen zu können was ich will und auch wiedermal nen faulen Tag vor dem Fernseher verbringen zu können - ohne ABC4Kids, dem australischen Kinderkanal. Wenn es mit der Gastfamilie passt, würde ich bestimmt wieder ein halbes Jahr oder ein Jahr als Au Pair verbringen.

Würde ich es allen empfehlen, als Au-Pair ins Ausland zu gehen?
Nein, definitiv nicht. Man muss Kinder schon wirklich mögen, sonst ist die Arbeit ja purer Horror. Hier gibt es viele Mädels, die mit Kindern eigentlich so gar nichts am Hut haben und es kaum erwarten können, bis sie wieder nach Hause fliegen können. Ein paar Stunden am Tag Babysitten lässt sich eben mit in einer Familie wohnen, also sozusagen 'am Arbeitsplatz wohnen' nicht vergleichen. Außerdem ist es auch ne riesen Umstellung, auf einmal in einer fremden Familie zu sein, in der es fremde Regeln gibt. Alle die, die sich nicht anpassen und umstellen wollen oder können sollten das mit dem Au-Pair bzw. am besten mit dem ganzen Auslandsaufenthalt lassen. Australien liegt nunmal ein paar Flugstunden entfernt, da kann man nicht unbedingt deutsche Pünktlichkeit, deutsche Häuser, deutsches Frühstück und einfach ein deutsches Leben in einem fremden Land erwarten.

So, ich denke, das sind die wichtigsten Punkte. Kaum zu glauben, dass meine Zeit hier so schnell vorbei ging. In einem Monat habe ich schon wieder deutschen Boden unter den Füßen...Krass!

Donnerstag, 14. Juni 2012

Auf nach Alaska ... ähh Neuseeland

Bald wird die "große" Reise losgehen: Am Samstag startet mein Flieger nach Auckland/Neuseeland. Ab diesem Moment werde ich kein Au Pair mehr sein, werde kein eigenes Zimmer mehr haben und mich das erste Mal länger als ne Woche als Backpacker durchschlagen müssen. Ich werde erst drei Tage in Auckland verbringen und dann geht es eine Woche lang im Bus über die Nordinsel, bis ich schließlich in Wellington lande. Dort habe ich dann nochmal zwei Nächte Aufenthalt und am 26.06. soll es wieder zurück nach Brisbane gehen.
Jetzt ist es ja in Neuseeland etwas kühler als in Australien und weil es mich hier schon immer friert, muss natürlich vorgesorgt werden. Gestern Abend habe ich schonmal angefangen zu packen: Der Schlafsack (hält angeblich bis zu einer Temperatur von 0°C warm) ist in der Tasche, genau wie die Regenjacke mit Fleece-Futter und die Wärmflasche. Im Moment ist ja Ende des Finanzjahres, weshalb wieder überall großer Ausverkauf ist und ich so einen Parka für spottbillige 30 Dollar ersteigern konnte. Der geht also auch mit und ich hoffe doch, damit werde ich nicht erfrieren.


Mittwoch, 13. Juni 2012

Deutsch. Deutsch. Deutsch.

Trotz aller Hürden am Wochenende, von denen ich ja schon ausführlich berichtet habe, gab es auch schöne Momente. Samstag war natürlich ein super Ausflugstag und am Sonntag Abend war ich zu einem 'deutschen Abend' eingeladen. Michael und Steve treffen sich nämlich regelmäßig mit Freunden, um zusammen lädertypisch zu kochen. Ich glaube, Europa haben sie inzwischen so ziemlich durch, nach dem letzten französischen Abend war jetzt eben Deutschland dran und nächstes Mal soll es Italien werden. Auf jeden Fall wurde ich als Bayerin (das mit dem Franken verstehen die hier nicht so - hier bin ich Bayerin) herzlich dazu eingeladen. Natürlich sollte es - was könnte den Aussies auch anderes einfallen - Bratwurst mit Sauerkraut auf Brötchen (das kann man so lange erklären wie man will, am Ende essen doch wieder alle das Sauerkraut auf dem Gezwickten...) und Apfelstrudel geben. Wir waren für das Hauptgericht zuständig. Bei einem deutschen Metzger waren extra Bratwürste besorgt worden und das Kühne-Sauerkraut aus dem Glas stand bereit. Als ich dann gemerkt habe, dass sie doch wirklich vorhatten, das Sauerkraut nur kurz im Topf warm zu machen, habe ich doch eingegriffen. Es wurde noch Speck besorgt, ich konnte dank Google-Bildern erklären, was Kümmel ist - den hatten sie dann auch tatsächlich im Haus, ich frage mich immernoch, warum man etwas kauft, das man noch nie in seinem Leben gegessen hat und gar nicht weiß, was es eigentlich ist...- und los ging es. So wurde das Kraut also gekocht und gekocht, bis es wirklich gut war. Ich habe mir dann noch Kartoffelbrei dazu "gewünscht" (in der Hoffnung, sie mögen doch Abstand von dem Brötchen-Sauerkraut-Ding nehmen). Am Ende habe ich es zwar nicht geschafft, irgendwen dazu zu bewegen, das Brötchen wegzulassen, aber es waren trotzdem alle vom Sauerkraut "mit den Käfern drin" - wie die meisten irrtümlich annahmen - begeistert. Zu Nenas 99 Luftballons in Dauerschleife und ein paar Oktoberfesthits, die ich auch YouTube finden konnte, haben wir dan wirklich einen schönen Abend verbracht. Zur Nachspeise hatte eine Freundin noch Apfelstrudel gemacht, was alle Australier lieben. Die denken auch, wir essen das so gut wie jeden Tag. Am nächsten Tag kam dann doch nochmal der Schock, als Bonnie fragte, wer denn die restlichen Wiener mitnehme. Ich hab mich erstmal erkundigt, was sie denn mit 'Wiener' jetzt meint, was zur allgemeinen Belustigung führte, weil das Wort Wiener hier genauso für versaute Sachen missbraucht wird, wie in Deutschland. Da haben doch tatsächlich alle gedacht, 'Wiener' sei das gleiche wie 'Bratwurst', was dann zu meiner Belustigung führte. Also habe ich eben noch kurz erklärt, was denn der Unterschied ist, damit sie nicht irgendwann in Deutschland aus Versehen Wiener kaufen und versuchen zu grillen oder so...

Das war der erste deutsche Abend. Der zweite folgte dann gestern mit Schweinebraten, Semmelknödel und Blaukraut für meine Gastfamilie. Da ja meine Zeit hier fast vorbei ist und ich nicht sicher war, ob ich es schaffen würde, am Freitag nach der Arbeit noch groß zu kochen, wurde das Abschiedsessen eben schon auf Dienstag verlegt. Weil ich nicht wusste, wo man Knödel im Kochbeutel kaufen kann, habe ich schon letzte Woche angefangen, Brötchen zu trocknen und habe mir Tante Lore's Rezept stibitzt. Blaukraut im Glas habe ich glücklicherweise beim deutschen Metzger gefunden, sonst hätten wir darauf verzichten müssen. Gestern war der große Tag also gekommen. Und es hat erstaunlich gut geklappt. Die Knödel blieben auch im Wasser Knödel, der Braten ist nicht angebrannt und auch die Soße hat geschmeckt (Dank Knorr-Fix, das meine Eltern geschickt hatten, das muss ich zugeben). Die Jungs wollten sich zwar getreu dem Motto "was der Bauer net kennt, ... - ihr wisst schon -" um's Blaukraut drücken, als sie aber gemerkt hatten, dass es ziemlich süß ist, waren die Teller schneller leer als gedacht. Clancy hatte wohl so gut wie allen Bekannten vom deutschen Abendessen erzählt und da die Nachbarn, wohl eher im Spaß, gefragt hatten, ob sie die Reste bekämen, bekamen die eben auch noch ein paar Semmelknödel mit ner Scheibe Fleisch (mehr war nicht übrig) und ein bisschen Blaukraut ab. Und an dieser Stelle darf ich dann stolz verkünden: Es hat wirklich allen geschmeckt, die es probiert haben, daheim werde ich also bestimmt auch mal ab und zu einen Sonntagsbraten übernehmen.


Naja ihr seht: Das meiste, was die Australier von Deutschland kennen, ist Bier, Bratwurst und Oktoberfest, ganz Deutschland besteht also in ihrer Vorstellung nur aus Bayern und ich hab nicht wirklich viel Aufklärung geleistet, was das betrifft, aber es sind doch immer alle ganz begeistert, wenn sie was neues deutsches kennenlernen, sei es Blaukraut, Semmelknödel oder der Unterschied zwischen Wiener und Bratwurst.

Dienstag, 12. Juni 2012

Mission: Rettet das Wochenende!

 Der Wetterbreicht wollte und wollte für Fraser Island einfach nichts Besseres als Regen und 12°C vorhersagen und deshalb stand dann am Freitag endgültig fest: Das wird nix. Aber was sollten wir sonst machen? Sich bei Regen im Haus vergraben kam nicht in Frage - ich bin ja schließlich nicht mehr so lange hier. 
Am Samstag Morgen holte mich Michael dann ab und wir beschlossen, wiedermal ins Hinterland zu fahren. Diesmal sollten es Kyogle, Nimbin, Murwillumbah und der Springbrook Nationalpark werden. Los ging die Fahrt also. Dass ich die australische Landschaft so mega schön finde, muss ich, glaube ich, nicht nochmal großartig ausbreiten. Vorbei an kahlen Bäumen mitten auf trockenen Wiesen (ich weiß, es hört sich nicht schön an, ist aber genau das, was ich mir unter Australien vorgestellt hatte), vorbei an grünen Hügeln und vorbei an einigen glasklaren Bächen ging es bis runter nach New South Wales. Die Straße war so, wie man sie in einer abgelegenen Gegend erwarten würde: eng, kurvig und mit Schlaglöchern übersät. Da fahren wir also so um die eine Kurve und was steht auf einmal vor uns? Eine Kuhherde! Mitten auf der Straße! Die waren nicht ausgebrochen, die Besitzer machen sich nur einfach nie die Mühe überhaupt einen Zaun für die Herde zu bauen. Ich hab keine Ahnung, wie die dann kontrollieren, wo sich die ganzen Tiere rumtreiben, aber das ist ja eigentlich auch nicht mein Problem. An der Grenze zu New South Wales schlug das Landschaftsbild dann übrigens komplett um. Nichts mehr mit Kühen und kahlen Bäumen. Nein, sobald man die Grenze überschreitet, findet man sich sofort im Reganwald wieder. Nach so ein paar Stunden Fahrt war es aber auch mal Zeit für einen Zwischenstop. Zuerst wollten wir in Nimbin anhalten. Nimbin ist diese Hippie-Metropole bei Byron Bay, davon habe ich glaube ich schonmal erzählt. Überall versuchen sie einem da "Kekse" anzudrehen. Jaja... Kekse! Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, woraus diese Kekse in einem Ort bestehen, in dem die Bewohner schon seit Ewigkeiten für die Legalisierung weicher Drogen kämpfen. Lange Rede, kurzer Sinn: Mir war es irgendwie nicht so geheuer, mir da was in nem Café zu Mittag zu bestellen, also fiel die Wahl dann doch auch Murwillumbah. Das ist so eine typische Kleinstadt, wie ich mir den Wilden Westen vorstelle. Überall flache Holzhäuser mit netter Veranda und Salontüre, vorwiegend in weiß, braun und orange, jeder kennt einander, eine Pferdekoppel nach der anderen, nur die Cowboys fehlen leider. Dort wurde sich also kräftig gestärkt, man hatte ja noch viiiiel vor.

In den Springbrook Nationalpark wollte ich schon von Anfang an mal, vor Allem, um die Glühwürmchen in den Höhlen da zu sehen. Soll ja super aussehen. Also ging es als nächstes dorthin. Ich musste nur noch kurz Turnschuhe anziehen, weil ich frühs - verfroren, wie ich bin - meine UGG-Boots angezogen habe, die leider nicht wasserdicht sind und da es im Reganwald einfach immer nass ist, waren die nicht das praktischste Fußwerk. Das andere Paar Schuhe war vorne im "Kofferraum" (nennt man das auch so, wenn es eigentlich unter der Motorhaube ist?) und erinnert ihr euch noch, was uns in Rainbow Beach passiert ist? Genau. Die Haube ging nicht auf. Michael hatte mir erzählt, es funktioniert wieder alles, ich hatte frühs nämlich noch Witze gemacht, ob ich meine Sachen lieber halten soll während der Fahrt. Und drei Mal dürft ihr raten, was passiert ist. Volltreffer! Wir bekamen den Deckel wieder nicht auf. Da half alles rütteln und drücken nichts. So ein Mist! Also musste auch Springbrook abgesagt werden... Wir sind dann nur ein bisschen auf den geteerten Wegen herumgelaufen und ich muss sagen: Regenwälder habe ich zwar zur Genüge gesehen, ich wäre aber trotzdem gerne weitergelaufen. Was soll's, es war ja erst Samstag. 
Am Montag wollten wir dann eigentlich einen zweiten Versuch starten, doch daraus wurde auch nichts, weil es mich ziemlich erwischt hatte und ich so mit Wärmflasche, Salzbretzeln, Cola und Kamillentee auf Michaels und Steves Sofa liegen musste. Immerhin konnte ich dann den Eurovision Songcontest mal anschauen. Während sich in Deutschland nämlich nur die wenigsten ernsthaft darum Gedanken machen, gibt es hier einen super Hype, die haben extra eine extra Fernsehshow dafür und stimmen dann am Ende ab, wer ihr Favorit ist. Verrückt...!
Am Ende war es vielleicht doch ganz gut, dass wir Fraser abblasen mussten, bei Regen krank im Zelt zu liegen stelle ich mir irgendwie auch alles andere als gemütlich vor.