Samstag, 30. Juni 2012

Raglan: Those were the best days of my life.

Unser erstes Nachtlager wurde in Raglan aufgeschlagen. Raglan ist ein Surferparadies und im Sommer voll von Surfern. Nun ist es ja im Moment Winter im schönen Neuseeland, weshlab Raglan ziemlich ausgestorben ist. Unsre Lodge befand sich nicht im Ort selbst, sondern etwas weiter außerhalb, eigentlich mitten im Busch. Als wir zuerst dort angekommen waren, wollte ich eigentlich sofort wieder weiterfahren, weil es ziemlich deprimierend war, im Regen in einer Lodge zu sitzen, in der es kaum Besucher gab. Die Zeit bis zum Abendessen vertrieben wir uns mit UNO und Billiardspielen und erst gegen Essenszeit wurde es in der Küche etwas voller, die anderen Mitbewohner liesen sich endlich blicken. Anfangs waren wir Mädels noch unter uns, alberten beim Abendessen herum, Bier und Cider wurden ausgepackt und so allmählich kam doch gute Stimmung auf. Manche waren dann schon früh müde, weshalb nurnoch ein kleiner Rest der Stray-Bus-Gruppe übrigblieb. Und so kamen wir auch schließlich mal in Kontakt mit den anderen Mitbewohnern, die sich als suuuper relaxed und einfach cool herausstellten (sind alle Surfer so?). Wir hatten also einen schönen Abend, gingen noch Glühwürmchen-Schauen und plötzlich waren alle außer Sophie - eine Engländerin - und ich im Bett. Dann konnte die Party ja losgehen. Wir waren insgesammt zu fünft. Ein internationaler Haufen zusammengewürfelt aus Engländern, Holländern, Amis und Deutschen. Der Alkohol lief und lief und irgendwann fingen wir an Thriller zu tanzen. Das war, glaube ich, der erste Abend, an dem ich Australien komplett vergessen habe und mich - das hört sich jetzt super schmalzig an, ist aber so - total frei gefühlt habe. Fernab von der Realität. Die Jungs brachten dann die Idee auf, wir könnten doch ein paar Tage länger bleiben, also erst mit dem nächsten Stray-Bus weiterfahren. Jetzt hatte ich aber doch meinen Neuseeland-Trip komplett durchgeplant und hatte wirklich nur die sechs Tage Zeit für die Tour über die Nordinsel. Ich musste also bei der einen Gruppe bleiben, um rechtzeitig in Wellington anzukommen. Aber in Raglan war es doch so schön! Sophie wird ein Jahr lang in Neuseeland bleiben, für sie war es also egal und sie sagte "Wenn du bleibst, bleib ich auch". Tja, und da konnte ich Raglan einfach nicht widerstehen. Nachdem gecheckt war, wie ich am Sonntag nach Wellington kommen sollte (per Express-Bus von Taupo aus), stand der Entschluss also fest. Wir wollten bleiben - und surfen. Die Jungs hatten uns nämlich versprochen, uns am nächsten Tag mitzunehmen. Es gab ja dann keinen Grund mehr, früh ins Bett zu gehen und so feierten wir noch ein bisschen weiter.
Am nächsten Morgen war ich auch wirklich froh, dass ich mit meinem Kater nicht in den Bus steigen musste. Um acht Uhr mussten wir zwar kurz aufstehen, um dem Fahrer zu sagen, dass wir nicht mitfahren würden, wir verabschiedeten uns von den Mädels und legten uns erst nochmal hin. Erst gegen Mittag wurden wir geweckt, es ging nämlich zum Surfen. Perfektes Wetter hatten wir zwar nicht (stürmisch, regnerisch, kalt), aber wir mussten jeden Tag nutzen. Außerdem gab es ja Neoprenanzüge. Dann also rein in die wilde See. Wild war es an diesem Tag übrigens wirklich, aber wir konnten ja sowieso noch nicht weit raus. Es gab eine kurze Einführung, damit wir wussten, wie man (theoretisch) aufstehen sollte und schwupp, waren wir auch schon im Wasser. Die Jungs halfen uns, lieb wie sie waren, die ganze Zeit, rechtzeitig aufs Brett zu kommen und gaben uns Starthilfe. Und damit klappte es auch ganz gut. Wir standen sogar beide mal kurz auf dem Brett. Ich denke, dafür, dass wir keine Surfstunde hatten, haben wir beide unseren Job ganz gut gemacht. Zwei Mal habe ich zwar gedacht es ist aus, weil es schon n blödes Gefühl ist, wenn einen die Welle unter Wasser zieht und man Panik kriegt, das ist aber wohl normal. Wir liesen den Tag dann noch schön mit Sauna und gemeinsamen Abendessen ausklingen.
Donnerstag war leider unser letzter Tag in Raglan, der nochmal schön zum Surfen genutzt wurde (diesmal schien sogar die Sonne). Ich war ja so gar nicht glücklich, als der Stray-Bus ankam, der uns am nächsten Tag mit nach Rotorua nehmen sollte - ich wäre auch noch ein Jahr dort geblieben.
Tja, so muss ich also sagen, dass Raglan wohl der Grund ist, warum ich unbedingt wieder nach Neuseeland zurück will. Die Atmosphäre da lässt sich einfach nicht beschreiben. Alle sind so entspannt und locker und man vergisst wirklich die Realität um sich herum. Außerdem kommt man sich auch wirklich vor wie in einer Familie, wenn man in einer solchen Lodge ist. Es waren eben nicht viele da, jeder kennt jeden und außerdem bleibt einem mitten im Wald - ohne Handyempfang - auch nichts anderes übrig, als sich miteinander die Zeit zu vertreiben.
Ich bin immernoch sooooo traurig, dass ich da wegmusste, und dass ich die Leute, die ich dort kennengelernt habe, wohl nie wieder sehen werde. Aber das gehört wohl zum Reisen dazu...


Freitag, 29. Juni 2012

Driving down South

Erster Stop: Hamilton

Am Dienstag Morgen holte uns der Stray-Bus dann in Auckland ab (Stray ist das Busunternehmen, das Touren quer durch Neuseeland anbietet). Am Abend zuvor hatte ich eine Französin getroffen, die die gleiche Tour gebucht hatte, also hatte ich schonmal jemanden, mit dem ich die Bushaltestelle suchen konnte. Natürlich hatte ich gleich mal voll verschlafen und war deshalb schon früh ziemlich abgehetzt (ich wollte um sechs aufstehen und um 20 vor sieben hab ich dann gemerkt, dass es langsam mal Zeit wird), aber man kann ja im Bus zum Glück auch schlafen. Mit mir waren dann noch acht andere Mädels auf der Tour. Kein einziger Typ! Naja gut, unser Fahrer war männlich, aber der war halt der Fahrer, damit zählt er ja eigentlich nicht wirklich zur Gruppe.
Nachdem alle Mädels eingesammelt waren, konnte es auch endlich losgehen. Natürlich waren drei Deutsche dabei, womit die deutsche Nation mal wieder in der Mehrzahl war. Los ging es also durch das wunderschöne Neuseeland. Und ich kann euch sagen: Neuseeland ist wirklich Wahnsinn. Alles super grün, das Meer, die Vulkane, ... traumhaft. Zuerst wurde mal für die ganze Mannschaft eingekauft: Mexikanisch sollte es werden. Nachdem zwei Kilo Hackfleisch und Unmengen an Gemüse besorgt waren, liefen wir unseren ersten Halt an: Hamilton. Das war eher eine Kaffeepause, bei der nebenbei noch die "Rocky Horror Picture Show"- Statue bewundert wurde und schwupp, waren wir schon wieder im Bus. Der nächste Stop war dann interessanter: Wir hielten an einem Wasserfall. Da hatten wir sogar Glück und die Sonne lies sich blicken, sodass wir auch bis ganz nach unten laufen, den Billabong anschauen und dann wieder gefühlte 1000 Stufen nach oben traben konnten. Die Fotos beweisen denke ich, dass es da wirklich total schön war.




Donnerstag, 28. Juni 2012

Rangitoto Island


Am Sonntag habe ich beim Abendessen zufällig einen – wie könnte es anders sein – Deutschen kennengelert. Nach ein bisschen Gequatsche haben wir dann gemerkt, dass wir am Montag beide auf Rangitoto Island,  eine der Vulkaninseln vor der Küste Aucklands gehen wollten. Warum also nicht zusammen gehen?
Mit der Fähre schepperten wir eine halbe Stunde lang über's Meer, bis wir auf der Insel ankamen. Diese Insel war jetzt keine normale Insel, sondern ein Vulkan, der aus dem Wasser ragt. Blöd, dass Regen angesagt war, aber zum Zeitpunkt unserer Ankunft war noch alles trocken. Dann also mal auf zum Aussichtspunkt, der natürlich gaaaaanz oben auf diesem Vulkan lag. Es wäre jetzt nicht so schlimm gewesen, da hochzusteigen, die Natur auf so einem Vulkan ist nämlich total schön: Lavafelder und ansonsten super grün. Nur blöd, dass ich nicht so viel Zeit hatte, Fotos zu schießen, denn Patrick war – wie sich herausstellte – Sportstudent und „sehr engagiert in seinem Kletterverein“. Aus meinem gemütlichen Spaziergang wurde also nichts, ich hatte ja zu tun, ihm hinterherzuhechten. Ich hab es aber am Ende auch auf den Gipfel geschafft und da musste es dann natürlich auch anfangen zu regnen, damit die Aussicht gleich mal versaut war... Wobei man schon erahnen konnte, dass es bei schönem Wetter ganz hübsch ist dort oben. Beim Abstieg wurde noch ein Abstecher in die Lavahöhlen gemacht. Die haben mich dann auch nochmal ziemlich beeindruckt. Ich hatte zwar Schiss, die könnten jeden Moment einstürzen, aber Warnschilder gab es auch keine, die sagten, man dürfe da nicht reinklettern. So wurde also eine Höhle nach der anderen erforscht. Wir hatten kaum die „Hauptstraße“ erreicht, um zurück zur Fähre zu laufen, da fing es auch schon an so richtig zu regnen. Es hat gegossen bis zum Geht-nicht-mehr. Alle Sachen in meinem Rucksack waren am Ende komplett durchweicht, obwohl der eigentlich wasserdicht sein soll und der Weg wollte und wollte kein Ende nehmen. Eineinhalb Stunden lang stapften wir über die Insel bis wir eeeeendlich zum Ausgangspunkt kamen. Und was sagte das Fährenschild? 'Die nächste Fähre verlässt die Insel in zweieinhalb Stunden'. So saß ich also da (zum Glück war es überdacht), eingewickelt in meine nasse Jacke und wartete und wartete. Mir war nur zwei Mal in Neuseeland richtig kalt – und das war ein Mal. Schön, dass heiße Duschen in solchen Fällen meistens helfen, also war ich am Abend bereit für meine letzte Nacht in Auckland, die aber eher ruhig war, am nächsten Morgen ging ja schon meine Tour über die Nordinsel los. 



Mittwoch, 27. Juni 2012

A sad story


Ich bin zurück in Brisbane.

The end

Ich hab ja schon in meinem kurzen Gruß zwischen drin erwähnt, dass ich am liebsten geblieben wäre. Und ich sehne mich immernoch zurück. Es war einfach unbeschreiblich schön in Neuseeland. Nicht nur die Landschaft und die Menschen, die ich auf meinem Trip getroffen habe, sondern ich war einfach mal komplett frei. Ich musste mit niemandem irgendwas absprechen, ich konnte kommen und gehen wie ich wollte, konnte an den Orten bleiben, die ich schön fand, bis ich ganz alleine beschlossen habe, dass es Zeit war weiterzugehen. Gut, hätte ich mehr Zeit gehabt, wäre ich an gewissen Orten noch jahrelang geblieben, aber trotzdem. Jetzt bin ich zurück in Brisbane und die Realität hat mich heute früh getroffen wie der Schlag. Ich bin nicht mehr am Strand oder irgendwo in einer friedlichen Kleinstadt. Ich bin wieder in einer Großstadt, die gefüllt ist von Geschäftsleuten und Verkehr. Zu allem Übel hat es auch noch den ganzen Tag lang geregnet, was meine Stimmung auch nicht wirklich weiter nach oben gebracht hat.Übrigens wohne ich jetzt noch ein paar Tage bei Dan, einem Freund, bis ich in den Flieger nach Singapur steige.
Wahrscheinlich dauert es noch ein paar Tage, bis ich alles aufschreiben konnte, was in Neuseeland war und bis ich dann noch alles erzählt habe, was in Brisbane und Singapur passiert ist, dauert es bestimmt auch noch etwas, also dürft ihr hier auch gerne noch weiterlesen, nachdem ich wieder in Deutschland angekommen bin.
Jetzt fange ich aber endlich mal von vorne an:

Auckland: We are young and wilde and free!


Nach unserem Abschieds-Frühstück am Samstag Morgen hat mich Clancy also zum Flughafen gebracht. Es war schon ziemlich traurig, tschüss zu sagen, vor allem weil Rafi unbedingt mitfliegen wollte. Aber ich wusste ja, dass ich wiederkommen würde. Leider hatte der Flieger gleich mal eine Stunde Verspätung und da Neuseeland der australischen Zeit ja nochmal zwei Stunden voraus ist, war es schon sechs Uhr abends, bis ich endlich gelandet bin. Bevor es losging, hatte ich mich schonmal erkundigt, wie ich am besten zum Hostel käme. Nun war es ja aber später als geplant und ich wusste nicht, ob die Busse noch fuhren, und wie lange die Rezeption offen hatte. Zu allem Übel funktionierte meine australische SIM-Karte in Neuseeland nicht. Das hatte mir Celina aber schon erzählt und mir gleich gesagt, dass es am Flughafen umsonst SIM-Karten gibt, die man dann nur aufladen muss. Das ist ja schonmal gut, nur wo kriegt man die her? Hunger hatte ich natürlich auch und das einzige, was man dort ergattern konnte, war McDonald's... Naja, dann wurde halt schnell ein Chickenburger verdrückt (ich musste mich ja beeilen wegen dem Bus, oder zumindest dachte ich das) und dann machte ich mich mit meinen gefühlten zehn Taschen auf zur Touristeninformation. Die waren da zum Glück super nett, haben mir erst mal erklärt, dass der Bus 24 Stunden lang fährt und die Rezeption im Hostel auch rund um die Uhr offen hat. Eine SIM-Karte konnte ich mir erst am nächsten Tag besorgen, weil sie gerade keine mehr hatten, die hätte ich mir aber auch sparen können, weil das alles sowieso nicht funktioniert hat. Da hätte ich mir mit meinem Burger auch Zeit lassen können! Das mit der Busfahrt und Einchecken war keine große Sache, also breite ich das jetzt nicht groß aus. Im Hostel angekommen habe ich dann erstmal erfahren, dass ich in einem 12-Bett-Zimmer die Nacht verbringen würde. Das heißt, die Chancen, dass einen jemand aufweckt sind relativ hoch. Außerdem war die Bar gleich nebendran, an Schlaf war vor vier Uhr also eh nicht zu denken. Glücklicherweise habe ich aber eines von den unteren Betten erwischt. Immerhin. Der einzige, der bei meiner Ankunft anwesend war, war ein Italiener. Angelo. Da ich ja sonst niemanden kannte, hab ich den gleich gefragt, ob er denn nicht was trinken gehen wollte. Eigentlich hatte ich „später“ gemeint, er wollte aber sofort los, weil er Hunger hatte und wir um neun Uhr schon in einem Pub sein mussten, von wo aus es auf Kneipentour gehen sollte. Mit anderen Worten: Zeit zum Duschen und Umziehen blieb mir nicht, ich musste also in Cardigan und Turnschuhen neben den Partyhäschen feiern gehen. Ich kann so eine Kneipentour wirklich jedem empfehlen, der alleine reist. Da lernt man so viele neue Leute kennen. Ein paar Deutsche waren natürlich auch dabei. Man trifft in Neuseeland entweder Engländer oder Deutsche – und ein paar Amis zwischendurch (zur Abwechslung sozusagen). Die waren zufällig im gleichen Hostel, was ganz praktisch war, dann konnte man nämlich an den nächsten Abenden gleich zusammen weggehen. Im Großen und Ganzen war meine Zeit in Auckland viel vom Nachtleben geprägt, ein perfekter Start also. Wo der Feuerwehrhelm auf dem Foto herkam, weiß leider niemand mehr. Er war aber am zweiten Abend ganz praktisch, als einer meiner Zimmerkollegen plötzlich seinen Alkoholvorrat auspackte und anfing, Coktails in meinem Helm zu mixen. Wie sich herausstellte, war er Alkoholhändler und hatte deshalb genaug, um das halbe Hostel zu versorgen. Danach musste ich dann wenigstens nicht mehr weggehen und mein Geld ausgeben. 
Ein bisschen Kultur war aber auch dabei. Das Museum musste natürlich auch mal angeschaut werden: Viel Geschichtliches über die Maori, eine Etage geprägt von Kriegsgeschichte (ziemlich traurig anzusehen das Ganze) und eine nachgebildete Kleinstadt aus dem 19.Jahrhundert waren wohl die Highlights. Oh, und die Kinderetage darf ich nicht vergessen. Ich bin da auch immer selbst ein bisschen Kind und drücke auf allen Knöpfen herum, die ich finden kann. Und da haben die Witzbolde doch tatsächlich einen Bart Simpson zwischen den anderen 'seriösen' Einmachgläsern versteckt.



Samstag, 23. Juni 2012

Neuseeland

Hallo ihr Lieben,
wollte mich nur ganz kurz aus Neuseeland melden. Es ist sooo schoen hier, dass ich tatsaechlich ueberlegt habe, laenger zu bleiben. Aber ich muss ja auch mal wieder heim. Schade eigentlich. Naja, jedenfalls gefaellt es mir hier, wie ihr merkt, super gut. Morgen geht es dann nach Wellington, also zur letzten Station des Trips. Ich konnte jetzt gar nicht die ganze Nordinsel sehen, weil Sophie (ne Englaenderin, die ich auf der Tour kennengelernt habe) und ich ein paar Naechte laenger in Reglan geblieben sind, aber dazu dann mehr, wenn ich wieder in Australien bin. Da kommen dann auch die Bilder mit.
Lange dauert es ja leider nicht mehr, bis ich zurueck nach Brisbane muss. - "Back to Reality" wuerde ich sagen. Wobei es ja nicht wirklich Reality ist, aber an die zehn Tage "Urlaub", in denen ich einfach komplett die Zeit und alles um mich herum vergessen habe, kommt sogar Australien nicht ran.
Bis bald.

Samstag, 16. Juni 2012

Auf, auf

Ich wollte nur schnell 'tschüss' sagen. Gleich gibt es mit der Familie noch ein Abschiedsfrühstück und dann steige ich in den Flieger Richtung Auckland. Ich bin schon soooooo aufgeregt!! Falls ich mich zwischendrin nicht melden kann, hört ihr wieder von mir, sobald ich zurück in Brisbane bin (ich lande am 26.06. wieder hier). Bis dahin: Haltet die Ohren steif!

Freitag, 15. Juni 2012

Schwupp ... vorbei!

So schnell geht's. Acht Monate Au-Pair-Dasein sind vorbei. Heute wurden noch schnell Cupcakes für die Nachbarn zum Abschied gebacken, die letzten Sachen zusammengepackt, das Bad und das Zimmer geputzt und ab morgen nenne ich mich dann offiziell Backpacker. So richtig kann ich es nicht glauben, dass ich nur noch eine Nacht in meinem Bett verbringen werde und dass ich dann einfach aussziehe. Ich hab die letzte Zeit ja natürlich viel mit Freunden und Familie darüber geredet, wie die Zeit hier so war und habe gedacht, ich beantworte hier einfach mal die "häufigsten" Fragen öffentlich - hoffe, da hat niemand was dagegen :)

Wie war es allgemein?
Das lässt sich ganz einfach beantworten: Ich hatte ne mega - entschuldigt den Ausdruck - geile Zeit. Natürlich gab es ab und zu mal Momente, in denen ich keine Lust mehr hatte, in einer fremden Familie zu leben und wieder zurück in mein gewohntes altes Leben wollte, aber das ist, denke ich, ganz normal.

War es schwerer, als ich es mir vorgestellt hatte?
Ganz im Gegenteil. Jetzt kann ich es ja zugeben: Kurz bevor ich nach Australien geflogen bin, hatte ich eigentlich so viel Schiss, dass ich nicht mehr gehen wollte und habe fest damit gerechnet, dass das Heimweh mich spätestens zur Faschingszeit trifft und ich schon spätestens Anfang Juni wieder in Deutschland bin. Ich muss dazu sagen, dass ich als Kind keine einzige Nacht in einem fremden Bett schlafen konnte. Meine Eltern - die Armen, mussten mich sogar nachts aus Zeil abholen, weil ich fix und fertig war. Tja, und jetzt bin ich schon seit acht Monaten hier und hatte kein einziges Mal Heimweh. Und obwohl nicht alles immer so gelaufen ist, wie geplant (was man schon alleine daran sieht, dass ich zwei Mal umgezogen bin) hab ich mich eigentlich nie verrückt gemacht. Ich hab ja gewusst, dass ich zur Not wieder heim gehen kann, was ja aber zum Glück nicht nötig war.

Würde ich nochmal Au-Pair werden wollen?
Keine Ahnung. Ich fand es super, das Leben in einer fremden Familie - oder genauer: in drei fremden Familien - mitzuerleben und vor Allem die Kids sind mir wirklich total ans Herz gewachsen. Kurz gesagt: Ich werde meine Gastfamilie wirklich vermissen, aber ich freue mich auch, wiedermal tun und lassen zu können was ich will und auch wiedermal nen faulen Tag vor dem Fernseher verbringen zu können - ohne ABC4Kids, dem australischen Kinderkanal. Wenn es mit der Gastfamilie passt, würde ich bestimmt wieder ein halbes Jahr oder ein Jahr als Au Pair verbringen.

Würde ich es allen empfehlen, als Au-Pair ins Ausland zu gehen?
Nein, definitiv nicht. Man muss Kinder schon wirklich mögen, sonst ist die Arbeit ja purer Horror. Hier gibt es viele Mädels, die mit Kindern eigentlich so gar nichts am Hut haben und es kaum erwarten können, bis sie wieder nach Hause fliegen können. Ein paar Stunden am Tag Babysitten lässt sich eben mit in einer Familie wohnen, also sozusagen 'am Arbeitsplatz wohnen' nicht vergleichen. Außerdem ist es auch ne riesen Umstellung, auf einmal in einer fremden Familie zu sein, in der es fremde Regeln gibt. Alle die, die sich nicht anpassen und umstellen wollen oder können sollten das mit dem Au-Pair bzw. am besten mit dem ganzen Auslandsaufenthalt lassen. Australien liegt nunmal ein paar Flugstunden entfernt, da kann man nicht unbedingt deutsche Pünktlichkeit, deutsche Häuser, deutsches Frühstück und einfach ein deutsches Leben in einem fremden Land erwarten.

So, ich denke, das sind die wichtigsten Punkte. Kaum zu glauben, dass meine Zeit hier so schnell vorbei ging. In einem Monat habe ich schon wieder deutschen Boden unter den Füßen...Krass!

Donnerstag, 14. Juni 2012

Auf nach Alaska ... ähh Neuseeland

Bald wird die "große" Reise losgehen: Am Samstag startet mein Flieger nach Auckland/Neuseeland. Ab diesem Moment werde ich kein Au Pair mehr sein, werde kein eigenes Zimmer mehr haben und mich das erste Mal länger als ne Woche als Backpacker durchschlagen müssen. Ich werde erst drei Tage in Auckland verbringen und dann geht es eine Woche lang im Bus über die Nordinsel, bis ich schließlich in Wellington lande. Dort habe ich dann nochmal zwei Nächte Aufenthalt und am 26.06. soll es wieder zurück nach Brisbane gehen.
Jetzt ist es ja in Neuseeland etwas kühler als in Australien und weil es mich hier schon immer friert, muss natürlich vorgesorgt werden. Gestern Abend habe ich schonmal angefangen zu packen: Der Schlafsack (hält angeblich bis zu einer Temperatur von 0°C warm) ist in der Tasche, genau wie die Regenjacke mit Fleece-Futter und die Wärmflasche. Im Moment ist ja Ende des Finanzjahres, weshalb wieder überall großer Ausverkauf ist und ich so einen Parka für spottbillige 30 Dollar ersteigern konnte. Der geht also auch mit und ich hoffe doch, damit werde ich nicht erfrieren.


Mittwoch, 13. Juni 2012

Deutsch. Deutsch. Deutsch.

Trotz aller Hürden am Wochenende, von denen ich ja schon ausführlich berichtet habe, gab es auch schöne Momente. Samstag war natürlich ein super Ausflugstag und am Sonntag Abend war ich zu einem 'deutschen Abend' eingeladen. Michael und Steve treffen sich nämlich regelmäßig mit Freunden, um zusammen lädertypisch zu kochen. Ich glaube, Europa haben sie inzwischen so ziemlich durch, nach dem letzten französischen Abend war jetzt eben Deutschland dran und nächstes Mal soll es Italien werden. Auf jeden Fall wurde ich als Bayerin (das mit dem Franken verstehen die hier nicht so - hier bin ich Bayerin) herzlich dazu eingeladen. Natürlich sollte es - was könnte den Aussies auch anderes einfallen - Bratwurst mit Sauerkraut auf Brötchen (das kann man so lange erklären wie man will, am Ende essen doch wieder alle das Sauerkraut auf dem Gezwickten...) und Apfelstrudel geben. Wir waren für das Hauptgericht zuständig. Bei einem deutschen Metzger waren extra Bratwürste besorgt worden und das Kühne-Sauerkraut aus dem Glas stand bereit. Als ich dann gemerkt habe, dass sie doch wirklich vorhatten, das Sauerkraut nur kurz im Topf warm zu machen, habe ich doch eingegriffen. Es wurde noch Speck besorgt, ich konnte dank Google-Bildern erklären, was Kümmel ist - den hatten sie dann auch tatsächlich im Haus, ich frage mich immernoch, warum man etwas kauft, das man noch nie in seinem Leben gegessen hat und gar nicht weiß, was es eigentlich ist...- und los ging es. So wurde das Kraut also gekocht und gekocht, bis es wirklich gut war. Ich habe mir dann noch Kartoffelbrei dazu "gewünscht" (in der Hoffnung, sie mögen doch Abstand von dem Brötchen-Sauerkraut-Ding nehmen). Am Ende habe ich es zwar nicht geschafft, irgendwen dazu zu bewegen, das Brötchen wegzulassen, aber es waren trotzdem alle vom Sauerkraut "mit den Käfern drin" - wie die meisten irrtümlich annahmen - begeistert. Zu Nenas 99 Luftballons in Dauerschleife und ein paar Oktoberfesthits, die ich auch YouTube finden konnte, haben wir dan wirklich einen schönen Abend verbracht. Zur Nachspeise hatte eine Freundin noch Apfelstrudel gemacht, was alle Australier lieben. Die denken auch, wir essen das so gut wie jeden Tag. Am nächsten Tag kam dann doch nochmal der Schock, als Bonnie fragte, wer denn die restlichen Wiener mitnehme. Ich hab mich erstmal erkundigt, was sie denn mit 'Wiener' jetzt meint, was zur allgemeinen Belustigung führte, weil das Wort Wiener hier genauso für versaute Sachen missbraucht wird, wie in Deutschland. Da haben doch tatsächlich alle gedacht, 'Wiener' sei das gleiche wie 'Bratwurst', was dann zu meiner Belustigung führte. Also habe ich eben noch kurz erklärt, was denn der Unterschied ist, damit sie nicht irgendwann in Deutschland aus Versehen Wiener kaufen und versuchen zu grillen oder so...

Das war der erste deutsche Abend. Der zweite folgte dann gestern mit Schweinebraten, Semmelknödel und Blaukraut für meine Gastfamilie. Da ja meine Zeit hier fast vorbei ist und ich nicht sicher war, ob ich es schaffen würde, am Freitag nach der Arbeit noch groß zu kochen, wurde das Abschiedsessen eben schon auf Dienstag verlegt. Weil ich nicht wusste, wo man Knödel im Kochbeutel kaufen kann, habe ich schon letzte Woche angefangen, Brötchen zu trocknen und habe mir Tante Lore's Rezept stibitzt. Blaukraut im Glas habe ich glücklicherweise beim deutschen Metzger gefunden, sonst hätten wir darauf verzichten müssen. Gestern war der große Tag also gekommen. Und es hat erstaunlich gut geklappt. Die Knödel blieben auch im Wasser Knödel, der Braten ist nicht angebrannt und auch die Soße hat geschmeckt (Dank Knorr-Fix, das meine Eltern geschickt hatten, das muss ich zugeben). Die Jungs wollten sich zwar getreu dem Motto "was der Bauer net kennt, ... - ihr wisst schon -" um's Blaukraut drücken, als sie aber gemerkt hatten, dass es ziemlich süß ist, waren die Teller schneller leer als gedacht. Clancy hatte wohl so gut wie allen Bekannten vom deutschen Abendessen erzählt und da die Nachbarn, wohl eher im Spaß, gefragt hatten, ob sie die Reste bekämen, bekamen die eben auch noch ein paar Semmelknödel mit ner Scheibe Fleisch (mehr war nicht übrig) und ein bisschen Blaukraut ab. Und an dieser Stelle darf ich dann stolz verkünden: Es hat wirklich allen geschmeckt, die es probiert haben, daheim werde ich also bestimmt auch mal ab und zu einen Sonntagsbraten übernehmen.


Naja ihr seht: Das meiste, was die Australier von Deutschland kennen, ist Bier, Bratwurst und Oktoberfest, ganz Deutschland besteht also in ihrer Vorstellung nur aus Bayern und ich hab nicht wirklich viel Aufklärung geleistet, was das betrifft, aber es sind doch immer alle ganz begeistert, wenn sie was neues deutsches kennenlernen, sei es Blaukraut, Semmelknödel oder der Unterschied zwischen Wiener und Bratwurst.

Dienstag, 12. Juni 2012

Mission: Rettet das Wochenende!

 Der Wetterbreicht wollte und wollte für Fraser Island einfach nichts Besseres als Regen und 12°C vorhersagen und deshalb stand dann am Freitag endgültig fest: Das wird nix. Aber was sollten wir sonst machen? Sich bei Regen im Haus vergraben kam nicht in Frage - ich bin ja schließlich nicht mehr so lange hier. 
Am Samstag Morgen holte mich Michael dann ab und wir beschlossen, wiedermal ins Hinterland zu fahren. Diesmal sollten es Kyogle, Nimbin, Murwillumbah und der Springbrook Nationalpark werden. Los ging die Fahrt also. Dass ich die australische Landschaft so mega schön finde, muss ich, glaube ich, nicht nochmal großartig ausbreiten. Vorbei an kahlen Bäumen mitten auf trockenen Wiesen (ich weiß, es hört sich nicht schön an, ist aber genau das, was ich mir unter Australien vorgestellt hatte), vorbei an grünen Hügeln und vorbei an einigen glasklaren Bächen ging es bis runter nach New South Wales. Die Straße war so, wie man sie in einer abgelegenen Gegend erwarten würde: eng, kurvig und mit Schlaglöchern übersät. Da fahren wir also so um die eine Kurve und was steht auf einmal vor uns? Eine Kuhherde! Mitten auf der Straße! Die waren nicht ausgebrochen, die Besitzer machen sich nur einfach nie die Mühe überhaupt einen Zaun für die Herde zu bauen. Ich hab keine Ahnung, wie die dann kontrollieren, wo sich die ganzen Tiere rumtreiben, aber das ist ja eigentlich auch nicht mein Problem. An der Grenze zu New South Wales schlug das Landschaftsbild dann übrigens komplett um. Nichts mehr mit Kühen und kahlen Bäumen. Nein, sobald man die Grenze überschreitet, findet man sich sofort im Reganwald wieder. Nach so ein paar Stunden Fahrt war es aber auch mal Zeit für einen Zwischenstop. Zuerst wollten wir in Nimbin anhalten. Nimbin ist diese Hippie-Metropole bei Byron Bay, davon habe ich glaube ich schonmal erzählt. Überall versuchen sie einem da "Kekse" anzudrehen. Jaja... Kekse! Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, woraus diese Kekse in einem Ort bestehen, in dem die Bewohner schon seit Ewigkeiten für die Legalisierung weicher Drogen kämpfen. Lange Rede, kurzer Sinn: Mir war es irgendwie nicht so geheuer, mir da was in nem Café zu Mittag zu bestellen, also fiel die Wahl dann doch auch Murwillumbah. Das ist so eine typische Kleinstadt, wie ich mir den Wilden Westen vorstelle. Überall flache Holzhäuser mit netter Veranda und Salontüre, vorwiegend in weiß, braun und orange, jeder kennt einander, eine Pferdekoppel nach der anderen, nur die Cowboys fehlen leider. Dort wurde sich also kräftig gestärkt, man hatte ja noch viiiiel vor.

In den Springbrook Nationalpark wollte ich schon von Anfang an mal, vor Allem, um die Glühwürmchen in den Höhlen da zu sehen. Soll ja super aussehen. Also ging es als nächstes dorthin. Ich musste nur noch kurz Turnschuhe anziehen, weil ich frühs - verfroren, wie ich bin - meine UGG-Boots angezogen habe, die leider nicht wasserdicht sind und da es im Reganwald einfach immer nass ist, waren die nicht das praktischste Fußwerk. Das andere Paar Schuhe war vorne im "Kofferraum" (nennt man das auch so, wenn es eigentlich unter der Motorhaube ist?) und erinnert ihr euch noch, was uns in Rainbow Beach passiert ist? Genau. Die Haube ging nicht auf. Michael hatte mir erzählt, es funktioniert wieder alles, ich hatte frühs nämlich noch Witze gemacht, ob ich meine Sachen lieber halten soll während der Fahrt. Und drei Mal dürft ihr raten, was passiert ist. Volltreffer! Wir bekamen den Deckel wieder nicht auf. Da half alles rütteln und drücken nichts. So ein Mist! Also musste auch Springbrook abgesagt werden... Wir sind dann nur ein bisschen auf den geteerten Wegen herumgelaufen und ich muss sagen: Regenwälder habe ich zwar zur Genüge gesehen, ich wäre aber trotzdem gerne weitergelaufen. Was soll's, es war ja erst Samstag. 
Am Montag wollten wir dann eigentlich einen zweiten Versuch starten, doch daraus wurde auch nichts, weil es mich ziemlich erwischt hatte und ich so mit Wärmflasche, Salzbretzeln, Cola und Kamillentee auf Michaels und Steves Sofa liegen musste. Immerhin konnte ich dann den Eurovision Songcontest mal anschauen. Während sich in Deutschland nämlich nur die wenigsten ernsthaft darum Gedanken machen, gibt es hier einen super Hype, die haben extra eine extra Fernsehshow dafür und stimmen dann am Ende ab, wer ihr Favorit ist. Verrückt...!
Am Ende war es vielleicht doch ganz gut, dass wir Fraser abblasen mussten, bei Regen krank im Zelt zu liegen stelle ich mir irgendwie auch alles andere als gemütlich vor.

Freitag, 8. Juni 2012

Ein Bett im Kornfeld...

Obwohl die letzten Tage nicht viel Spannendes passiert ist, war ich doch ziemlich damit beschäftigt, alles zu organisieren. Im Moment habe ich nämlich noch keeeeine Ahnung, wo ich denn in Wellington schlafen soll. Eigentlich hätte ich bei einem Freund von Dan unterkommen sollen, doch der ist wie vom Erdboden verschluckt, beantwortet keine SMS und Anrufe und auch sein Facebook-Profil ist gelöscht. 'Identität unbekannt' würde ich sagen... Tja, nun muss ich mir also für die drei Tage am Ende meiner Nordinsel-Rundreise etwas anderes suchen. In ein Hostel möchte ich nicht unbedingt ziehen, da die einfach so teuer sind und alleine macht das ganze ja noch weniger Spaß. Also bin ich jetzt auf Couchsurfing.org wieder kräftig am suchen. Das ganze hat in Sydney ja zwei mal super geklappt und ich hoffe einfach, dass ich dieses Mal genauso viel Glück haben werde. Apropos Glück: Eine große Glückssträhne scheine ich zur Zeit irgendwie nicht zu haben. Erst die Sache mit der Unterkunft in Wellington, dann mussten wir unsere Tour nach Fraser Island dieses Wochenende leider absagen, weil der Wetterbericht nichts Gutes verspricht und außerdem haben Clancy und ich uns anscheinend missverstanden, als wir über die Zeit nach meiner Neuseeland-Reise redeten, denn gestern fragte sie mich, ob mich Dan denn am 26.06. vom Flughafen abhole und wir dann meine Koffer holen kämen. Eigentlich hatte ich ja gedacht, ich könnte noch ein oder zwei Nächte lang hier bleiben, jetzt werde ich aber doch schon früher zu Dan ziehen. Wenigstens das ist geregelt, ich habe gleich gestern noch mit Dan gesprochen. Man, man, man bin ich froh, dass der hier ist, sonst wäre ich manchmal ganz schön aufgeschmissen! Jetzt bleibt nur noch die Frage, was ich am Wochenende machen soll. Ich hoffe, ja es reicht wenigstens zu ein paar Tagesausflügen an den Strand oder ins Hinterland, damit ich mal wieder rauskomme aus dem Großstadtgetummel. Und dabei hatte ich mich doch sooo darauf gefreut, die größe Sandinsel der Welt zu sehen!
Naja und falls ich in Wellington rechtzeitig nichts finde, geh ich einfach zelten oder so, getreu dem Motto: Ein Bett im Kornfeld, das ist immer frei (naja ok, Sommer ist es zwar im Moment nicht, aber man kann nicht alles haben :-) )

Dienstag, 5. Juni 2012

Endspurt

So langsam aber sicher kommt das Ende meiner Au Pair- Zeit immer näher. Wie ihr wisst, habe ich schon vor Wochen die ersten Sachen Richtung Heimat geschickt, das neue Au Pair steht fest und wird am 23. Juni ankommen und so langsam mache ich mir Gedanken, wie ich was am besten packe. Ich fliege ja erst nach Neuseeland und kann so lange die Sachen, die ich dort nicht brauche, hier lassen. Trotzdem muss ich ja davor schonmal alles in einen Koffer packen, um zu sehen, ob es nicht doch zu schwer ist und ich noch was aussortieren muss. Das Abschiedsgeschenk für die Gastfamilie ist so gut wie fertig, die Abschiedskarte für die Nachbarn gekauft, die Einkaufsliste für's deutsche Abendessen, das schon am Dienstag stattfinden wird, geschrieben. Inzwischen träume ich so gut wie jede Nacht davon, dass ich in Deutschland bin und bin immer ganz verwirrt, wenn ich aufwache. Verwirrt bin ich sowieso. Da es ja jetzt Winter ist, denke ich die ganze Zeit, dass Weihnachten vor der Türe steht. Als ich letztens im Bus saß, habe ich mich sogar dabei erwischt, wie ich Weihnachtslieder gesungen habe... Aber zurück zum eigentlichen Thema: Ob ich mich freuen oder traurig sein soll, weil sich meine Zeit in der Gastfamilie dem Ende zuneigt, weiß ich nicht. Beides irgendwie. Ich freue mich darauf, mal wieder ganz alleine zu entscheiden, was ich machen will, ohne Rücksicht auf die Pläne anderer nehmen zu müssen, ich freue mich darauf, mal keine Kinder mehr zu hüten und einfach noch ein bisschen die Zeit am anderen Ende der Welt zu genießen. Aber ich werde die Wincotes mit Sicherheit auch vermissen, wir haben so viel Zeit zusammen verbracht und vor Allem die Jungs sind mir natürlich mega ans Herz gewachsen. Dann also mal auf in die letzten zehn Tage! Ich bin gespannt, was mich noch so erwartet...

Sonntag, 3. Juni 2012

Abschied nehmen

Vergangenen Dienstag mussten wir uns also erstmal verabschieden. Celina ist ein paar Tage später nämlich wieder zurück nach Deutschland geflogen, während ich noch einen guten Monat am anderen Ende der Welt bleiben werde. Und ich will jetzt hier nicht schleimen oder sentimental werden - wir sehen uns ja wieder (spätestens auf der Wies'n) - aber ohne Celina wäre meine Zeit hier wirklich nicht die gleiche gewesen. Wir haben uns in den ersten Wochen, in denen ich hier war, getroffen, sind zusammen nach Cairns geflogen, waren tauchen, im Regenwald, haben Silvester zusammen am Strand verbracht, wir waren zusammen in Noosa , Skydiven in Rainbow Beach, haben Sydney zusammen erkundet und wir hatten natürlich ganz viele tolle Tage in Brisbane. Naja, was ich eigentlich nur sagen will, ist, dass ich eine richtig - entschuldigt den Ausdruck - geile Zeit hatte und ich Celina vermissen werde.

- Thanks for all the memories - 

Bis bald!

Samstag, 2. Juni 2012

Sydney, Part II

Tag 4: Australier - die Kinder der Verbrecher

So schnell gehen vier Tage vorbei, wenn man beschäftigt ist. Zum Abschluss unserer "gemeinsamen Zeit" wollten Celina und ich am Dienstag eigentlich zu Bondi Beach, weil mir das meine Gastmutter empfohlen hatte (die beiden haben mal dort gelebt und sind immernoch hin und weg - um ehrlich zu sein: Ich glaube, sie wären lieber wieder in Sydney als in Brisbane). Da ja aber nichts mal genau so laufen kann, wie geplant, machte uns diesmal der Wettergott einen Strich durch die Rechnung. Die drei Tage davor war ja immer super Wetter, am Dienstag Morgen jedoch schüttete es wie aus Kübeln, sodass meine Stiefel, die - billig, wie sie waren - nur mit einer "Flip-Flop-Sohle" (ihr wisst schon: so ne Schaumgummi-Sohle) ausgestattet sind, schon nach ein paar Minuten durchnässt waren. Das fing ja super an. Es ist übrigens auch eine ziemlich rutschige Angelegenheit, mit solchen Sohlen auf dem nassen Boden zu laufen... 
 Glücklicherweise hat Sydney aber auch an Schlechtwetter-Tagen was zu bieten. Auf einer meiner Stadtkarten wurden die Sydney Barracks als 'einen Besuch wert' beschrieben und so fuhren wir eben anstatt an den Strand in ein Gefängnis. Das ist übrigens nicht irgendein Gefänginis. Neeeein, es ist das erste Gefängnis der englischen Kolonie überhaupt, also das Gebäude in dem die ersten Vorfahren der heutigen Australier gelebt haben. Und es war sein Geld wirklich wert. Schon als wir reinkamen, fragte uns die Frau an der Kasse: "Mädels, ihr seid doch bestimmt Studenten oder? Sagt einfach 'ja', das passt schon". Also sind wir schonmal für die Hälfte des eigentlichen Eintrittspreises reingekommen. Im ersten Ausstellungsraum dann stand ein freiwilliger Guide, der uns erstmal erklärte, dass man heutzutage stolz ist, wenn man Vorfahren hat, die Gefangene waren, weil man dann sagen kann: 'Meine Familie hat dieses Land aufgebaut'. Und ich muss sagen: So ganz Unrecht hat er damit nicht. Wenn man mal sieht für was die verurteilt wurden und in welchem Alter (der jüngste Gefangene war neun Jahre alt und die meinsten waren da, weil sie eine Kuh geklaut hatten oder so, was man denen während der Hungersnot damals wohl nichtmal verübeln kann). Naja, wie sich also herausstellte, war das Museum eines der besten, die ich je besucht habe. Da gibt es schöne Ausstellungsräume, wo man an Touch-Monitoren was über die Verurteilten lesen kann, es gibt Ausschnitte aus Tagebüchern und anderen original Berichten, man kann Sträflingskleidung anprobieren oder sich in die Garderobe der Weisenkinder, die auch dort untergebracht waren, werfen. Außerdem kommt es Australien hier auch mal zum Guten, dass es noch so jung ist, denn dadurch ist natürlich auch noch viiiiiiiel Originales erhalten.Schaut euch einfach selbst die Bilder an.


Er gehörte übrigens nicht zum Museum, er sitzt immer am Hafen und bietet den Leuten an, Fotos mit ihm zu machen und da die Indigenous (zu deutsch: Eingeborenen) es normalerweise nicht mögen, wenn man sie fotografiert, habe ich die Chance natürlich gleich genutzt.

Freitag, 1. Juni 2012

Sydney, Part II

Tag 3: Wo ist jetzt der Darling Harbour?




Am Montag war es endlich soweit: Celina ist gelandet. Sie wusste nicht genau, wann und wo sie herauskommen würde, weshalb ich einfach schonmal vor ihr in die Stadt gegangen bin, um auf sie zu warten. Das Wetter war wiedermal herrlich und so habe ich beschlossen, zum Darling Harbour zu laufen und mich dort ans Wasser zu setzten. Noch kuz eine SMS geschrieben, wo ich bin und wie Celina da hinkommt und dann hieß es warten. Und warten. Und warten. Leider kam und kam keine Celina um die Ecke. Nach einer guten Stunde sendete sie mir dann eine Nachricht, sie "latsche hier jetzt schon eine Stunde lang rum" und fände mich nicht, ich solle doch bitte zum Exhibition Centre kommen. Ja, aber wo ist das denn? Ich kenne zwar inzwischen die Hauptziele Sydneys, aber doch nicht jedes Geäude! Sie hat mich dann angerufen, ich habe ihr erklärt, ich sei vor dem IMAX-Kino und sie hat einfach mal jemanden gefragt, der vorbeilief, wie sie da hinkomme und: Oh Wunder, sie war nur zwei Gehminuten entfernt. Glück gehabt! Danach hat sie mir erzählt, dass sie eigentlich schon am Darling Harbour war, das aber nicht gewusst hat, und eine fragte, wie sie denn dahinkomme. Die Dame hat ihr dann erklärt, sie sei schon da, das hieße nur "Harbour", obwohl es eigentlich gar kein Wasser und keinen Hafen gibt. Hm, anscheinend wissen manche Bewohner Sydneys relativ wenig über ihre Stadt :-). Wir haben uns also mit etwas Verzögerung eeeendlich wiedergetoffen und es gab natürlich erst mal ne Menge zu bequatschen (falls ihr euch nicht mehr erinnert: Celina ist ja vor ein paar Monaten nach Noosa gezogen, weshalb wir uns nicht mehr ganz so oft sehen konnten...). Der Chinesische Garten, der direkt um die Ecke lag, eignete sich natürlich hervorragend für ein solches Pläuschchen und war - wie sich herrausstellte - auch wirklich wunderschön. Da gibt es doch tatsächlich mitten in der Großstadt eine Oase der Ruhe. Und das meine ich auch wirklich so. man hört außer den Vögeln und dem Wasserfall darin nichts und trotzdem: Blickt man sich um, sieht man ringsum die Wolkenkratzer stehen. Wir haben darin also etwas die Sonne und die Ruhe genossen und haben uns dann auf in die Stadt gemacht. 
Dort gab es erstmal eine Stärkung in Form von $1-Tee, den es netterweise in einer Supermarktkette gibt, deren Läden wirklich an jeder Ecke stehen. und dann liefen wir bis zum Harbour, damit Celina auch mal das Opernhaus und die Harbour Bridge sehen konnte. Das Vivid-Festival war ja immernoch im vollen Gange, es war also auch mächtig was los. Julia hatte mir erzählt, dass man von der Bar im Shangri-La-Hotel aus einen super Blick auf die Stadt habe. Das wollten wir natürlich auch mal ausprobieren. So sind wir munter drauf losgestiefelt und haben es auch tatsächlich gleich gefunden (gut, dass ist nicht so schwer, es ist eines der größten Gebäude am Hafen). Jetzt ist das ganze ja nun ein Nobel-Hotel und schon der Eingangsbereich zeigte uns, dass wir in unsren Alltags-Klamotten irgendwie fehl am Platz waren. Tja, und so haben wir beschlossen, gleich wieder umzudrehen, bevor uns überhaupt erst jemand sehen konnte. Ja, ich weiß: Wir Angsthasen! 
Damit war der erste unserer beiden gemeinsamen Tage in Sydney auch leider schon vorbei. Auf dem Rückweg haben wir uns noch einmal in Shoppingrausch begeben und verschiedene Souvenirläden leergekauft und dann ging es für mich zurück zu Mark, wo ich auf dem Sofa meine Stimme (die immernoch tierisch kratzig war) mit gefühlten drei Litern Tee gepflegt habe.