Mittwoch, 27. Juni 2012

A sad story


Ich bin zurück in Brisbane.

The end

Ich hab ja schon in meinem kurzen Gruß zwischen drin erwähnt, dass ich am liebsten geblieben wäre. Und ich sehne mich immernoch zurück. Es war einfach unbeschreiblich schön in Neuseeland. Nicht nur die Landschaft und die Menschen, die ich auf meinem Trip getroffen habe, sondern ich war einfach mal komplett frei. Ich musste mit niemandem irgendwas absprechen, ich konnte kommen und gehen wie ich wollte, konnte an den Orten bleiben, die ich schön fand, bis ich ganz alleine beschlossen habe, dass es Zeit war weiterzugehen. Gut, hätte ich mehr Zeit gehabt, wäre ich an gewissen Orten noch jahrelang geblieben, aber trotzdem. Jetzt bin ich zurück in Brisbane und die Realität hat mich heute früh getroffen wie der Schlag. Ich bin nicht mehr am Strand oder irgendwo in einer friedlichen Kleinstadt. Ich bin wieder in einer Großstadt, die gefüllt ist von Geschäftsleuten und Verkehr. Zu allem Übel hat es auch noch den ganzen Tag lang geregnet, was meine Stimmung auch nicht wirklich weiter nach oben gebracht hat.Übrigens wohne ich jetzt noch ein paar Tage bei Dan, einem Freund, bis ich in den Flieger nach Singapur steige.
Wahrscheinlich dauert es noch ein paar Tage, bis ich alles aufschreiben konnte, was in Neuseeland war und bis ich dann noch alles erzählt habe, was in Brisbane und Singapur passiert ist, dauert es bestimmt auch noch etwas, also dürft ihr hier auch gerne noch weiterlesen, nachdem ich wieder in Deutschland angekommen bin.
Jetzt fange ich aber endlich mal von vorne an:

Auckland: We are young and wilde and free!


Nach unserem Abschieds-Frühstück am Samstag Morgen hat mich Clancy also zum Flughafen gebracht. Es war schon ziemlich traurig, tschüss zu sagen, vor allem weil Rafi unbedingt mitfliegen wollte. Aber ich wusste ja, dass ich wiederkommen würde. Leider hatte der Flieger gleich mal eine Stunde Verspätung und da Neuseeland der australischen Zeit ja nochmal zwei Stunden voraus ist, war es schon sechs Uhr abends, bis ich endlich gelandet bin. Bevor es losging, hatte ich mich schonmal erkundigt, wie ich am besten zum Hostel käme. Nun war es ja aber später als geplant und ich wusste nicht, ob die Busse noch fuhren, und wie lange die Rezeption offen hatte. Zu allem Übel funktionierte meine australische SIM-Karte in Neuseeland nicht. Das hatte mir Celina aber schon erzählt und mir gleich gesagt, dass es am Flughafen umsonst SIM-Karten gibt, die man dann nur aufladen muss. Das ist ja schonmal gut, nur wo kriegt man die her? Hunger hatte ich natürlich auch und das einzige, was man dort ergattern konnte, war McDonald's... Naja, dann wurde halt schnell ein Chickenburger verdrückt (ich musste mich ja beeilen wegen dem Bus, oder zumindest dachte ich das) und dann machte ich mich mit meinen gefühlten zehn Taschen auf zur Touristeninformation. Die waren da zum Glück super nett, haben mir erst mal erklärt, dass der Bus 24 Stunden lang fährt und die Rezeption im Hostel auch rund um die Uhr offen hat. Eine SIM-Karte konnte ich mir erst am nächsten Tag besorgen, weil sie gerade keine mehr hatten, die hätte ich mir aber auch sparen können, weil das alles sowieso nicht funktioniert hat. Da hätte ich mir mit meinem Burger auch Zeit lassen können! Das mit der Busfahrt und Einchecken war keine große Sache, also breite ich das jetzt nicht groß aus. Im Hostel angekommen habe ich dann erstmal erfahren, dass ich in einem 12-Bett-Zimmer die Nacht verbringen würde. Das heißt, die Chancen, dass einen jemand aufweckt sind relativ hoch. Außerdem war die Bar gleich nebendran, an Schlaf war vor vier Uhr also eh nicht zu denken. Glücklicherweise habe ich aber eines von den unteren Betten erwischt. Immerhin. Der einzige, der bei meiner Ankunft anwesend war, war ein Italiener. Angelo. Da ich ja sonst niemanden kannte, hab ich den gleich gefragt, ob er denn nicht was trinken gehen wollte. Eigentlich hatte ich „später“ gemeint, er wollte aber sofort los, weil er Hunger hatte und wir um neun Uhr schon in einem Pub sein mussten, von wo aus es auf Kneipentour gehen sollte. Mit anderen Worten: Zeit zum Duschen und Umziehen blieb mir nicht, ich musste also in Cardigan und Turnschuhen neben den Partyhäschen feiern gehen. Ich kann so eine Kneipentour wirklich jedem empfehlen, der alleine reist. Da lernt man so viele neue Leute kennen. Ein paar Deutsche waren natürlich auch dabei. Man trifft in Neuseeland entweder Engländer oder Deutsche – und ein paar Amis zwischendurch (zur Abwechslung sozusagen). Die waren zufällig im gleichen Hostel, was ganz praktisch war, dann konnte man nämlich an den nächsten Abenden gleich zusammen weggehen. Im Großen und Ganzen war meine Zeit in Auckland viel vom Nachtleben geprägt, ein perfekter Start also. Wo der Feuerwehrhelm auf dem Foto herkam, weiß leider niemand mehr. Er war aber am zweiten Abend ganz praktisch, als einer meiner Zimmerkollegen plötzlich seinen Alkoholvorrat auspackte und anfing, Coktails in meinem Helm zu mixen. Wie sich herausstellte, war er Alkoholhändler und hatte deshalb genaug, um das halbe Hostel zu versorgen. Danach musste ich dann wenigstens nicht mehr weggehen und mein Geld ausgeben. 
Ein bisschen Kultur war aber auch dabei. Das Museum musste natürlich auch mal angeschaut werden: Viel Geschichtliches über die Maori, eine Etage geprägt von Kriegsgeschichte (ziemlich traurig anzusehen das Ganze) und eine nachgebildete Kleinstadt aus dem 19.Jahrhundert waren wohl die Highlights. Oh, und die Kinderetage darf ich nicht vergessen. Ich bin da auch immer selbst ein bisschen Kind und drücke auf allen Knöpfen herum, die ich finden kann. Und da haben die Witzbolde doch tatsächlich einen Bart Simpson zwischen den anderen 'seriösen' Einmachgläsern versteckt.



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