Ich bin zurück in Brisbane.
The end
Ich hab ja schon in
meinem kurzen Gruß zwischen drin erwähnt, dass ich am liebsten
geblieben wäre. Und ich sehne mich immernoch zurück. Es war einfach
unbeschreiblich schön in Neuseeland. Nicht nur die Landschaft und
die Menschen, die ich auf meinem Trip getroffen habe, sondern ich war
einfach mal komplett frei. Ich musste mit niemandem irgendwas
absprechen, ich konnte kommen und gehen wie ich wollte, konnte an den
Orten bleiben, die ich schön fand, bis ich ganz alleine beschlossen
habe, dass es Zeit war weiterzugehen. Gut, hätte ich mehr Zeit
gehabt, wäre ich an gewissen Orten noch jahrelang geblieben, aber
trotzdem. Jetzt bin ich zurück in Brisbane und die Realität hat
mich heute früh getroffen wie der Schlag. Ich bin nicht mehr am
Strand oder irgendwo in einer friedlichen Kleinstadt. Ich bin wieder
in einer Großstadt, die gefüllt ist von Geschäftsleuten und
Verkehr. Zu allem Übel hat es auch noch den ganzen Tag lang
geregnet, was meine Stimmung auch nicht wirklich weiter nach oben
gebracht hat.Übrigens wohne ich jetzt noch ein paar Tage bei Dan, einem Freund, bis ich in den Flieger nach Singapur steige.
Wahrscheinlich
dauert es noch ein paar Tage, bis ich alles aufschreiben konnte, was in Neuseeland war und
bis ich dann noch alles erzählt habe, was in Brisbane und Singapur
passiert ist, dauert es bestimmt auch noch etwas, also dürft ihr
hier auch gerne noch weiterlesen, nachdem ich wieder in Deutschland
angekommen bin.
Jetzt fange ich
aber endlich mal von vorne an:
Auckland: We are
young and wilde and free!
Nach unserem Abschieds-Frühstück am Samstag Morgen hat mich Clancy
also zum Flughafen gebracht. Es war schon ziemlich traurig, tschüss
zu sagen, vor allem weil Rafi unbedingt mitfliegen wollte. Aber ich
wusste ja, dass ich wiederkommen würde. Leider hatte der Flieger
gleich mal eine Stunde Verspätung und da Neuseeland der
australischen Zeit ja nochmal zwei Stunden voraus ist, war es schon
sechs Uhr abends, bis ich endlich gelandet bin. Bevor es losging,
hatte ich mich schonmal erkundigt, wie ich am besten zum Hostel käme.
Nun war es ja aber später als geplant und ich wusste nicht, ob die
Busse noch fuhren, und wie lange die Rezeption offen hatte. Zu allem
Übel funktionierte meine australische SIM-Karte in Neuseeland nicht.
Das hatte mir Celina aber schon erzählt und mir gleich gesagt, dass
es am Flughafen umsonst SIM-Karten gibt, die man dann nur aufladen
muss. Das ist ja schonmal gut, nur wo kriegt man die her? Hunger
hatte ich natürlich auch und das einzige, was man dort ergattern
konnte, war McDonald's... Naja, dann wurde halt schnell ein
Chickenburger verdrückt (ich musste mich ja beeilen wegen dem Bus,
oder zumindest dachte ich das) und dann machte ich mich mit meinen
gefühlten zehn Taschen auf zur Touristeninformation. Die waren da
zum Glück super nett, haben mir erst mal erklärt, dass der Bus 24
Stunden lang fährt und die Rezeption im Hostel auch rund um die Uhr
offen hat. Eine SIM-Karte konnte ich mir erst am nächsten Tag
besorgen, weil sie gerade keine mehr hatten, die hätte ich mir aber
auch sparen können, weil das alles sowieso nicht funktioniert hat.
Da hätte ich mir mit meinem Burger auch Zeit lassen können! Das mit
der Busfahrt und Einchecken war keine große Sache, also breite ich
das jetzt nicht groß aus. Im Hostel angekommen habe ich dann erstmal
erfahren, dass ich in einem 12-Bett-Zimmer die Nacht verbringen
würde. Das heißt, die Chancen, dass einen jemand aufweckt sind
relativ hoch. Außerdem war die Bar gleich nebendran, an Schlaf war
vor vier Uhr also eh nicht zu denken. Glücklicherweise habe ich aber
eines von den unteren Betten erwischt. Immerhin. Der einzige, der bei
meiner Ankunft anwesend war, war ein Italiener. Angelo. Da ich ja
sonst niemanden kannte, hab ich den gleich gefragt, ob er denn nicht
was trinken gehen wollte. Eigentlich hatte ich „später“ gemeint,
er wollte aber sofort los, weil er Hunger hatte und wir um neun Uhr
schon in einem Pub sein mussten, von wo aus es auf Kneipentour gehen
sollte. Mit anderen Worten: Zeit zum Duschen und Umziehen blieb mir
nicht, ich musste also in Cardigan und Turnschuhen neben den
Partyhäschen feiern gehen. Ich kann so eine Kneipentour wirklich
jedem empfehlen, der alleine reist. Da lernt man so viele neue Leute
kennen. Ein paar Deutsche waren natürlich auch dabei. Man trifft in
Neuseeland entweder Engländer oder Deutsche – und ein paar Amis
zwischendurch (zur Abwechslung sozusagen). Die waren zufällig im
gleichen Hostel, was ganz praktisch war, dann konnte man nämlich an
den nächsten Abenden gleich zusammen weggehen. Im Großen und Ganzen
war meine Zeit in Auckland viel vom Nachtleben geprägt, ein
perfekter Start also. Wo der Feuerwehrhelm auf dem Foto herkam, weiß leider niemand mehr. Er war aber am zweiten Abend ganz praktisch, als einer meiner Zimmerkollegen plötzlich seinen Alkoholvorrat auspackte und anfing, Coktails in meinem Helm zu mixen. Wie sich herausstellte, war er Alkoholhändler und hatte deshalb genaug, um das halbe Hostel zu versorgen. Danach musste ich dann wenigstens nicht mehr weggehen und mein Geld ausgeben.
Ein bisschen Kultur war aber auch dabei. Das
Museum musste natürlich auch mal angeschaut werden: Viel
Geschichtliches über die Maori, eine Etage geprägt von
Kriegsgeschichte (ziemlich traurig anzusehen das Ganze) und eine
nachgebildete Kleinstadt aus dem 19.Jahrhundert waren wohl die
Highlights. Oh, und die Kinderetage darf ich nicht vergessen. Ich bin
da auch immer selbst ein bisschen Kind und drücke auf allen Knöpfen
herum, die ich finden kann. Und da haben die Witzbolde doch
tatsächlich einen Bart Simpson zwischen den anderen 'seriösen'
Einmachgläsern versteckt.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen