Dienstag, 12. Juni 2012

Mission: Rettet das Wochenende!

 Der Wetterbreicht wollte und wollte für Fraser Island einfach nichts Besseres als Regen und 12°C vorhersagen und deshalb stand dann am Freitag endgültig fest: Das wird nix. Aber was sollten wir sonst machen? Sich bei Regen im Haus vergraben kam nicht in Frage - ich bin ja schließlich nicht mehr so lange hier. 
Am Samstag Morgen holte mich Michael dann ab und wir beschlossen, wiedermal ins Hinterland zu fahren. Diesmal sollten es Kyogle, Nimbin, Murwillumbah und der Springbrook Nationalpark werden. Los ging die Fahrt also. Dass ich die australische Landschaft so mega schön finde, muss ich, glaube ich, nicht nochmal großartig ausbreiten. Vorbei an kahlen Bäumen mitten auf trockenen Wiesen (ich weiß, es hört sich nicht schön an, ist aber genau das, was ich mir unter Australien vorgestellt hatte), vorbei an grünen Hügeln und vorbei an einigen glasklaren Bächen ging es bis runter nach New South Wales. Die Straße war so, wie man sie in einer abgelegenen Gegend erwarten würde: eng, kurvig und mit Schlaglöchern übersät. Da fahren wir also so um die eine Kurve und was steht auf einmal vor uns? Eine Kuhherde! Mitten auf der Straße! Die waren nicht ausgebrochen, die Besitzer machen sich nur einfach nie die Mühe überhaupt einen Zaun für die Herde zu bauen. Ich hab keine Ahnung, wie die dann kontrollieren, wo sich die ganzen Tiere rumtreiben, aber das ist ja eigentlich auch nicht mein Problem. An der Grenze zu New South Wales schlug das Landschaftsbild dann übrigens komplett um. Nichts mehr mit Kühen und kahlen Bäumen. Nein, sobald man die Grenze überschreitet, findet man sich sofort im Reganwald wieder. Nach so ein paar Stunden Fahrt war es aber auch mal Zeit für einen Zwischenstop. Zuerst wollten wir in Nimbin anhalten. Nimbin ist diese Hippie-Metropole bei Byron Bay, davon habe ich glaube ich schonmal erzählt. Überall versuchen sie einem da "Kekse" anzudrehen. Jaja... Kekse! Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, woraus diese Kekse in einem Ort bestehen, in dem die Bewohner schon seit Ewigkeiten für die Legalisierung weicher Drogen kämpfen. Lange Rede, kurzer Sinn: Mir war es irgendwie nicht so geheuer, mir da was in nem Café zu Mittag zu bestellen, also fiel die Wahl dann doch auch Murwillumbah. Das ist so eine typische Kleinstadt, wie ich mir den Wilden Westen vorstelle. Überall flache Holzhäuser mit netter Veranda und Salontüre, vorwiegend in weiß, braun und orange, jeder kennt einander, eine Pferdekoppel nach der anderen, nur die Cowboys fehlen leider. Dort wurde sich also kräftig gestärkt, man hatte ja noch viiiiel vor.

In den Springbrook Nationalpark wollte ich schon von Anfang an mal, vor Allem, um die Glühwürmchen in den Höhlen da zu sehen. Soll ja super aussehen. Also ging es als nächstes dorthin. Ich musste nur noch kurz Turnschuhe anziehen, weil ich frühs - verfroren, wie ich bin - meine UGG-Boots angezogen habe, die leider nicht wasserdicht sind und da es im Reganwald einfach immer nass ist, waren die nicht das praktischste Fußwerk. Das andere Paar Schuhe war vorne im "Kofferraum" (nennt man das auch so, wenn es eigentlich unter der Motorhaube ist?) und erinnert ihr euch noch, was uns in Rainbow Beach passiert ist? Genau. Die Haube ging nicht auf. Michael hatte mir erzählt, es funktioniert wieder alles, ich hatte frühs nämlich noch Witze gemacht, ob ich meine Sachen lieber halten soll während der Fahrt. Und drei Mal dürft ihr raten, was passiert ist. Volltreffer! Wir bekamen den Deckel wieder nicht auf. Da half alles rütteln und drücken nichts. So ein Mist! Also musste auch Springbrook abgesagt werden... Wir sind dann nur ein bisschen auf den geteerten Wegen herumgelaufen und ich muss sagen: Regenwälder habe ich zwar zur Genüge gesehen, ich wäre aber trotzdem gerne weitergelaufen. Was soll's, es war ja erst Samstag. 
Am Montag wollten wir dann eigentlich einen zweiten Versuch starten, doch daraus wurde auch nichts, weil es mich ziemlich erwischt hatte und ich so mit Wärmflasche, Salzbretzeln, Cola und Kamillentee auf Michaels und Steves Sofa liegen musste. Immerhin konnte ich dann den Eurovision Songcontest mal anschauen. Während sich in Deutschland nämlich nur die wenigsten ernsthaft darum Gedanken machen, gibt es hier einen super Hype, die haben extra eine extra Fernsehshow dafür und stimmen dann am Ende ab, wer ihr Favorit ist. Verrückt...!
Am Ende war es vielleicht doch ganz gut, dass wir Fraser abblasen mussten, bei Regen krank im Zelt zu liegen stelle ich mir irgendwie auch alles andere als gemütlich vor.

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