Freitag, 15. Juni 2012

Schwupp ... vorbei!

So schnell geht's. Acht Monate Au-Pair-Dasein sind vorbei. Heute wurden noch schnell Cupcakes für die Nachbarn zum Abschied gebacken, die letzten Sachen zusammengepackt, das Bad und das Zimmer geputzt und ab morgen nenne ich mich dann offiziell Backpacker. So richtig kann ich es nicht glauben, dass ich nur noch eine Nacht in meinem Bett verbringen werde und dass ich dann einfach aussziehe. Ich hab die letzte Zeit ja natürlich viel mit Freunden und Familie darüber geredet, wie die Zeit hier so war und habe gedacht, ich beantworte hier einfach mal die "häufigsten" Fragen öffentlich - hoffe, da hat niemand was dagegen :)

Wie war es allgemein?
Das lässt sich ganz einfach beantworten: Ich hatte ne mega - entschuldigt den Ausdruck - geile Zeit. Natürlich gab es ab und zu mal Momente, in denen ich keine Lust mehr hatte, in einer fremden Familie zu leben und wieder zurück in mein gewohntes altes Leben wollte, aber das ist, denke ich, ganz normal.

War es schwerer, als ich es mir vorgestellt hatte?
Ganz im Gegenteil. Jetzt kann ich es ja zugeben: Kurz bevor ich nach Australien geflogen bin, hatte ich eigentlich so viel Schiss, dass ich nicht mehr gehen wollte und habe fest damit gerechnet, dass das Heimweh mich spätestens zur Faschingszeit trifft und ich schon spätestens Anfang Juni wieder in Deutschland bin. Ich muss dazu sagen, dass ich als Kind keine einzige Nacht in einem fremden Bett schlafen konnte. Meine Eltern - die Armen, mussten mich sogar nachts aus Zeil abholen, weil ich fix und fertig war. Tja, und jetzt bin ich schon seit acht Monaten hier und hatte kein einziges Mal Heimweh. Und obwohl nicht alles immer so gelaufen ist, wie geplant (was man schon alleine daran sieht, dass ich zwei Mal umgezogen bin) hab ich mich eigentlich nie verrückt gemacht. Ich hab ja gewusst, dass ich zur Not wieder heim gehen kann, was ja aber zum Glück nicht nötig war.

Würde ich nochmal Au-Pair werden wollen?
Keine Ahnung. Ich fand es super, das Leben in einer fremden Familie - oder genauer: in drei fremden Familien - mitzuerleben und vor Allem die Kids sind mir wirklich total ans Herz gewachsen. Kurz gesagt: Ich werde meine Gastfamilie wirklich vermissen, aber ich freue mich auch, wiedermal tun und lassen zu können was ich will und auch wiedermal nen faulen Tag vor dem Fernseher verbringen zu können - ohne ABC4Kids, dem australischen Kinderkanal. Wenn es mit der Gastfamilie passt, würde ich bestimmt wieder ein halbes Jahr oder ein Jahr als Au Pair verbringen.

Würde ich es allen empfehlen, als Au-Pair ins Ausland zu gehen?
Nein, definitiv nicht. Man muss Kinder schon wirklich mögen, sonst ist die Arbeit ja purer Horror. Hier gibt es viele Mädels, die mit Kindern eigentlich so gar nichts am Hut haben und es kaum erwarten können, bis sie wieder nach Hause fliegen können. Ein paar Stunden am Tag Babysitten lässt sich eben mit in einer Familie wohnen, also sozusagen 'am Arbeitsplatz wohnen' nicht vergleichen. Außerdem ist es auch ne riesen Umstellung, auf einmal in einer fremden Familie zu sein, in der es fremde Regeln gibt. Alle die, die sich nicht anpassen und umstellen wollen oder können sollten das mit dem Au-Pair bzw. am besten mit dem ganzen Auslandsaufenthalt lassen. Australien liegt nunmal ein paar Flugstunden entfernt, da kann man nicht unbedingt deutsche Pünktlichkeit, deutsche Häuser, deutsches Frühstück und einfach ein deutsches Leben in einem fremden Land erwarten.

So, ich denke, das sind die wichtigsten Punkte. Kaum zu glauben, dass meine Zeit hier so schnell vorbei ging. In einem Monat habe ich schon wieder deutschen Boden unter den Füßen...Krass!

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