Freitag, 27. April 2012

Ich bin dann mal weg.

Sydney, meine letzte große Australien-Reise steht an. Danach sind zwar noch Wochenend-Trips nach Fraser Island und Stardbroke Island geplant, aber da kann man ja hinfahren. Bis Dienstag werdet ihr also nichts mehr von mir hören. Ja, ich weiß: das ist eigentlich nicht lange, aber meine Gastfamilie, die ja eigentlich aus Sydney stammt, hat gesagt vier Tage sind genug, um sich Sydney anzusehn. Und wenn ich wieder da bin gibt es natürlich einen (hoffentlich) guten Bericht und Fotos en masse.

Donnerstag, 26. April 2012

ANZAC-Day



Gestern war in Australien Feiertag. ANZAC-Day, um genauer zu sein. Das ist sowas wie der Volkstrauertag in Deutschland, nur besser. Also es wird den gefallenen Soldaten und Soldatinnen gedacht. Anders als die Deutschen kennen die Australier jetzt sowas wie Nationalstolz, Patriotismus. Und anders als die Deutschen hängen sie daher nicht den ganzen Tag vor dem Fernseher oder in einem Café zum Kaffeetrinken, sondern stehen schon früh auf, um zur Gedenkfeier zu gehen. Meine Gastfamilie ist ja im Moment in Byron Bay, das heißt, ich war ganz alleine. Gut, dass Michael immer froh ist, wenn er mir was australisches zeigen kann und da er in der Navi ist, war es ja die Gelegenheit sich zu treffen.
Ich hab ja schon angedeutet, dass die Australier alle früh aufstehen. Aber damit meine ich nicht sieben Uhr oder so, nein, damit meine ich drei Uhr morgens. Die traditionellen Gedenkfeiern sind nämlich "Dawn-Services" und fangen, wie der Name schon sagt, im Morgengrauen an. Der Hintergrund ist, dass 1914 neuseeländische und australische Soldaten im Morgengrauen an einem Strand in der Türkei (der heißt jetzt 'ANZAC-Coast') gelandet sind, mit der Mission Istanbul in Beschlag zu nehmen. Hat aber nicht geklappt, es gab ne riesen Schlacht, es sind tausende Soldaten um's Leben gekommen und seitdem ist dieser Tag eben ein Kriegs-Gedenktag. Michael hatte gesagt, wir "starten um 4 Uhr früh". Da hab ich natürlich gedacht, ich muss da aufstehen. Er hat aber eigentlich gemeint, dass wir da an der Navi-Basis sein müssen, davor mussten wir noch ein paar andere Soldaten aus der Stadt abholen. Also blieb mir nichts andres übrig, als mich um drei Uhr nach einer seeeehr kurzen Nacht aus dem Bett zu quälen und fertigzumachen. Und an der Basis war wirklich schon was los. Ganz viele Soldaten waren mit ihren Familien und Freunden da, es wurden erstmal Kerzen verteilt, weil es ja so früh morgens sogar in Australien noch stockdunkel ist und dann irgendwann ging es los. Ein paar Ansprachen, Gebete, dann wurde die Nationalhymne gesungen, ein Trompeter hat noch irgendeine besondere Melodie (hab leider vergessen, wie das hieß) gespielt und dann gab es kostenloses Frühstück für alle. Erstmal musste ich mich den Navi-Gewohnheiten anschließen und Kaffee mit Rum trinken. - Früh um halb 6. Da trinken manche vielleicht noch, aber doch nicht schon wieder! Naja, ich will ja auch kein Frosch sein, Kaffee ist zwar genauso wenig meins wie Rum am frühen Morgen, aber es ging schon. Außerdem hat ja mein Bacon&Egg-Frühstück auf mich gewartet. Yumyumyum. :-) Inzwischen kam dann auch so langsam die Sonne raus und wir haben uns auf den Weg zur ersten Parade gemacht. Steve, ein anderer Freund und ich haben es uns am Straßenrand in einem Café gemütlich gemacht und den Umzug angeschaut. Es war aber nur ein kleiner, gefolgt von noch einer Gedenkfeier, diesmal in einem Park und bei Tageslicht.

Es war echt interessant, aber das große Spektakel kam dann erst in der Stadt. Da war nämlich die hauptsächliche Parade angesagt mit allen möglichen Kriegsvertretern, die Brisbane so zu bieten hatte. Sie hat auch dementsprechend lange gedauert, nämlich über zwei Stunden. Naja, man muss ja auch nicht alles sehen, ich bin mit Christel (der Frau von einem andren "Sailor") schonmal zum Treffpunkt am Ende gelaufen und danach war es Zeit fürs Mittagessen in einem Pub. Natürlich gab es dazu auch keine normalen Getränke, sondern nur Bier oder Cider. Gut, dass mir Michael seine Medaille geliehen hat, so konnte ich sagen, ich sei auch bei der Navi, sonst wird man vor Nachmittag an ANZAC-Day nämlich nicht bedient... sehr nett. Ich war inzwischen nach 12 Stunden auf den Beinen schon hundemüde, durfte mich aber nur kurz im Appartment, das ein paar, die mit uns unterwegs waren, in der Stadt gemietet hatten (super Ausblick übrigens) ausruhen, weil wir den Anfang von einem Football-Spiel da geschaut haben.

Anschließend machten wir uns auf den Weg ins Victory, ein eigentlich eher ... naja, sagen wir mal, ein Club, den einem  niemand empfehlen würde. Außer an ANZAC-Day. Da tummeln sich dann vor allem Mitglieder der Navi und Air-Force darin. Ein paar von der Army hatten sich auch dahin verirrt, man hat aber schnell gemerkt, dass die eher weniger willkommen waren. Es ist also hier wie überall. Es gibt immer Rivalität unter solchen Gruppen - wie in der Schule mit den verschiedenen Klassen :-). Dort haben wir dann getrunken, getanzt, Billiard gespielt und noch mehr getrunken, bis wir abends in einen anderen Club gewechselt sind, weil da einer der "Sailors" einen Auftritt mit dem DJ hatte, und wir natürlich unterstützen mussten. Blöd, dass ich meine Sachen im Appartment in der Stadt gelassen hatte, der Club aber in Richtung Heimat lag. Also was mache ich? Ich gehe erst mit in den Club, um danach wieder zurück in die Stadt zu laufen, meine Sachen zu holen und den Bus nach Hause zu nehmen. Michael hat mich  zwar begleitet, ich musste nicht alleine durch die Nacht hetzen, aber mir haben die Füße danach trotzdem weh getan. Um elf Uhr abends war ich dann "schon" daheim. Total ungewohnt irgendwie. Ich bin immer an den Restaurants vorbeigelaufen und hab mich gewundert, warum noch so viele zu Abend gegessen haben, bis mir eingefallen ist, dass ja erst acht oder halb neun war...
Im Großen und Ganzen war ich dann daheim wirklich platt und bin sofort ins Bett gefallen, der Tag war aber trotzdem super. Schade eigentlich, dass es in Deutschland sowas nicht gibt. Ein bisschen Patriotismus würde uns wohl nicht schaden.



Dienstag, 24. April 2012


Jaja, seit einem halben Jahr sitze ich jetzt schon am anderen Ende der Welt. Der zweite Sommer in der Reihe neigt sich dem Ende zu und ich fange an, mich auf den dritten Sommer zu freuen. Wenn ich so nachdenke, kommt es mir gar nicht so lange vor, dass ich mich an der Kirchweih von allem verabschiedet habe, dass ich in Frankfurt am Gate gesessen war und -jetzt kann ich es ja zugeben- so nervös war und so viel Angst hatte, dass ich am liebsten auf der Stelle wieder heimgefahren wäre. Gut, dass sich in dem Moment niemand bereiterklärt hat, mich wieder abzuholen :-). Als ich in Brisbane gelandet war, war ich nämlich sofort hin und weg und ich liebe diese Stadt und ganz Australien immernoch. Und obwohl ich schon so viel gesehen habe, hab ich noch nicht genug, ich werd also die letzten Wochen, die ich hier noch habe richtig genießen, bis ich dann im Juli die Heimreise antreten muss.

Montag, 23. April 2012

Birthday-record

War es wiedermal soweit: Klein Katha wurde ein Jahr älter. Und dank meiner super Gastfamilie und dank vieler Nachbarn und Freunde war es ein echt spitze Geburtstag. (Obwohl ich doch eigentlich auf gar keinen Fall die 19 hinter mir lassen wollte!)  Angefangen hat alles schon am Samstag. Clancy hatte mir vorgeschlagen, dass wir ja reinfeiern könnten, weil sie am Sonntag in Urlaub gefahren sind. Nachdem mein Geburtstagsoutfit gekauft war, verbrachte ich zusammen mit meiner Gastmutter den Nachmittag in der Küche, um das Partyessen vorzubereiten. Wir waren beide voll in unserem Element und einigten uns auf Baguette mit Guacamole, Tomaten-Bruschetta und Lamm-Burger. Dazu hatten sie Sekt, Wein und Bier besorgt. Der Abend konnte also kommen. Um sechs Uhr ging es schon los, die ersten Gäste waren da. Neben unseren Nachbarn waren noch Laura, Celina, Jenny und Marlee (die vier sind auch Au Pairs) gekommen. Wir hatten nen lustigen Abend zusammen, haben viiiel Sekt und Wein getrunken, uns die Bäuche vollgeschlagen und ich wurde schon vor Mitternacht reichlich beschenkt. Einen besseren Start hätte ich mir gar nicht vorstellen können. Meinen Geburtstagskuchen musste ich zwar leider dieses Mal ohne meine Tante Lore anschneiden, ich hab's aber hinbekommen. Gut, Kuchen kann man das auch nicht wirklich nennen, ich hab ja schon von dem Disaster erzählt. Clancy hat mich auch schon gefragt: "Hey Kat? That cake you've made ... is it supposed to be a real cake or is it more like a brownie?" - Naja, eigentlich sollte es Kuchen werden, aber nennen wir es eben Brownie, das ist immernoch ein netter Ausdruck für das. Immerhin schmeckt er nach normalem Gewürzkuchen. 

So um zehn Uhr oder so - viiiel später als eigentlich geplant - haben wir uns auf dem Weg ins Valley gemacht, um die Clubs und Bars unsicher zu machen. In der ersten Bar gab es gleich mal ein paar Tequila Shots und dann war es auch schon zwölf Uhr und ich war auf einmal 20 Jahr alt. Ich hab mich echt gefreut, dass noch um Mitternacht viele Freunde und Familie aus Deutschland an mich gedacht haben. Im nächsten haben wir dann den Rest der Nacht verbracht. Jenny und Mar mussten zwar schon früher heim, weil sie am nächsten Tag früh rausmussten, Celina, Laura und ich sind aber noch ein bisschen länger geblieben. Bis kurz vor vier, um genau zu sein. ich wäre auch noch länger geblieben, nur ging das schlecht, es war nämlich so: Laura und Celina hatten Hunger und wollten was essen gehen, ich hatte zur Abwechslung mal keinen Hunger (jaaa, ich weiß, kaum zu glauben, aber wahr!) und bin im Club geblieben. Die zwei gehen also und ich hab was getrunken, mich nett unterhalten und muss gestehen, dass ich die Mädels gar nicht vermisst hab. Bis dann einer vom Sicherheitsdienst vor mir stand und sagt 'Are you Katharina?' und ich so 'Yeeees...' Oh Gott, ich hatte doch gar nix gemacht, was wollte der denn? Und woher kannte der mich? Und dann fing er auch noch an Deutsch zu sprechen und erklärte mir, dass meine Freunde draußen wären, die dürften nicht mehr rein (nach drei Uhr lassen die hier niemanden mehr rein und ich hab nicht gecheckt, dass es schon so spät war, als die beiden gegangen sind). Ich hatte aber doch noch mein Glas voll! Da hatte er aber kein Erbarmen, hat kurz unten Bescheid gegeben: 'I got her' und ist stur an meiner Seite geblieben, bis ich ausgetrunken hatte (musste dann halt n bisschen schneller gehen). Dann hat er mich nach draußen begleitet... Wie nett von ihm! Tja und so wurde an meinem Geburtstag erstmal nach mir gefahndet :-). Die Mädels haben mir dann - nachdem sie mich buchstäblich in den nächsten Bus gezerrt hatten - erzählt, dass sie ihm ein Bild von mir gezeigt hatten und er deshalb wusste, wer ich war. Um kurz vor fünf waren wir dann auch alle im Bett. 
Birthday-kisses from Rafi
Der nächste Morgen hätte besser anfangen können, ich hatte nämlich - seit Ewigkeiten wiedermal - mega Kreislaufprobleme, sodass ich schon um acht Uhr wieder aufgestanden bin und mich in mein kühles Bad gelegt habe, Beine auf die Kloschüssel und den Kopf auf die Duschumrandung gegenüber. So fand mich dann Celina ein paar Stunden später und war erstmal total geschockt, weil sie gedacht hatte, ich wäre schon oben. Tja, nach ein paar Stunden ging es mir dann Gott sei Dank wieder gut, und bevor es zum Crêpes-Essen mit Celina und Laura in die Stadt ging, bekam ich noch von meiner Gastfamilie die Geschenke: Und ich muss sagen Craig und Clancy sind echt verrückt! Ich hab ein Luxus-Kosmetiktäschchen und einen Gutschein für den Bridge-Climb an der Story Bridge bekommen, das heißt, ich werde bald das Wahrzeichen Brisbanes besteigen. Woooohooooo! Ich bin immernoch total aus dem Häuschen. 
Abends habe ich mich dann mit dan getroffen, wir haben "American Pie - The Reunion" im Kino gesehen und waren indisch Essen. Es war wirklich ein perfekter Tag, auch wenn meine "richtige" Familie und Freunde schon gefehlt haben. Aber da Australien ja 8 Stunden voraus ist, und wir trotzdem schon am 21.04. um sechs Uhr angefangen haben zu feiern und weil Lisa in Amerika mich zu ihrer Zeit auch noch gratuliert hat, hatte ich sozusagen dieses Jahr 44 Stunden lang Geburtstag. Mega oder?
Und da heute auch noch mein lang ersehntes Geburtstags-Päckchen von meinen Eltern angekommen ist, könnte die Welt doch gar nicht schöner sein!


Freitag, 20. April 2012

Alles was schiefgehen kann, wird auch schief gehen.

Naaa, wem sagt das was?? Genau. Das ist "Murphy's Gesetzt". Wikipedia sagt jetzt dazu:
[...] Dies äußert sich im täglichen Leben eben dadurch, dass meistens nicht der schlimmstmögliche Fall eintritt, man sich aber nur in diesen seltenen Fällen an Murphys Gesetz erinnert und es nur so seine Gesetzmäßigkeit erhält.
Und genau so ein 'seltener Fall' war heute. Ich stehe also früh auf, meine Nase zu, das heißt atmen nennt man in meinem Fall eher röcheln im Moment, komm hoch zum Frühstücken und bekomme erstmal eröffnet, dass ich beide Jungs im Wagen zum Kindergarten fahren soll, weil Xavier - also der Große - sich beschwert hatte, dass er nicht laufen will. Naja gut, ist jetzt kein wirkliches Vergnügen, aber was will ich machen, ist halt mein Job. Nachdem Xavier in der Schule abgeliefert war, wartete ich daheim mit dem Kleinen auf die Putzkolonie (ein junges Pärchen mit Baby, die einmal alle zwei Wochen zu uns kommen).  Leider kamen die nicht... erst um kurz nach 12 (ganze drei Stunden zu spät übrigens) klingelte es an der Tür und die drei waren da, hat mir aber nichts mehr gebracht, weil Rafi, unser Kleiner, noch krank ist und deshalb Mittags unbedingt schlafen musste. Also musste ich sie abwimmeln und das Haus blieb erstmal ungeputzt... Da ich ja am Sonntag schon wieder ein Jahr älter werde, hatte ich überlegt, einen Kuchen zu backen. Traditionell sollte es Gewürzkuchen werden, für den mir meine Eltern extra Gewürzmischungen geschickt hatten. Als Xavier dann wieder zu Hause war, wurde losgelegt, frohen Mutes habe ich alles vermischt und in die Backform geschüttet, Gewürzkuchen ist nämlich der einzige Kuchen, der was wird, wenn ich ihn backe (jaja, meine Backkünste sind nicht wirklich bewundernswert). Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob es an der Butter oder vielleicht doch am Mehl lag, aber das Ding ist eher ein Riesen-Brownie geworden, anstatt leicht und fluffig eher schwer und... naja fluffig ist er eigentlich schon. Warum in aller Welt kriege ich denn jetzt nicht mal mehr meinen "Back-ich-im-Schlaf-Kuchen" hin? Naja weiter geht's. Um die eher unansehliche Oberfläche meines Kuchens zu verstecken, wollte ich dann dick Schokoglasur draufgeben, nehm also die Schoko-Drops aus der Backkiste, pack sie in eine Schüssel und stelle sie in den Ofen. Nur leider passiert nix! Die Dinger wollten und wollten nicht schmilzen. Ich hab alles probiert von Ofen bis Mikrowelle, nichts hat geholfen, ich hab die Drops dann weggeworfen und mein Kuchen steht immernoch unverziert in der Küche... Bevor jetzt manche Angst bekommen vor meinem Kuchen: Clancy und ich haben probiert, schlecht schmeckt er nicht. Er ist nur von der Konsistenz her ein bisschen anders als normalerweise. Zudem rief mich Clancy um kurz vor sechs von der Arbeit aus an, sie brauche länger, das hieß also "Überstunden" machen. Gut, dass die Jungs müde waren und nur nen Film schauen wollten.
Aber jeder schlechte Tag hat mal ein Ende, und meiner fand das seine eindeutig, als Clancy mit Take-away-Thai und guter Laune nach Hause kam. Sie hat mir gut zugeredet, dass der Kuchen gar nicht so schlimm sein und war begeistert, dass ich überhaupt gebacken habe. Außerdem ist sie schon ganz aufgeregt wegen meiner kleinen Feier morgen Abend, wir essen und trinken nämlich erst hier was, bevor es zum Reinfeiern irgendwo in ne Bar oder nen Club geht. Schön, wenn man ne nette Gastfamilie hat, die einen an solchen Tagen wieder aufmuntert. :-)

Mittwoch, 18. April 2012

Verkehrte Welt

Während in Deutschland der Frühling so langsam im Anmarsch ist, oder ... eigentlich sollte er ja schon da sein, erlebe ich hier Tage, die mich eher an November erinnern als an April. Gut, es ist noch relativ warm, wobei man jetzt schon ab und zu mal ne lange Hose und ne Jacke vertragen kann, aber alles andere ruft in mir eher Weihnachtsstimmung hervor. Der Himmel ist oft grau, wir essen seit Tagen nur noch Mandarinen, die neue DVD der Jungs ist der "Polar-Express" und da ich wiedermal krank bin, die ganze Zeit Tee trinke, Suppe esse, und mit Schal und Hausschuhen herumlaufe, habe ich gleich nochmal mehr Winter-Feeling. Verrückt, dass doch am Sonntag mein Geburtstag ist, dass mich da letztes Jahr im Garten gesonnt habe, mich gefreut habe, dass es langsam wärmer wurde und jetzt passiert eigentlich genau das Gegenteil. Klar, über die Temperaturen kann man sich nicht beschweren, es ist immernoch weit wärmer als in der Heimat, aber komisch ist das schon. Ich muss mich ständig daran erinnern, dass eigentlich schon bald Mai ist und dass es dann Sommer ist, wenn ich wiederkomme. Ich stelle mir meine Rückkehr nämlich irgendwie immer im Herbst oder Winter vor, so, als ob die Zeit einfach stehngeblieben wäre. Da werde ich mich wohl ganz schön erschrecken, wenn ich merke, dass es dann (hoffentlich) sommerlich warm ist. So, jetzt werde ich mir noch ne schöne Tasse Tee machen und mich auskurieren, damit ich an meinem großen Tag am Sonntag auch fit bin.



Sonntag, 15. April 2012

Thank you, Chip-man!

Erst noch ganz kurz: Ich war heute mit Julia (sie kommt übrigens aus der Nähe von Nürnberg, das freut mich doch) im Museum. Da gibt es eine Abteilung voll mit typisch australischen Tierchen wie Possums, Schmetterlingen, Vögeln, Lizzards und so weiter. Unter Anderem gibt es da auch eine große Spinnensammlung. Und da hat sich bestätigt, was mein Gastvater sowieso schon vermutet hatte: Die Spinne, die mich Freitag Nacht besucht hat, war eine Brisbane Huntsman (nennt man anscheinend auf Deutsch Riesenkrabbenspinnen). Die sind nicht giftig, können aber beißen, wenn sie provoziert werden... Hab ich ja nochmal Glück gehabt :-).
Aber jetzt zu den schönen Dingen des Lebens: Am Donnerstag saß ich mit den Jungs unten vor dem kleinen Laden am Ende der Straße, der in diesem Moment gerade eine Chipslieferung bekommen hat. Und als der Fahrer - von den Aussies liebevoll "Chip-man" genannt - wieder herauskam, fragte er im Vorbeigehen so 'hey, do you want some free chips?' Ja, aber klar will ich Chips umsonst! Da hat mein Herz natürlich gleich höher geschlagen. Ganze Zwei Tüten voller kleiner Chips-Päckchen haben wir bekommen. Herrlich! Natürlich wurde die Beute, wie sich das gehört, vorschriftsmäßig geteilt, das heißt der Großteil der Leckereien blieb oben in der Küche, ein paar Beutelchen haben es aber bis zu mir runter geschafft. Ist jetzt nur n bisschen doof, dass ich ja eigentlich mal meine überflüssigen australischen Pfunde loswerden wollte und mir ausgerechnet jetzt so ein netter Chip-man über den Weg läuft, aber ich will mich natürlich nicht beschweren, man kann die ja auch später noch essen. Anyway, thank you Chip-man!

Mein Schatz!

Samstag, 14. April 2012

I love lazy days!

Das hier (<< ihr müsst da klicken!) ist definitif mein Hit des Tages!

Inzwischen scheint zwar die Sonne wieder, aber es hat den ganzen Tag lang geregnet. Perfekt, um sich von zu viel Apfel-Cider und Jack-Cola zu erholen! Gestern wollte ich eigentlich nur mit Freunden tanzen gehen. Es gibt Freitags in der Stadt immer freie Salsa-Abende, wo mega viel los ist. Tja, leider sind die draußen und da es geregnet hat, war dann nicht ganz so viel los, um es genauer zu sagen: nichts war los, nothing at all. War aber kein Problem, das Casino war nicht weit, da war gestern Rock-Nacht mit einer Band, die zwar besser hätte sein können, aber der Alkohol hat deswegen trotzdem gut geschmeckt. Naja ok, irgendwann hat man dann keine Lust mehr, sich Lieder anzuhören, die der Sänger einfach nicht singen kann, weshalb wir dann -nach einem traditionellen Abstecher in die Dönerbude- nochmal ins Exchange Hotel gelaufen sind. Da gibt es eine Bar auf dem Dach und da es inzwischen aufgehört hatte zu regnen, war es da wirklich auszuhalten. Wir haben stundenlang getanzt, zwischendurch mal wieder was getrunken, und dann munter weitergetanzt. War nur blöd, dass alle mit dem Zug und dem Bus gekommen waren, wir mussten also doch irgendwann mal aufbrechen, um den letzten Bus noch zu erwischen. Hat, Gott sei Dank, gerade so geklappt und ich hab mich schon soooo auf mein warmes Bettchen gefreut, es war mir aber einfach nicht gegönnt. Ich betrete also mein Zimmer und das erste, was meine Augen machen, ist: Sie scannen den Raum ab nach irgendwelchen ungewollten Mitbewohnern wie Kakerlaken, Spinnen und Schnecken (jaaa, Nacktschnecken schaffen es ständig is Haus). Und da war es unterhalb meines Wandschrankes: Das Monster! Eine Spinne! Sobald ich den Raum betreten hatte, fing die auch noch an zu rennen. Erst war ich unsicher, ob ich stehenbleiben soll, damit ich sie nicht aus den Augen verliere, aber ich hätte ja schlecht die ganze Nacht so stehen können... Ich also so schnell wie möglich in mein Bad gelaufen, das Insektenspray geholt und kräftig draufgehalten. Das Ding rennt Richtung Tür (die aber natürlich zu war) und verschwindet in einem Spalt... Mist! Tja, nützt aber alles nix, wenn man keinen Papa da hat, den man bei solch einem Notfall mitten in der Nacht wecken kann, muss man halt selber ran. Ich hab dann einfach in den Türspalt gesprüht und kurz darauf kam sie auch wirklich rausgekrochen, hatte schon ein Bein verloren (ich sollte nicht so viel von dem Zeug einatmen, wer weiß, was ich sonst verliere...) und ist dann -so wie es aussah- einen grausamen Tod gestorben. Gut, das geht wohl jedem so, wenn er zu viel Insektenspray abbekommt... Bilder von der lebenden Spinne hab ich leider keine machen können, weil ich in dem Moment andere Gedanken im Kopf hatte, aber heute früh war ich ganz mutig und hab die "Leiche" mal fotografiert. Ich finde ja, sie sieht echt eklig aus - und so haarig auch noch dazu!
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich musste mich heute also erstmal wieder erholen, von zu viel Alkohol und dem Spinnen-Schok und hab so eigentlich den ganzen Tag im Bett verbracht. Zwar hab ich nicht viel geschlafen, aber man kann sich durchaus stundenlang mit Lesen, Arabisch und dem Laptop beschäftigen.




















Freitag, 13. April 2012

Melbourne

4. Shopping-Paradies Melbourne


Ich habe ja schon immer gedacht Brisbane ist ein Traum zum einkaufen. - Ist es ja auch wirklich. Aber an Melbourne kommt unsre Queen Street dann doch nicht ran. An unsrem letzten Tag in Melbourne haben wir es eher ruhig angehen lassen. Das Wetter war sowieso nicht so gut und da wir zum Gepäckverstauen ja auf jeden Fall in die Innenstadt mussten, haben wir uns kurzerhand mal die Shoppingcenter angeschaut. Das erste Einkaufszentrum war ziemlich nobel, also eher nix für unsren Geldbeutel. Trotzdem war es schön, sich das ganze mal anzuschauen. Eigentlich waren wir aber sowieso scharf auf die andere Mall in Melbourne, die mit dem spitzen Glasdach. Das sieht von Außen nämlich super aus. Irgendwann haben wir das auch mal gefunden, es war nämlich ziemlich versteckt in der Mitte von einem Häuserblock, da muss man erstmal hinfinden. Hat aber - wie schon gesagt - geklappt und wir waren froh, aus dem nass-kalten Wetter rauszukommen. Da man am letzten Tag sein Reisebudget ja schon immer ziemlich aufgebraucht hat, konnten wir uns zwar die ganzen netten Läden ansehen, uns aber nichts leisten (sonst wären die Koffer ja auch zu schwer geworden...). Zum Glück haben die überall auf den Gängen Sofas stehen. Wobei, Sofa trifft es eigentlich nicht so wirklich. Es waren eher ganze Liegen mit Lehne. Suuuuper bequem! Einmal draufgelegt steht man da so schnell nicht mehr auf. Ich hatte noch Erdbeeren, die wir am Vortag auf den Queen Victoria Markets für einen Dollar ersteigert hatten und so lies es sich da natürlich stundenlang aushalten. Gut, dass wir uns dann doch noch aufgerafft haben, wir waren nämlich genau pünktlich am Flughafen. - Perfektes Timing würde ich sagen! :-)

Aber jetzt nochmal zurück zum Queen Victoria Market. Das ist ein riesengroßer Markt, teils in Hallen, teils im Freien abgehalten, der mich extrem an die Märkte in Budapest erinnert hat (falls die jetzt jemandem was sagen). Leider haben wir den falschen Eingang genommen und sind so direkt in die Fisch- und Fleischhalle gelaufen. Mir wird immernoch schlecht, wenn ich nur daran denke... Ich hab in meinem ganzen Leben glaube ich nichts ekligeres gerochen. Ich bin sowieso kein Fan von Fleisch- und Fischgeruch, aber das alles zusammen ist wirklich penetrant. Glücklicherweise konnte man gleich in eine andere Halle wechseln und von da nach draußen, an den Obstständen vorbei (Erdbeeren für einen Dollar! Ein Traum!) zu den ganzen Souvenier-Ständen. Schade, dass wir sowas in Brsibane nicht haben. Wir haben zwar Märkte, aber nicht so groß und auch nicht regelmäßig...

Trotzdem würde ich Brisbane nicht gegen Melbourne tauschen wollen. Es ist zwar ne mega schöne Stadt, aber zu europäisch. Ich will ja, wenn ich schon um die halbe Welt fliege, nicht in einer Stadt leben, die ich auch gleich um die Ecke hätte haben können. Und ich war so wahnsinnig froh, als ich am Montag Abend aus dem Flieger gestiegen bin und es immernoch schwül-warm war. Hoch lebe das tropische Klima hier!

Achso, übrigens: Die Regale in den Supermärkten sind in Australien über Ostern genauso leergebombt wie in Deutschland...


Donnerstag, 12. April 2012

Melbourne

3. Brighton Beach und St. Kilda

Wie gut, dass es das Internet gibt! Am Samstag Abend saßen Jenny und ich im Hostel am Computer, eigentlich nur, um facebook und E-Mails zu checken, als Jenny ein Bild von den bunten Strandhäusern sieht, die man auf so gut wie allen Postkarten finden kann. Wir wollten da beide unbedingt hin, wussten aber nie, wo die eigentlich stehen (ich weiß: peinlich, peinlich, wenn man in Australien ist und nichtmal sowas weiß). Jetzt sieht Jenny also dieses Bild, das eigentlich zu einem Reiseangebot gehört, und liest darunter die Adresse: Brighton Beach/Victoria. Neeeein, das gibt es ja nicht! Nur eine halbe Stunde mit dem Zug von Melbourne entfernt. Ein bisschen weiter weg als St. Kilda. Das ist ein ziemlich bekannter Strand in Melbourne, wo sich bei schönem Wetter alle tummeln, den man angeblich unbedingt gesehen haben muss, und wo wir deshalb sowieso hinwollten. Wir haben also kurzerhand beschlossen, am nächsten Morgen - nach dem Salamibrötchen-Frühstück natürlich - einen Abstecher in die Touristen-Info zu machen, und mal zu schauen, wie wir das ganze am besten angehen. Es war auch wirklich einfach. Die zwei netten alten Damen waren zwar zunächst selbst ein bisschen verplant, haben sich dank riesiger Karten und Atlanten aber schnell zurechtgefunden, uns freundlicherweise sogar noch eine Karte kopiert und uns gewarnt, dass wir mindestens zwei Kilometer von der Zugstation zum Strand laufen müssen. Naaa super! Die Zugfahrt war erstaunlich schnell vorbei, ich habe es noch nichtmal geschafft, alle Karten fertig zu schreiben, da konnte unsere Wanderung also losgehen. Nur gut, dass wir dicke Jacken dabei hatten, es war nämlich wiedermal eher Nordsee- als Australienwetter: Windig und kalt. Wobei, nennen wir es stürmisch und eiskalt. Aber das macht alles nichts, wenn man was sehen will, muss man halt auch mal frieren. Erstaunlicherweise haben wir schon nach ein paar Metern die Strandhäuser in der Ferne entdeckt, es waren also eher 250 Meter, als 2.5km. Naja, oder ein bisschen mehr. Auf jeden Fall waren wir ruck zuck da und konnten unendlich Fotos schießen. Ich hätte von jedem Häuschen einzelnd ein Bild machen können, so schnuckelig sind die. Eines schöner als das andere. Dass ich an diesem Tag mein Flaggen-Shirt anhatte, war übrigens echt nur Zufall, aber doch irgendwie lustig. Deshalb sind es von dem Australien-Häuschen auch ein paar Fotos mehr geworden.

Mit den Strandhäusern war unser Tag aber natürlich noch nicht vorbei, es ging noch nach St. Kilda. Wie schon gesagt, dieser Vorort wird von allen groß angepriesen, als wir da waren, waren wir dann aber doch eher enttäuscht. Die Straßencafés sahen zwar ganz nett aus, vor Allem der Kellner mit dem Haasenschwänzchen war ganz amüsant (es war ja Ostersonntag), der Strand selbst war aber lange nicht so schön, wie die Strände, die wir an der Sunshine und Gold Coast haben. Und weiter gab es nicht viel zu sehen, die Pinguine kann man dort nämlich angeblich nur nachts beobachten... Der Luna-Park, der dort steht, war viel interessanter, als der Strand selbst. Das ist ein Freizeitpark. Erinnert eher an einen etwas moderneren Sambachshof und ist ziemlich klein. Schön war es trotzdem, mal wieder etwas "Volksfestfeeling" abzubekommen und dem Feuerschlucker zuzusehen.
Unser Oster-Dinner, hatten wir dann übrigens in einer richtig coolen Lounge/Bar in Melbourne. Wir hatten dafür im Internet einen Gutschein gekauft, mussten pro Person 15 Dollar zahlen und konnten dafür für 70 Dollar essen und trinken. Da kann man wirklich nicht meckern. Uns war das nur leider am Anfang nicht so bewusst, wir dachten, wir bekommen nur eine Bestellung umsonst, haben uns also gleich mal Coktails für je 17 Dollar bestellt und erst danach vom Kellner erfahren, wie es wirklich abläuft. Dann gab es also für jeden danach nur noch ein Getränk, weil dann die Rechnung voll war... Trotzdem war es ein schöner Ostersonntag!



Mittwoch, 11. April 2012

Melbourne

2. Great Ocean Road

Für Samstag hatten wir eine Tagestour auf der Great Ocean Road gebucht. Das ist die Straße, die unter Anderem an den 12 Aposteln und der London Bridge vorbeiführt. Weil unser Tourguide uns die ganze Zeit was darüber erzählt hat, kann ich euch jetzt auch sagen, dass diese Straße von ehemaligen Soldaten des 1.Weltkriegs gebaut wurde und somit auch als großes Kriegerdenkmal gilt. Jaja, da seht ihr mal, was man hier alles lernt.
Unsre Tour hat früh morgens angefangen, Jenny und ich wurden in der Stadt abgeholt, betreten den Bus, und hatten sofort das Gefühl 'Wir sind hier doch falsch'. Nuuur Asiaten! Ich meine, nichts gegen die, aber so ein bisschen suspekt sind sie mir ja schon. Und die unterhalten sich einfach nie mit dir. Die brabbeln einfach die ganze Zeit in ihrer Landessprache vor sich hin... Wir glauben, dass unser Tourguide die Musik deshalb so laut aufgedreht hat. Wir waren am Ende doch nicht die einzigen Europäer, zwei Französinnen kamen auch noch dazu. So konnte es also losgehen. Leider war Bells Beach, unser erster Stop, wegen eines Surfer-Wettbewerbs geschlossen, es ging also irgendwoanders hin (den Namen hat sich natürlich niemand gemerkt...), und als wir ausgestiegen sind hab ich erstmal gedacht, ich erfriere. Es war windig und eisig kalt. Gut, sooo kalt war es bestimmt gar nicht, ich fand es aber trotzdem zu frisch. Es wurden schnell ein paar Fotos geschossen, Kekse gefuttert, und dann ging es vorbei an wunderschöner Küstenlandschaft -ab und zu wurde ein "Fotostop" eingelegt, wie zum Beispiel am "Memorial Arch", diesem Bogen, auf dem Great Ocean Road steht- zu einem Park, wo man mit etwas Glück freilebende Koalas sehen kann. Wir hatten Glück und haben drei davon gesehen. Die Fotos erspare ich euch aber, weil die auch nicht anders aussehen, als die, die ich schon in Australia Zoo und Lone Pine Sanctuary gesehen habe. Danach sind wir zu "Otway's Rainforest" gefahren.  Regenwälder faszinieren mich immer. Riesengroße Bäume, herrlich grün und zwischendurch mal ein Wasserfall. Der Baum auf dem Foto ist - wie man sieht - umgefallen, aber man kann sich noch gut vorstellen, wie groß der mal gewesen sein muss.

Aber das eigentliche Highlight kam nach dem Mittagessen: Die 12 Apostel, also diese Felsen, die im Meer stehen.  Es sind übrigens gar keine 12 Steine, es sind weniger. Acht oder so, wenn ich richtig gezählt habe. Natürlich war dort wahnsinnig viel los, ein richtiges Touri-Paradies. Und wir mittendrin! Um nicht so aus der Masse rauszustechen, haben wir natürlich auch kräftig Fotos gemacht. Es wäre so schön da, wenn nicht so viele Menschen dort wären! Nein, aber die Aussicht war wirklich einmalig. Riiichtig schön! Zurück zum Bus, nächste Station: Loch Arg Gorge. Das sind die beiden Felsen, die direkt vor dem Strand stehen und aussehen wie ein ... Tor. Dahinter schöne Höhlen, in die man aber leider nicht mehr klettern darf...
Zu guter Letzt war dann noch "London Bridge" dran. Das war eigentlich mal eine Art Brücke, ist aber leider eingestürzt. Man kann es aber finde ich trotzdem noch erkennen. Da ist mir dann auch noch ein kleines Misgeschick passiert, ich wollte Jenny nämlich meine Kamera geben, damit ich ein Beweisfoto habe, dass ich auch da war, da fällt uns das Ding doch tatsächlich aus der Hand. Ein Aufschrei, wir bücken uns beide, der Foto fällt auf meinen Fuß, prallt ab und fliegt ... direkt gegen das Gitter, das Klippe und Meer trennt. Uff, da hab ich doch nochmal Glück gehabt. Ein paar Touris haben mir dann am Ende noch lachend den Tipp gegeben, ich solle doch meine Kamera nicht mehr verlieren. - Guter Tipp, ich werde ihn beherzigen.
Im Großen und Ganzen war die Tour wirklich extrem Touri-mäßig, aber so ist das wohl, wenn man die Huptattraktionen Victorias ansehen will. Ich fand es trotzdem mega schön da. An eine meilenweite Aussicht von Meer, Klippen und Felsen kommt eben so schnell nichts ran.


Dienstag, 10. April 2012

Melbourne


 Ich bin wieder da. Und ich hab euch soooo viel zu erzählen. Melbourne ist herrlich. Sehr europäisch, nicht nur was das Wetter betrifft (wir hatten teilweise herbstliche 12°C), sondern auch, weil es Trams gibt, weil es schöne alte Gebäude gibt, weil die Menschen da nicht so freundlich sind wie im sonnigen Queensland und weil es überall teils schnuckelige, teils unheimliche kleine Gässchen gibt. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was ich zuerst erzählen soll. Ich glaube, ich teile das ganze in ein paar Posts auf, weil es sonst n bisschen viel auf einmal wird und ich will euch ja nicht langweilen. Hier also der erste Teil:

1. Melbourne City - Sightseeing


Ich fange am besten einfach ganz vorne an. Am Donnerstag Nachmittag ging es für Jenny und mich los in unsren wohlverdienten Osterurlaub nach Melbourne. Wir hatten schon Angst, dass wir keinen Platz mehr im Flieger bekommen, weil die Airlines nämlich gerne mehr Tickets verkaufen, als sie eigentlich Plätze haben, wir haben es aber rechtzeitig geschafft und sind dann abends in Melbourne gelandet. Bis in die Stadt haben wir es gleich geschafft, nur wie kommt man jetzt von der Stadt zum Hostel? Wir hatten zwar Adresse und Wegbeschreibung, nur leider kein Tramticket und keinen Orientierungssinn... Etwas verspätet haben wir aber alles hinbekommen und sind heil an unsrer Unterkunft in Collingwood angekommen. Collingwood ist jetzt so ein Fall für sich. Jenny und ich sind uns nicht sicher, wie die Gegend genau einzuordnen ist. Es hat ein bisschen was von Slum (heruntergekommene Häuser, Alkoholiker und Obdachlose), von Künstlerviertel (Musikstudios und ganz viele ausgefallene Läden) und von alternative-Studentenviertel (Cafés und viele ... ungewöhliche Bars). Mich persönlich hat es etwas an London erinnert und ich fand's super da.

Aber wenn man sich eine Stadt anschaut, will man ja nicht die ganze Zeit in einem Viertel bleiben, früh morgens am Freitag war also nichts drin mit ausschlafen, sondern wir sind zeitig aufgestanden und in die Innenstadt gefahren. Und was finden wir da auf dem Weg zur Tram-Station? Eine Bäckerei! Und zwar eine, die am Karfreitag offen hatte; eine, in der es richtige Brötchen (ok, nur Baguette-Brötchen aber immerhin) für 50ct gab; eine, in der es Croissants, dänischen Apfelplunder und belegte Brötchen gab. Und da mussten wir doch einfach zuschlagen! An drei von vier Tagen haben wir dort früh schon unser Geld für Salamibrötchen, O-Saft und Kaba ausgegeben und hatten so immer einen wunderbaren Start in den Tag. Mit vollen Bäuchen wurde dann erst einmal ein Tagesplan gemacht, was wir wann anschauen wollten. Zuerst waren die "Fitzroy-Gardens" dran. Das ist ein riiiesiger Park, in dem eines der ältesten Häuschen in Melbourne steht, in dem noch Bäume von 1800-irgendwas stehen und wo es hier und da ein Aborigine-Memorial gibt, wobei wir immernoch nicht verstehen, warum ein halber Baum heilig ist... Wir hätten den ganzen Tag da verbringen können. Obwohl es schon richtig herbstlich ausgesehen hat (was ich super fand, sowas gibt es in Brisbane nicht), war es noch relativ warm und sonnig, also ein perfekter Ausflugs-Tag.

Wir haben uns dann noch die Stadt ein bisschen weiter angeschaut, 1000 Bilder von allen möglichen Gebäuden gemacht und haben uns dann zu einer Bootsrundfahrt hinreißen lassen. Es war eher eine Fähre nach Williamstown, aber man ist ja zuerst durch die halbe Stadt gefahren, vorbei an den Docklands, eben bis nach Williamstown. Dort gab es Mittagessen (riiiesengroße Portionen Pommes bzw. Fish and Chips - jetzt haben wir die Schnauze voll von Pommes), wirklich viel zu sehen gab es nicht, es ist halt ein schönes Vorstädtchen, perfekt für alle diejenigen, die Boote besitzen oder angeln wollen.
Zurück in Melbourne hat in der Abenddämmerung noch ein ganz besonderes Highlight auf uns gewartet, wir sind nämlich auf's Skydeck des Eureka-Towers gefahren, also in den 88. Stock, um uns die Stadt mal von oben anzusehen. Ich liiiebe solche Aussichten einfach! Und man konnte wirklich alles sehen. Besonders, als es dann dunkel war, war es wunderschön mit den ganzen Lichtern. Das fand ich als Kind schon immer toll, wenn wir nachts durch Schweinfurt gefahren sind, aber an Melbourne kommt da Schweinfurt einfach nicht ran. Sorry! Das ganze wäre zwar bestimmt mit Kontaktlinsen oder Brille noch besser geworden, ich hatte aber leider nur meine Sonnenbrille dabei. Gut, das war dann ein bisschen dunkler als es sein sollte, aber ich kann mir jetzt ungefähr vorstellen, wie es für "Normalsehende" aussehen muss.

Als es dunkel war, wollten wir uns dann zwar eigentlich noch die Pinguine in St. Kilda, also am Strand ansehen, aber das Wetterglück hat uns dann leider verlassen, es hat ganz plötzlich angefangen zu schütten und zu gewittern. Wenn wir einer alten Spanierin glauben wollen, die wir zufällig auf der Straße getroffen haben, war das die Strafe Gottes dafür, dass ihr Mann betrunken im Casino aufgegriffen worden ist, oder dafür, dass Australien ihrer Meinung nach einfach ein schlechtes Land ist, wir glauben aber einfach daran, dass Melbourne uns mal zeigen wollte, dass es den Ruf als "Stadt, in der man alle vier Jahreszeiten an einem Tag erlebt" auch wirklich verdient hat.
Eureka-Tower


Chinatown

The old Melbourne Gaol-da, wo der Buschräuber Ned Kelly gehängt wurde


Dienstag, 3. April 2012

Ich packe meinen Koffer und nehme mit...

ALLES! Ich habe schonmal angefangen, meine Taschen für Melbourne zu packen und bin mehr als froh, dass ich zusätzlich 15kg Gepäck mitnehmen darf (sonst hat man ja nur 6kg Handgepäck). Melbourne ist ja bekannt als die Stadt, in der man alle vier Jahreszeiten an einem einzigen Tag erleben kann und da muss man schließlich drauf vorbereitet sein. Da ich sowieso so verfrohren bin und jetzt auch noch die Temperaturen im tropischen Brsibane gewohnt bin, sind einfach ein paar Jacken mehr eingepackt worden. Vier an der Zahl, drei lange Hosen, zwei Shorts, ein paar T-Shirts, Tops, Pullies, ein kurzer und ein langer Schlafanzug und ein paar Kleider zum Weggehen. Und das alles für knapp fünf Tage. Wie ich das jetzt alles so aufgelistet vor mir sehe, denke ich doch, dass das vielleicht ein bisschen viel ist. Für die sechs Tage Cairns und Airlie Beach hatte ich schließlich nur das nötigste mit und bin auch zurechtgekommen. Aber wenn man schon 15kg mitnehmen darf, sollte man das schon ausnutzen. Die Kekse und die Fertiggerichte nehmen ja auch noch ein bisschen Platz weg. Ich kann mich noch gut an meine "Kurzurlaube" in Draa erinnern. Da bin ich auch meistens mit einer ganzen Reisetasche für's Wochenende angerückt. Man weiß halt auch einfach nie, wie das Wetter wird...



Montag, 2. April 2012

مرحبا

 Gestern habe ich meine erste Arabisch-Stunde hinter mich gebracht. Ich überlege ja schon länger, Orientalistik und Economy oder sowas in der Richtung zu studieren und da ist es wohl von Vorteil, sich schonmal anzuschauen, auf was man sich da einlässt. Ich habe dann auf Gumtree.com.au eine Anzeige geschaltet und gefragt, ob jemand interesse hat, Arabisch gegen Englisch oder Deutsch zu 'tauschen'. Gumtree ist eine große Platform im Internet, wo man wirklich alles finden kann von Jobs über Häuser und Autos bis hin zu Babysittern, Kleidung und und und. Es haben sich auch gleich ein paar Leute gemeldet, die interessiert waren und gestern habe ich mich dann zum ersten Mal mit Gazar getroffen, eine junge Araberin, die seit drei Jahren hier lebt. Sie spricht aber noch nicht besonders gut Englisch und so ist sie bereit, mit mir Arabisch zu üben, wenn ich mich dafür mit ihr auf Englisch unterhalte. Top Deal, würde ich sagen. Gazar ist wahnsinnig enthusiastisch. Gestern habe ich schon alle 28 Buchstaben des Alphabets gelernt und ein paar Wörter. Leider werden die Buchstaben immer anders geschrieben, je nachdem, ob sie am Anfang, in der Mitte oder am Ende des Wortes stehen... Ich habe also noch 56 Buchstabenvariationen vor mir. Heute treffen wir uns gleich nochmal. Am liebsten hätte Gazar jeden Tag etwas mit mir gemacht, nur muss ich ja ab und zu auch noch arbeiten und mein Terminkalender ist wirklich relativ vollgepackt im Moment. Trotzdem ist es schön, wiedermal mein Gehirn ein bisschen anzustrengen und etwas zu lernen. "Hallo", "okay" und "Stadt" kann ich übrigens auch schon sagen.


Country girl



Endlich mal wieder raus aus der Stadt und ab auf's Land! Genau das hatten uns Michael und ich für Samstag vorgenommen. So sehr ich die Großstadt auch liebe, es geht doch nichts über ein bisschen Idylle auf dem Land. Um acht Uhr haben wir uns auf nach Eumuni gemacht. Auf dem Weg dorthin ging es über die Landstraßen über ein paar Berge mit fantastischer Sicht auf die Glasshouse Mountains und die komplette Sunshine Coast-Gegend. Wir hatten wahnsinniges Glück mit dem Wetter, teilweise war keine einzige Wolke am Himmel zu sehen und es war angenehm warm. Perfekt! Ich hab auf der Fahrt ganz das Reden vergessen, weil ich einfach so damit beschäftigt war, die Landschaft zu genießen. Das hört sich jetzt wahrscheinlich ziemlich hochgestochen an, aber nach den Monaten in einer zwei-Millionen-Einwohner-Stadt freut man sich einfach, wenn man mal wieder Hügel, Wälder und Kühe anstatt Hochhäuser und Autos sieht. Und ich kann das nicht leugnen, ich bin nunmal ein 'Landei' und bin froh, nicht in der Stadt aufgewachsen zu sein. Australien ist natürlich wie gemacht für solche Wochenend-Trips, weil man oft meilenweit keine Ortschaft sieht und die Dörfer und Kleinstädte wirklich noch sehr idyllisch und einfach so schön ländlich sind.
Irgendwann nimmt auch die schönste Fahrt ein Ende, sprich wir waren irgendwann in Eumundi und haben uns da den Markt angeschaut. Zum Glück gab es hier nicht auch wie in Deutschland "eine Fressbude nach der anderen", um es mal deutlich auszudrücken, sondern es gibt viel Handwerk, selbstgemachte Karten, viiiele, viele Kindersachen, vor allem für kleine Prinzessinnen und an jeder Ecke Musik. Gut, ein bisschen Essen wird hier und da natürlich schon verkauft und jetzt ratet, an welchem Stand wir gleich als erstes vorbeigekommen sind! Richtig, ein 'German Sausages'-Stand, also eine Bratwurstbude. Natürlich kann man hier ganz traditionell Bratwurst mit Sauerkraut und Senf im Brötchen essen, genauso wie Kransky und ein paar andere Wurstarten, von denen ich noch nie etwas gehört hatte. Ich hab dann auch tatsächlich mal eine Bratwurst probiert, hab jedoch auf das traditionelle Sauerkraut verzichtet. So schlecht, wie ich gedacht habe, war sie auch gar nicht. Zwar fein und kaum gewürzt, aber dafür gab es ja Senf.


Als Mittagessen reicht so ein kleines Würsterl aber nicht ganz, und so haben wir uns etwas Brot, Käse, Oliven, marinierte Pilze und Zucchini gekauft und sind Richtung Noosa gefahren, um dort am Fluss Picknik zu machen. Es war herrlich ruhig da, man konnte die Sonne genießen und den Anglern zusehen. ... Das war mir aber nach ein paar Minuten zu langweilig, weshalb wir noch einen kurzen Abstecher ans Meer gemacht haben, um schwimmen zu gehen. Das war dann schon spannender. Ich weiß jetzt auch, warum manche Hautstellen immer so anfangen zu brennen, wenn ich im Meer bin. Bisher war ich der Meinung, meine Haut sei einfach zu sensibel, eigentlich sind es aber kleine Tierchen im Wasser, die meinen, sie müssten einen pieksen. Hier ist man auch wirklich nirgendwo vor irgendwelchen stechenenden und beißenden Lebewesen sicher! Ob ich in meinem Zimmer von den Mosquitos gefressen, im Park von Ameisen angegriffen oder im Meer von unbekannten kleinen Tierchen gepiekst werde, irgendwie komme ich immer zu entstellten Beinen.