Donnerstag, 31. Mai 2012

Syndey, Part II

Tag 2: Vivid Festival

Wie schon erwähnt, waren Julia und ich ja erst spät bzw. früh im Bett, weshalb wir natürlich auch erst um ein Uhr mittags aus den Federn gekrochen kamen. Erstmal gab es leckeres deutsches Frühstück mit Brötchen (normal gibt es ja nur Toastbrot), Aufschnittwurst, rohem Schinken und Käse. Man, man, man, da ist mir erstmal aufgefallen, wie ich das vermisse. Und ich weiß, dass mich jetzt vor allem meine liebe Familie wieder als verfressen darstellt (O-Ton Papa: "Die denkt doch nur ans Fressen!") aber ihr glaubt gar nicht, wie ich mich jetzt auf die Heimat mit ihrer riesen Brot- und Brötchen- und Wurstauswahl freue. Um ehrlich zu sein vergeht kein Tag, an dem ich mir nicht sehnlichst eine Brotzeit anstatt Curry oder so etwas zu Abend wünsche. Naja, zurück nach Sydney. Wir hatten also einen späten Start und so war es auch schon Nachmittag, als wir beide bei Mark - wo ich ja die restlichen zwei Nächte lang schlief - antanzten, um kurz meine Sachen vorbeizubringen. Wir wollten aber so schnell wie möglich in die Stadt, um Pfannkuchen essen zu gehen. Das wurde dann zwar nix, weil wir beide doch lieber was herzhaftes wollten, aber egal. Es war ja inzwischen schon wieder dunkel und so waren wir genau richtig, um uns das Vivid Festival anzusehen. Da wird ein paar Tage lang abends am Hafen alles schön beleuchtet und auf dem Opera House und anderen Gebäuden gibt es eine riesen Laser-Show. Ich hatte nur mein Handy mit, weshalb die Bilder eher mittelmäßig geworden sind, aber das ist, denke ich, besser als nichts. Wir haben uns dann also auf die Stufen vor der Harbour Bridge gesetzt, uns ne heiße Schokolade gegönnt und das Lichterspektakel beobachtet. Blöd, dass ich ja sowieso schon die ganze Zeit erkältet war und dann meine Stimme immer kratziger wurde, bis sie irgendwann ganz weg war. Ich hätte mich soooo gerne mit den andren Au Pairs unterhalten, die wir zufällig noch getroffen haben, aber da musste ich mich eben mich zuhören zufriedengeben. So schnell ist ein Tag vorbei, wenn man erst spät aufsteht! Und zu spät wollte ich ja auch nicht ins Bett, weil am nächsten Tag ja endlich Celina in Sydney landete, womit auch wieder mehr auf dem Tagesprogramm stand, aber dazu dann morgen mehr.




Mittwoch, 30. Mai 2012

Sydney, Part II

Tag 1: Ende gut, alles gut

War es also wiedermal so weit: Mein Flieger nach Sydney wartete. Um fünf Uhr musste ich schon aufstehen, weil mich Clancy nur zum Zug gebracht hat, nicht zum Flughafen. Public Transport ist jetzt leider in Brisbane relativ schlecht, weshalb ich schon um halb sieben den Flughafenzug nehmen musste, obwohl wir erst um halb neun gestartet sind. Naja was soll's. Für ein paar schöne Tage kann man sowas schonmal auf sich nehmen. Diesmal habe ich die erste Nacht ja bei Julia, einem anderen deutschen Au Pair verbracht. Sie war am Samstag aber bis abends in den Blue Mountains, was mich vor mein erstes Problem gestellt hat: Wo soll ich meinen Koffer so lange unterbringen? Gut, dass Mark so nahe an der Stadt wohnt, also hat er mir am Freitag abend kurzerhand angeboten, dass ich meine Sachen zu ihm bringen könne. Ich musste dann zwar erstmal nach North Sydney fahren und dann wieder zurück in die Stadt, aber - wie schon gesagt - so weit ist das nicht. Nachdem ich den Flug gut rumgebracht hatte, wartete am Flughafen in Sydney aber schon das nächste Hindernis auf mich. Am Wochenende arbeiten die ja oft an den Bahnlinien, so auch an diesem.  Dabei sollte ich doch eigentlich mit dem Zug zu Mark fahren. Gott sei Dank gab es ein paar nette Flughafenmitarbeiter, die mir den Weg zum Shuttlebus beschrieben haben, der mich - umsonst übrigens (der Zug kostet 15 Dollar) - zur Central Station bringen sollte, von wo die Anschlusszüge fuhren. Ja, alle, außer meiner natürlich. Der fuhr nur von der nächsten Station. Also wieder die Bushaltestation suchen, von wo ein Bus zu meinem Zug fuhr. Hat aber alles gut geklappt, der Koffer war ein bisschen sperrig, aber es geht alles - ich hatte ja Zeit. Irgendwann war ich dann bei Mark angekommen, hatte mein Gepäck abgeladen, einen Tee getrunken, ein bisschen gequatscht und habe dann beschlossen, ein bisschen spazieren zu gehen (das Wetter war soooo schön - strahlender Sonnenschein). Was soll man auch sonst machen, wenn man in so einer schönen Stadt ist, als den Ausblick genießen - und Fotos hat man doch auch nie genug. Ich bin dann bis zu einem Markt gelaufen, wo ich letztes mal schon war und habe von da aus die Bahn in die Stadt genommen. Alles in allem war es von da an ein ziemlich entspannter Tag, ich bin erst durch die Innenstadt gelaufen, habe schnuckelige kleine Gassen entdeckt, in denen überall Vogelkäfige hingen und ich war kurz im Museum of Contemporary Art. Da hatte sich eine Frau (oder manche sagen es war ein Mann - egal für mich sah's aus wie ne Frau) an zwei Eisblöcke gebunden und so hing sie da und wartete, bis die geschmolzen waren. Naja, eigentlich hab ich sie nur kurz gesehen, denn als ich wieder aus dem Museum raus kam, war sie schon weg und die Blöcke schmolzen alleine vor sich hin. Ich hab die Dame an den anderen Tagen auch nie mehr wieder gesehen. So wirklich weiß ich deswegen auch nicht, was das ganze sollte ... moderne Kunst eben! Auf die Aussichtsplattform der Harbour Bridge, von wo aus man wirklich einen einmaligen Blick auf Sydney und den Hafen hat, bin ich auch gestiegen und habe den Rest des Tages in 'The Rocks' verbracht, diesem alten Stadtteil am Hafen, wo immer viele Straßenküstler zu finden sind. Die  meisten stehen da wohl jeden Tag, denn viele kannte ich noch von meinem letzten Trip nach Sydney. Schon irgendwie lustig, dann fühlt man sich sofort besser und nicht mehr wie der größte Tourist. So auch, als mich eine Asiatin nach dem Weg zum Apple-Store fragte und ich (man bedenke dass ein manches Stück Brot mehr Orientierungssinn hat als ich) ihr tatsächlich weiterhelfen konnte. Zwar auch nur, weil ich an dem riiiiiesen Apple-Store erst eine Minute davor vorbeigelaufen war, aber immerhin.




 Abends habe ich meine Sachen bei Mark wieder abholen müssen, bin dann in den gleichen Zug gestiegen, in dem Julia schon saß und bin mit zu ihr nach Hause gekommen. Ihre Familie ist übrigens deutsch, was mal was ganz neues für mich war. Und es war mal wieder richtig schön, einen "deutschen" Haushalt zu sehen, in dem deutsche Bücher und Filme stehen und in dem Deutsch gesprochen wird. Leben würde ich trotz allem dort aber nicht wollen, so wirklich merkt man ja da gar nicht, dass man überhaupt in einem anderen Land ist.
Aber der Tag sollte noch laaaange nicht zu Ende sein. Wir haben uns fertig gemacht und sind in die Stadt gegangen, um uns mit ein paar Freunden von Julia zu treffen. Zum Vorglühen gab es erstmal ne Flasche Wein und dann ging es in zwei verschiedene Clubs, wo wir gefeiert haben, bis die Musik ausging. Da war es dann auch schon halb vier. Die Mädels wollten trotzdem noch nicht heim, weshalb es nochmal zum Aufwärmen in einen Mc Donald's ging. Danach hatten die Ladies immernoch nicht genug und wollten weitermachen, nur leider lassen die - genau wie in Brisbane - in Sydney nach einer gewissen Uhrzeit niemanden mehr in die Bars, wir standen also letztendlich auf der Straße und haben dann um vier Uhr den Bus zurück genommen. Es dauert natürlich dann noch ein bisschen, bis man angekommen ist und so war ich dann um viertel sechs totmüde (war ja bis dahin schon 24 Stunden lang wach) und endlich im Bett. Und so kann ich sagen: So kompliziert auch am Morgen noch alles war, at the end of the day - wie die Australier sagen würden - war doch alles super.

Freitag, 25. Mai 2012


Morgen heißt es wiedermal früh aufstehen für mich - seeehr früh. Um sechs Uhr fährt mich meine Gastmutter schon zum Zug, damit geht es dann zum Flughafen und dann - wie schon vor ein paar Wochen angekündigt - noch einmal nach Sydney. Die Stadt hat es mir echt angetan. Und außerdem wird Celina ab Montag da sein, von der ich mich unbedingt verabschieden will, bevor sie am Freitag nach Hause fliegt. Ihr hört dann am Dienstag wieder was von mir - dann gibt es auch (hoffentlich) wiedermal ein paar nette Bildchen dazu. Bis dahin wünsche ich euch ein schönes Wochenende, trinkt in Garscht ordentlich für mich mit! :-)

The girl next door

Erinnert ihr euch noch an Laura? Sie war auch Au Pair hier in der Gegend und ihr Kleiner ist in den gleichen Kindergarten gegangen wie Xavier. Laura ist ja inzwischen wieder in Deutschland und ihre Familie hat ein neues deutsches Au Pair. Die habe ich heute zum ersten Mal im Kindy getroffen und mich ein bisschen mit ihr unterhalten. Sie fragt mich dann so, wo ich herkomme und ich sage erstmal "Bayern" (weil vielen nichtmal Würzburg was sagt) und dann "aus der Nähe von Würzburg, falls du das kennst" und dann sagt sie doch tatsächlich, dass sie auch aus Bayern kommt! Da steigt natürlich jetzt die Spannung... Am Ende haben wir herausgefunden, dass sie aus Kleinwenkheim kommt. Was für ein Zufall! Ja, die Welt ist eben doch klein.

Mittwoch, 23. Mai 2012

Das Rätsel um den Baum

Wir haben hier leider keinen Gemüsegarten oder bauen Obst an (und ja, ich vermisse die Erdbeeren aus dem Garten jetzt schon!). Wir haben zwar ein paar Büsche und kleinere Bäumchen hier, aber nichts, womit man was anfangen könnte. Direkt vor der Terasse steht nur ein Baum, an dem die ganze Zeit lang schon kleine, grüne, runde Früchte hingen. Ich habe immer gedacht, es wären Limetten, Clancy hat aber gesagt, sie hätten mal eine probiert und die hat nicht gut geschmeckt. Craig war der Meinung, es seien Zitronen, weil sich die grünen Kugeln in letzter Zeit gelb verfärbt haben. Aber wie schon gesagt: die Früchte waren rund und sahen so mal gar nicht Zitronen-ähnlich aus. Gestern abend hatte Craig dann wieder zwei der Limetten/Zitronen mitgebracht und Clancy hat mir angeboten, ich könnte ja mal eine aufschneiden und sehen, was ich dazu meine. Gesagt, getan. Und ein bisschen stolz bin ich ja jetzt doch, dass ich das Rätsel gelöst habe, es sind nämlich -tatatata- Orangen! Das Fruchtfleisch ist orange, es riecht wie Orange und schmeckt wie Orange. Kein Zweifel. Da haben wir doch tatsächlich unseren eigenen Orangenbaum im Garten und keiner hat es gewusst. Schon zwei Jahre lang lebt meine Gastfamilie jetzt in diesem Haus und war immer der Meinung, der Baum wäre ein Limettenbaum mit unbrauchbaren Früchten. Natürlich habe ich heute gleich noch ein paar Orangen gepflückt. Das hört sich jetzt total öko an, aber ich liiiebe das Gärtnern. Ok, zugegeben, daheim gärtnert Mama und ich leere am Ende nur die Stöcke ab - ich ernte, was andere sähen sozusagen :-) -und für den Orangenbaum habe ich auch nichts gemacht, aber es ist doch ein super Gefühl, wenn man sein eigenes Obst und Gemüse einfach frisch aus dem Garten holen kann.

Dienstag, 22. Mai 2012

Bangen und Hoffen

Heute früh habe ich mich also auf den Weg gemacht, um - wie gestern schon angekündigt - mein Paket in die Post zu bringen. Stolze 8.5kg hat es am Ende auf die Waage gebracht und ich hatte es mir wirklich leichter vorgestellt, mit dem riesen Ding Bus zu fahren und es durch die Stadt zu tragen... Dank der Mithilfe eines netten Busfahrers habe ich es dann aber geschafft und konnte meine Habselingkeiten abgeben. Ich denke immernoch darüber nach, ob nicht doch etwas darin ist, das ich noch brauche. Meine heiligen und nagelneuen UGG-Boots habe ich lieber doch wieder raus und packe die dann in ein paar Wochen in meinen Koffer - man weiß ja nie! Versicherung gab es leider doch keine für das Paket (da hat die Tante mir gestern wohl Quatsch erzählt). Ich hätte es dann per Luftpost schicken müssen, was mich ca. 350 Dollar gekostet hätte, um es nachverfolgen zu können. Dabei waren die 104 Dollar, die ich heute zahlen musste, ja schon ein kleines Vermögen für mich. Jetzt bleibt mir nichts weiter übrig, als zu hoffen und zu beten, dass meine Sachen wirklich in Deutschland ankommen (bei Reiseberichten, in denen steht, dass 10% aller aus Australien versandten Päckchen nie ankamen, ist wohl wiedermal Daumendrücken angesagt). 60 bis 90 Tage lang muss ich die Spannung jetzt aushalten. Deshalb: BITTE BITTE lass es seinen Weg nach Deutschland finden!

Montag, 21. Mai 2012

So langsam aber sicher...

... wird's ernst. Ich war heute mal in der Post, weil ich mich erkundigen wollte, wie teuer es denn genau ist, ein größeres Paket nach Deutschland zu schicken und, wie lange es dauert, da sagt sie doch tatsächlich es dauert so ungefährt drei (!!!) Monate. Ich habe mit ein paar Wochen gerechnet, aber doch nicht mit Monaten. Über den Preis wollen wir erst gar nicht reden, ihr könnt euch bestimmt vorstellen, dass es nicht gerade ein Schnäppchen ist, kiloweise Gepäck von Australien um die ganze Welt zu schicken. Natürlich könnte ich auch das doppelte bezahlen, um alles mit dem Flugzeug zu verschicken, aber ich als armes Au Pair kann mir das leider nicht leisten. Also hab ich mir eben gleich die größte Box, die sie hatten, mitgenommen, damit meine Sachen morgen schon auf die große Reise gehen können - damit sie wenigstens Ende August ankommen...Ich hatte aber auch noch ein paar andere Sachen in der Stadt zu erledigen, weshalb ich nicht gleich nach Hause konnte. Wahnsinn, wie viele Leute mich angestarrt haben, nur weil ich eine große Kiste mit mir herumgeschleppt habe! Irgendwann war ich aber dann doch daheim und habe meinen restlichen Tag damit verbracht, Bücher, Souvenirs, Schuhe und Kleider einzupacken. Es ist wirklich eine große Entscheidung, von was man sich jetzt schon trennen kann und was man auch bis Ende des Sommers nicht mehr braucht. Aber alles kann ich ja auch nicht mit in meinen Koffer am Ende packen, da hab ich ja nur 20kg Freigepäck... Also musste ich mich schweren Herzens doch von einigen Kleidern und Röcken trennen, die ich zwar im Sommer in Deutschland mit Sicherheit gerne getragen hätte (ich ärgere mich jetzt schon, weil ich weiß, dass ich im Juli da stehe und denke 'genau das würde jetzt super passen - nur leider ist genau das dann noch irgendwo auf dem Meer unterwegs), aber die warmen Sachen brauche ich hier einfach noch, weshalb nur die Kleider und Röcke schon vor mir weg können. Ich bin dann extra noch zu den Nachbarn gelaufen, um mir ihre Waage auszuleihen, weil wir selber ja leider keine im Haus haben, aber ich musste unbedingt wissen, wie viel mein ganzes Zeug wiegt. 7,4 kg bringt es jetzt auf die Waage. Ich hab es mir schlimmer vorgestellt, ich hab ja schon so mit 15kg gerechnet, bin aber froh, dass es noch so 'glimpflich' ausgegangen ist.
Jetzt sieht mein Zimmer irgendwie ganz schön leer aus. Meine geliebten Bücher sind weg und meine Komode, die vorhin noch mit Bildern und Postkarten geschmückt war, ist jetzt wieder einfach weiß. Irgendwie kommt mir das alles noch zu früh vor, ich ziehe doch erst in vier Wochen aus, aber wenn ich mein Zeug dann erst losschicke, kann ich mein Päckchen wahrscheinlich unter dem Weihnachtsbaum auspacken.



Sonntag, 20. Mai 2012

I wanna sleep under a different piece of sky!

Nachdem ich jetzt erstmal ein paar Monate unter dem "Southern Cross" geschlafen habe (das ist das Sternbild, das auch auf der australischen Flagge abgebildet ist), freue ich mich doch auch darauf, wiedermal ein paar Nächte in der Heimat zu verbringen. Aber trotzdem plane ich schon wieder den nächsten Auslandsaufenthalt. Es ist einfach sooooo schön, das Leben in anderen Ländern kennenzulernen. Wenn man nur mal kurz als Tourist dorthin reist, sieht man solche Seiten einfach gar nicht. Sollte ich - und ich bin mir inzwischen eigentlich sicher, dass ich das machen werde - 'Modern China' studieren, wird das nächste wohl ein Auslandssemester in Peking werden und danach will ich unbedingt nach Kanada. Ich muss jetzt ja zugeben, dass ich eigentlich sogar Kanada Australien vorgezogen hätte, es ist aber leider nicht so einfach ein Jahr dort zu verbringen (es werden nur einige wenige Working-Holiday-Visa vergeben, es gibt kein Au Pair-Programm usw.). Kurz nach dem Abi hätte ich mich niemals getraut monatelang als Backpacker durch ein Land zu reisen, weshalb ich auch unbedingt Au Pair werden wollte, was gut war, um sich zurechtzufinden. Jetzt, fast ein Jahr später - und ein Jahr reifer :) - denke ich doch ein bisschen anders darüber. Man bekommt in Australien einfach so viel von dieser Backpacker-Kultur mit, dass man selber richtig Lust bekommt, das länger zu machen. Und so ist in meinem Kopf schon alles geplant: Es soll in New York losgehen, dann hoch nach Québec, unter anderem um eeeendlich Matthieu in Chicoutimi wiedermal zu sehen und sich da ein bisschen auf die große Reise vorzubereiten, dann weiter über Montréal und Ottawa nach Ontario, wo ja auch Mar herkommt, eine Kanadierin die ich hier kennengelernt habe. Weiter soll es dann durch Manitoba und Saskatchewan nach Alberta gehen und am Ende sollen es noch ein paar Wochen in Vancouver, also British Columbia werden. Oder um es kurz zu sagen: Ich will einmal von Ost nach West durch ganz Kanada reisen. Wenn man schonmal in dem Eck ist, wäre es ja auch super, sich gleich die Westküste der USA mit anzuschauen, aber vielleicht ist das doch etwas zu viel Träumerei auf einmal. Ich hab im Internet sogar schonmal nach ein paar Jobs gesucht. Arbeit auf einer Ranch fände ich wohl super, da ich das Outback sowieso immer wahnsinnig spannend finde. Schade, dass ich hier in Australien nicht sooo viel davon sehen konnte... Wann und mit wem ich das ganze machen will, ist noch nicht sicher. Ob ich das ganz alleine machen will, weiß ich nicht. Man lernt zwar immer andere Backpacker kennen, aber mit jemandem, den man schon länger kennt, macht es denke ich noch 1.000 Mal mehr Spaß. Und der richtige Zeitpunkt steht natürlich auch noch in den Sternen. Nach dem Bachelor? Aber woher soll ich da das ganze Geld nehmen? Oder nach der Uni? Aber da sollte ich ja eigentlich auch endlich mal anfangen zu arbeiten... Aber egal, wann und mit wem das ganze stattfinden soll, der Plan ist auf jeden Fall da und kann auch noch ein paar Jährchen warten, bis er endlich umgesetzt wird, immerhin stecke ich ja gerade noch mittendrin in meinem Abenteuer Australien, das bald zu einem Abenteuer Neuseeland und Abenteuer Singapur werden wird.

Freitag, 18. Mai 2012

The 8 Mile

In Australien gibt es nirgendwo typische 'Ghettos' und Nobelviertel, sondern es ist alles gut gemischt. Klar, es gibt schon ein paar Stadtteile, in denen so gut wie nur Villen stehen, weil einfach die Grundstückspreise dort teurer sind (vor allem in den Stadtvierteln, die nahe an der Stadt liegen, bzw. die, die so weit draußen liegen, dass man direkt vor seiner Haustüre den Wald hat). Allgemein sind die Grundstückspreise aber so gut wie überall erschwinglich und so bemüht sich die australische Regierung darum, alle sozialen Schichten gut durchzumischen, damit eben keine Problemviertel entstehen. Die Idee finde ich an sich nicht schlecht und ich denke es funktioniert auch ganz gut, denn es gibt wirklich nirgendwo Viertel, die man meiden soll.
Jetzt ist es aber natürlich auch so, dass man dann öfters mit Armut und sozialen Problemen konfrontiert wird. Mir hat ein Freund, der in Moorooka aufgewachsen ist, zum Beispiel gezeigt, dass direkt am Spielplatz, neben einem der teuersten Häuser hier ein Dealer wohnt und auch sonst sieht man des öfteren im Park Kinder, die auf sich alleine gestellt sind. Und ich muss sagen, mir tun die echt leid, deswegen mache ich es nicht so wie die meisten Mütter hier und ignoriere die "Straßenkinder" einfach, sondern meistens fange ich an mit denen zu reden, letztens haben wir den Snack für die Jungs sogar mit zwei anderen geteilt. Die waren natürlich super dankbar und eigentlich sind die auch echt alle immer nett und freuen sich, wenn sich jemand mit ihnen beschäftigt. Jetzt ist da aber ein Junge, der mich extrem an den Film "8 Mile" erinnert. Der sitzt einfach immer dort irgendwo herum, ohne Schuhe, mit viel zu großer Lederjacke, "Rattenschwanz" (ihr wisst schon: dieses kleine, Zöpfchen am Hinterkopf, das manche Buben haben) und ab und zu mit Hund. Ach ja: Und er hat wohl irgendwo ein iPhone aufgegabelt. Ich muss dazu sagen, so gut wie jeder hat hier ein iPhone und seines sieht auch schon extrem heruntergekommen aus. Damit spielt er dann meistens alten Hip-Hop wie 50Cents "In da club" - das gibt dem ganzen '8-Mile'-Eindruck natürlich auch noch den richtigen Soundtrack. Das erste mal, als wir den getroffen haben hat er mir auch noch wahnsinnig leid getan, er hat uns ganz begeistert gezeigt, dass er auf alle Bäume im Park klettern kann und jeden Stock und Stein im Park auswendig kennt. Das Problem bei dem ganzen ist jetzt nur: der hört nicht mehr auf zu reden! Er erzählt, dass er sich mit seiner Mutter nicht gut versteht, sein Onkel den ganzen Tag lang daheim ist und Bier trinkt, wenn er nicht schläft und sein Lieblingsthema ist die alte Musik auf seinem Handy... Ich bin nur einfach zu gutmütig, als dass ich ihn einfach ignorieren könnte. Und so fühle ich mich dann mindestens einmal in der Woche wie "im falschen Film" - nämlich wie in Marshall Mathers '8 Mile'.

Mittwoch, 16. Mai 2012


  Another turning point a fork stuck in the road; Time grabs you by the wrist directs you where to go; So make the best of this test and don't ask why; It's not a question but a lesson learned in time; It's something unpredictable but in the end it's right I hope you've had the time of your life; So take the photographs and still frames in your mind; hang it on a shelf in good health and good time; tattoos and memories and dead skin on trial; For what it's worth it was worth all the while; It's something unpredictable but in the end it's right I hope you've had the time of your life


(Greenday-Time of your Life)



Mehr Zeit bleibt mir leider nicht mehr, dann ist mein Abenteuer Australien auch schon wieder vorbei... Eigentlich sind es nur noch 40 Tage, weil ich ja auch noch nach Neuseeland gehe, bevor es Richtung Singapur geht. So sehr ich mich auch auf daheim freue, ich bin doch auch traurig, dass das ganze so schnell vorbei ging, die 200 Tage bisher sind ja wirklich rasend schnell verflogen. Kaum zu glauben, dass ich dann erst mal nicht mehr nur eine Stunde Autofahrt von wunderschönen Stränden entfernt wohne, dass ich dann nicht mehr im Winter mit Flip-Flops rumlaufen kann und dass ich mir dann auch wirklich mal Gedanken um die Zukunft machen sollte. Bis dahin werd ich die letzten Tage aber noch voll auskosten, ich habe ja immerhin noch einiges vor: Sydney, Whale Watching und Fraser Island, bevor es nach Auckland geht. Die letzte Zeit mit den Jungs und meiner Gastfamilie werd ich auch noch genießen, so sehr die mich auch manchmal an meine Grenzen bringen, ich werde sie vermissen. Immerhin haben wir ein halbes Jahr lang zusammen gelebt und dann sollen wir uns wahrscheinlich jahrelang nicht mehr sehen? Seltsam...

Dienstag, 15. Mai 2012

Welcome to Moorooka


 Nachdem ich jetzt schon seit Januar hier lebe, habe ich heute beschlossen, dass es mal Zeit ist, die Nachbarschaft ein wenig genauer zu betrachten. Ich bin dann also mit meiner Kamera losmarschiert, um mal alles für euch festzuhalten. Wir leben hier in Moorooka, also im Süden Brisbanes. Eigentlich ist der Vorort für seine afrikanische Bevölkerung bekannt, jedoch leben wir ganz am Rand, wo davon nichts zu sehen ist. Bei uns gibt es hauptsächlich schöne Queenslander-Häuser, Bäume und Parks. Achja, und den kleinen überteuerten Laden unten an der Straßenecke, direkt neben dem Metzger, wo einem eine dieser kitschigen Asia-Katzen entgegenwinkt, wenn man hereinkommt. Ich persönlich finde es ganz nett hier, es ist okay. Aber ewig würde ich hier nicht leben wollen. Liegt vielleicht auch ein bisschen daran, dass hier nicht überall Papageien herumfliegen, wie das in "The Gap", wo ich ganz am Anfang gelebt habe, der Fall war, oder weil es einfach kein Frühling mehr ist und nicht mehr alles blüht... Wie auch immer-wenn jeden Tag die Sonne scheint und Palmen direkt vor der Haustüre stehen, findet man doch eigentlich jede Nachbarschaft hübsch.







Montag, 14. Mai 2012

Skydive Rainbow Beach

" It was fucking awesome!" (So haben wir uns übrigens auch auf der Wand im Skydive-Shop verewigt :)


Haben wir es also endlich geschafft. Nachdem uns das Wetterglück ja beim ersten Versuch verlassen hatte, sind Celina und ich am Wochenende nochmal zu Rainbow Beach gefahren - vier Stunden Autofahrt übrigens - in der Hoffnung, das Wetter möge diesmal mitspielen. Und das hat es. Es war genauso schön wie schon die letzten Wochen: strahlend blauer Himmel, Sonnenschein, kaum Wind, perfekt zum springen! Ich bin mit Michael am Samstag morgen losgefahren und hab Celina und einen Freund von ihr dann oben getroffen. Bevor es losgehen konnte hatte ich aber noch ein kleines Abenteuer vor mir. Da die Fahrt - wie schon gesagt - etwas länger ist, und ein Wochenende am Strand immer schöner ist, als Großstadtluft, hatten Michael und ich ausgemacht, erst am Sonntag zurückzufahren und eine Nacht am Strand zu zelten. So weit, so gut. Jetzt hat er ja aber nur einen Porsche und in den passt eben nicht so viel Gepäck. Wir haben das arme Auto also bis zum Anschlag vollgeladen und los ging es. Gott sei Dank gab es keine Probleme beim Zeltaufbauen, aber als wir unsere Taschen reinbringen wollten dann der Schock: Der Kofferraum lies sich nicht öffnen! Wir haben gerüttelt und gerüttelt, unsere Camper-Nachbarn waren natürlich auch sofort zur Stelle (jeder wollte den "Flitzer" mal anfassen) aber es lies sich nichts machen. Dabei waren doch mein Skydive-Gutschein und meine Schuhe darin! Mist! Ich hab mich schon in fremden, viel zu großen Schuhen springen sehen... Wir sind dann ein bisschen herumgefahren, um eine Autowerkstadt zu suchen, haben aber keine offene gefunden und so blieb uns nichts anderes übrig, als zum Treffpunkt mit Celina zu fahren, weil wir eine halbe Stunde später schon skydiven sollten. Auf dem Parkplatz dann wollten wir Celina und ihrem Freund vorführen, dass sich der Deckel nicht öffnen lies und -Vorführeffekt, hallo! - schwupp, war der Kofferraum offen. Also nichts wie raus mit den Taschen, in die richtigen Schuhe geschlüpft, Gutschein rausgeholt und als der Kofferraum wieder zu war, lies er sich auch natürlich wieder nicht mehr öffnen. War mir aber in diesem Moment egal, hauptsache es konnte endlich losgehen. Und das ging auch schneller als gedacht. Ich konnte gar nicht richtig schauen, haben uns unsere Instructors verschnallt und erklärt, was wir machen müssen und - zack - waren wir im Flugzeug. Das war eher ein seeehr kleines Ding, gerade groß genug für den Piloten und die zwei Skydive-Paare. Nach ein paar Minuten war ich mir dann sicher, dass wir bald da sein werden, da waren wir aber erst bei 5.000ft,. das heißt wir waren noch nicht mal bei der Hälfte... Wir sind ja von 12.000ft gesprungen. Da hatte ich dann schon ein bisschen Angst, muss ich zugeben. Aber auch nur ein bisschen. So richtig Angst hab ich dann bekommen, als mein Partner die Türe aufgemacht hat (ich sollte zuerst springen). Er hatte mich schon gewarnt, dass viel kalte Luft reinkommen würde und ich nicht erschrecken soll. Die kalte Luft war aber weniger das Problem... Als ich gesehen hab, wie weit oben wir waren, wollte ich auf einmal doch lieber zurückfliegen als springen, aber das war zu spät... Auch das am-Bein-festklammern bei meinem Partner hat nichts genützt, ich musste da raus. Also Beine raus und schon ging es los. Ich hatte ja gedacht, wir fallen mit dem Bauch voraus, wie man das auf den Bildern immer sieht. Es hat niemand was davon gesagt, dass man sich erstmal überschlägt! Das war also der dritte und glücklicherweise letzte Schock. Der Rest war super: erst der freie Fall, und dann das Segeln mit dem Schirm. Das ist natürlich bei herrlichem Wetter und über dem Meer ein Traum. Leider war das ganze viiiiel zu schnell vorbei und ich war nach gefühlten drei Sekunden schon im Sand. Zum Glück gibt es ja hunderte Bilder davon und eine DVD, auf der ich meinen Jump immermal wieder anschauen kann. So schnell war also alles vorbei. Falls ihr mal die Gelegenheit habt, solltet ihr das unbedingt machen, es ist echt -entschuldigt den Ausdruck - mega geil.

Den Abend haben wir dann am Strand verbracht (wenn man schon direkt am Meer zeltet sollte man das ausnutzen), der Kofferraum lies sich inzwischen wie durch ein Wunder wieder öffnen, sodass wir sogar was zu essen hatten. Celina und ihr Freund haben leider unseren Campingplatz nicht gefunden und so war ich schon um elf im Bett, weil nichts mehr los war. Vor der Rückfahrt sind Michael und ich dann aber noch auf eine riesige Sanddüne gewandert, von wo aus man einen klasse Ausblick hatte. Mit dem ganzen Sand hab ich mich ehrlich gesagt gefühlt, wie in Ägypten in der Wüste, aber das ist ja nichts schlechtes.
Schade, dass das Wochenende so schnell vorbei war. Ich hab echt gemerkt, wie gerne ich eigentlich in solch einer Kleinstadt leben würde. Brisbane ist zwar schön, aber doch einfach eine Stadt, während in den kleinen Orten - vor allem am Strand - die Menschen soooo locker sind, dass man sich kaum vorstellen kann, dass die auch mal arbeiten müssen. So ein Leben müsste man haben! Jeden Tag am Strand, braun gebrannt und fernab vom Großstadtgetummel!

Freitag, 11. Mai 2012

... where the skies are so blue.

Wie kann man sich hier nicht wohlfühlen? Wir haben Mitte Mai, was etwa Mitte November in Deustchland entspricht, wir haben immernoch über 20°C und keine einzige Wolke am Himmel. Und der Himmel ist sooo blau. Wahnsinn! Das beste ist aber: Schon seit Wochen ist das so. Ich hab also gute Hoffnung, dass es so bleibt und Celina und ich morgen tatsächlich aus dem Flugzeug springen können - jaaa, unser Skydive steht nämlich noch aus. Ich kann euch dann wohl erst am Sonntag Abend oder am Montag berichten, wie es war, weil wir erst noch eine Nacht in Rainbow Beach zelten und dann am Sonntag zurückfahren. Ohhh wie ich mich freue! Drückt mir auf jeden Fall die Daumen, dass es diesmal klappt! 
Eigentlich war es ja ein bisschen blöd von mir, die Winter überspringen zu wollen... das ist mir aber jetzt erst aufgefallen. Die "kalte Jahreszeit" hier ist nämlich auf gar keinen Fall eine, die man meiden müsste. Eigentlich ist es im Moment fast schöner, als im Sommer. Klar, es ist nicht mehr so heiß, aber dafür regnet es nicht mehr so viel und es ist nicht mehr so schwül. Aber egal, der Sommer in Deutschland wird bestimmt auch schön (oder zumindest hoffe ich das, sicher sein kann man sich da ja nie...).



Donnerstag, 10. Mai 2012

ERV - ERV - ERV

Vor ein paar Tagen hab ich ein gaaaanz besonderes Päckchen aus Deutschland bekommen. Ich hab ja schon ewig darauf gewartet und hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, dass es überhaupt noch ankommt, dann aber eines Tages lag es auf den Stufen vor dem Haus, das kleine gelbe Ding. Das musste ich natürlich sofort aufmachen! Und was war drinnen? Ein Brief, ein MightyDogs-Shirt, eine Stadion-Zeitung und eine CD vollbepackt mit Videos und Bildern aufgenommen im Icedome. Ich kann euch sagen, ich hab mich gefreut wie ein kleines Kind. Da ich ja fast die ganze Spitzen-Saison verpasst habe (und ich deswegen schon in Deutschland viel gejammert habe), hab ich so dann doch ein bisschen was nachholen können. Und naja, ich will mich nicht beschweren, dafür hab ich hier den australischen Sommer genossen und die nächste Saison kommt ja bestimmt. :) Also an dieser Stelle  nochmal viiiielen vielen Dank, Fabian!
Übrigens war das Paket so lange verschollen, weil der australische Zoll es aufgemacht hat. Die Australier nehmen es nämlich sehr genau damit, was importiert werden darf und was nicht. Möglicherweise holt man sich ja irgendeine Seuche ins Land... Es lag also ein Zettel darin -das ist der, den ihr da rechts seht -, auf dem es im Großen und Ganzen nur hieß: Das Päckchen hat bei der Kontrolle Alarm geschlagen, also haben sie es aufgemacht, nix falsches gefunden und wieder zugeklebt. Na dann!



Mittwoch, 9. Mai 2012

Herzlichen Glückwunsch
den stolzen Eltern!

"May your wishes all come true
May you always do for others
And let others do for you
May you build a ladder to the stars
And climb on every rung
May you stay forever young!

May you grow up to be righteous
May you grow up to be true
May you always know the truth
And see the lights surrounding you
May you always be courageous
Stand upright and be strong
May you stay forever young!" 
 
Schön, dass du endlich da bist, Lino! :)

Dienstag, 8. Mai 2012

By the way ...

Ich glaube, es sind alle ein bisschen verwirrt, wann ich denn jetzt genau zurückkomme. Ist wohl meine Schuld, weil ich nämlich nichts neues mehr dazu gesagt habe. Jetzt also nochmal für alle: Ich lande am 13.Juli 2012 um 20:40Uhr in Frankfurt am Main. Eigentlich wollte ich ja schon eine Woche früher zurückkommen, weil ich schon kurz nach Neuseeland aus meiner Familie raus muss - da das neue Au Pair dann in meinem Reich wohnt - und weil ich ja eigentlich unbedingt zur Hochzeit da sein wollte. Ich war mir sicher, dass das geht, hab das schon allen erzählt (ihr erinnert euch an den Post?) und dann aber vom Reisebüro die Rückmeldung bekommen, dass auf dem Flug am 04.Juni nach Singapur zwar noch was frei ist in meiner Buchungsklasse, jedoch im Flieger von Singapur nach Deutschland nicht. Da sind zwar klar noch Plätze frei, nur eben nicht in meiner Buchungsklasse und ein Upgrade würde mich so um die 250€ kosten. Und deshalb habe ich dann beschlossen, doch erst eine Woche später heimzukommen. Jetzt bleibt natürlich noch das Problem wo schlafe ich so lange? Das habe ich jetzt so geregelt: Ich kann nach Neuseeland so für ungefähr eine Woche bei Dan, einem Freund unterkommen. Danach fliege ich schonmal nach Singapur, mache da ein langes "Stop-Over-Holiday", bleibe also eine Woche dort, schaue mir die Stadt ein bisschen an (wenn man schonmal in der Ecke ist) und mache mich dann von Asien aus auf denWeg in die Heimat. Jetzt ist es also offiziell und ich hoffe, ich mit diesem Post ein bisschen Licht ins Dunkel bringen.

Montag, 7. Mai 2012

Busy Bee

Mein Freizeitstress ist im Moment viiiiel größer als mein Arbeitsstress... (was keine Beschwerde sein soll, auch, wenn es sich so anhört). Könnte daran liegen, dass mein Arbeitsalltag immer gleich aussieht, der also sowieso nicht so weltbewegend ist, aber ich bin auch wirklich für die nächsten sechs Wochenenden komplett ausgebucht. Irgendwie wurde einfach die Zeit, bis ich nach Neuseeland gehe ein bisschen knapp und so hab ich versucht, noch alles mögliche reinzuquetschen. So geht es dann nächstes Wochenende zum Skydiven, das Wochenende darauf (hoffentlich) zum Babysitten bei Freunden, damit ich mir noch ein bisschen was für Sydney - was gleich das Wochenende darauf folgt - dazuverdienen kann. Danach geht es zum Wale-Beobachten mit Jenny und eigentlich wollten wir auch nochmal nach Stradbroke Island, ein Wochenende verbringe ich auf Fraser Island und dann geht die große Reise nach Auckland schon los. Anyway, was ich eigentlich sagen wollte, ist: Ich hab dieses Wochenende schon viiiiel erlebt.
Los ging es am Freitag Abend mit Theater. Romeo and Juliet war angesagt. Ich hatte ja erst n bisschen Angst, dass ich Shakespeare's Englisch nicht verstehe, es war aber einfacher als gedacht und die Zeit ist nur so verflogen. Am Samstag dann war ich erst bei "Buddah's Birthday". Das war leider keine richtige Geburtstagsfete, aber bei South Bank hatten sie ganz viele chinesische Lampions aufgehängt, es gab eine große Zeremonie mit riesigen, goldenen Budda-Statuen, es waren viele Mönche unterwegs und es gab einen chinesischen Markt, auf dem man allerlei Glücks-Souveniers kaufen konnte. Achso, "Fressbuden", wie wir sie nennen würden, gab es natürlich auch genug. Alles Asiatisch. Wobei, ein kleiner kultureller Ausrutscher war dabei, es gab nämlich ungarische Lángos... Aber nix Deutsches diesmal. Normalerweise findet man Bratwurst mit Sauerkraut und Senf auf einem Brötchen ja an jeder Ecke, aber anscheinend hat man beschlossen, dass das auf Buddah's Geburtstag nichts zu suchen hat.
Das war aber noch nicht alles, was ich an asiatischer Kultur an diesem Tag abbekommen habe. Abends hatten wir Karten für die Salsa-Meisterschaften (zwei unserer Lehrer haben da mitgetanzt, die muss man ja anfeuern!) und haben uns davor zum Essen getroffen - in Chinatown. Wir haben uns für ein japanisches Grillrestaurant entschieden und ich muss sagen, das war wiedermal ein Erlebnis der etwas anderen Art. Wenn man das Restaurant betritt, schreit die Kellnerin von ganz hinten schon irgendwas auf japanisch, was 'Hallo' bedeutet. Dann stimmen die anderen Kellner auch mit ein, sodass der ganze Laden weiß, dass du da bist. Sitzt du dann an deinem Platz (der ist übrigens wie wohl in jedem anderen Grill-Restaurant auch: ein großer Tisch, der in der Mitte einen Grill hat), bekommst du das Menü, auf dem nur rohes Fleisch abgebildet ist. Davon haben wir uns dann ein bisschen was ausgesucht, wie Hähnchen, Beef und ähnliches. Michael meinte dann, dass wir auch noch was "verrücktes" ausprobieren müssen. Da wurden dann zum einen Innereien angeboten - iiiihhh!! - und zum anderen Rinderzunge. Die war eindeutig das kleinere Übel und weil ich mich ja strickt an den Deal mit meiner Tante halte (ich muss alles zumindest mal probieren), ist so ein gegrilltes Stück davon auch auf meinem Teller gelandet. Und haltet mich jetzt für verrückt, aber es war echt nicht schlecht. Gut, es war komplett durchgebraten und hat so extrem an Bacon erinnert aber eklig war es auf keinen Fall. Ist halt doch auch nur Fleisch, wie alles andere auch. Man darf nur nicht so drüber nachdenken... Also habe ich wieder einen Punkt mehr auf meiner 'Deal-Liste'. Achso: Ich habe übrigens alles mit Essstäbchen gegessen, das kann ich jetzt  nämlich auch schon. Jaja, was man in Australien nicht alles lernt! 


Bei den Salsa-Meisterschaften - dem eigentlichen Highlight des Abends - hat unser Lehrer übrigens den 1. Platz geholt. Ob das jetzt nur daran lag, dass die Leiterin des Tanzstudios in der Jury saß, oder ob es allein an seinen Künsten lag, wissen wir nicht, aber immerhin können wir jetzt behaupten, vom Queensland-Meister im Salsa unterrichtet worden zu sein.
Der Sonntag war leider wenig spektakulär, da ich auf die Jungs aufpassen musste, weil Clancy und Craig mit Freunden in einen Pub gegangen sind. (Craig wurde letzte Woche nämlich 34)
Dafür war heute - Feiertag: Labour Day - wieder besser. Bei strahlend blauem Himmel und angenehmen 25°C haben Michael und ich eine Motorrad-Tour gemacht. Durch's Hinterland ging es über kurvige Straßen, bergauf, bergab, vorbei an schönen Aussichtsplattformen bis in eine Kleinstadt, wo wir zu Mittag gegessen haben und dann den ganzen Weg wieder zurück - mit Stops, um die Winter(!!)-Sonne ausgiebig zu genießen natürlich. So lässt sich's leben!


Sonntag, 6. Mai 2012

Sydney

Tag 4: To be continued...


Bevor es am Dienstag schon wieder Richtung Brisbane ging, habe ich mich noch mit Julia getroffen. Julia ist auch Deutsche und als Au Pair im Moment in Sydney. Wir haben vor ein paar Wochen mal geskyped, weil sie sich für meinen Job in meiner Gastfamilie beworben hatte. Eigentlich hatten wir gar nicht geplant, uns zu treffen, aber wie es der Zufall so will, habe ich am Samstag eine SMS von ihr bekommen in der stand 'Bin auf dem Weg in die Stadt, wo soll ich hinkommen?' Ich war erstmal total perplex, habe ihr dann aber geantwortet und es hat sich schließlich herausgestellt, dass die SMS an eine andere Katharina gedacht war. Trotzdem haben wir dann ausgemacht, dass wir uns eben am Dienstag treffen wollten. Schon die Zugfahrt zu ihr war ein kleines Abenteuer, denn es gibt zwei 'North Shore'-Linien. Die eine fährt aber nicht über die ganzen kleinen Vororte, in die ich musste. Natürlich habe ich die falsche Bahn erwischt und habe es auch erst gemerkt, als ich nicht mehr umsteigen konnte. Also wieder raus aus dem Zug, zurückfahren, umsteigen und weiterfahren. Hat am Ende alles geklappt und mit so ca. einer halben Stunde Verspätung habe ich es dann auch zu ihr geschafft. Sie hatte das Auto ihrer Gastfamilie und so konnten wir nochmal nach Manly fahren - diesmal bei Tag und wunderschönem Wetter. Ich hab mich echt gefreut, dass sie sich bereiterklärt hat, mit mir ein bisschen Zeit zu verbringen. Wir sind dann erst zu einer Aussichtsplattform gefahren, von wo man wirklich eine atemberaubende Aussicht auf Sydney, den Hafen und das Meer hatte. Wir waren eeeewig da gesessen, haben 1.000 Fotos gemacht, die zwar jetzt im Endeffekt alle gleich aussehen, aber man konnte halt einfach nicht genug kriegen. 
Weiter ging es dann nach Manly, also an den Strand. Wir haben uns da in ein schnuckeliges Straßencafé gesetzt, Surfer beobachtet und gequatscht. Als der Kaffee (und meine heiße Schokolade) leer waren, sind wir noch gemütlich durch die Fußgängerzone da gelaufen, Julia hat geshopped und ich hab zugesehn, weil so ein Wochenende in Sydney irgendwie doch ziemlich Geld schluckt...
Damit war unser gemeinsamer Tag auch leider schon zu Ende, weil ich ja dann zum Flughafen musste und Julia musste arbeiten. 
Allgemein muss ich zugeben, dass Sydney die schönste australische Stadt ist, die ich bisher gesehen habe und genau deshalb (und, weil ich Celina tschüss sagen will, die von Sydney aus bald heimfliegt) werde ich Ende Mai wieder dorthin zurückkommen. Wieder nur für vier Tage, aber ich freu mich schon mega und kann es eigentlich gar nicht abwarten, bis ich wieder in den Flieger steige.





Freitag, 4. Mai 2012

Sydney

Tag 3: Allein, allein ...

Am Montag war ich ja ganz und gar auf mich alleine gestellt. Am Anfang war es schon irgendwie komisch, so einsam und verlassen durch die Gegend zu wandern, aber dann ist mir aufgefallen, wie viele Touristen es eigentlich gibt, die alleine rumlaufen. Mit allerlei Karten ausgerüstet habe ich mich frühs also auf den Weg in die Stadt gemacht. Die war glücklicherweise nur zwei Haltestellen weiter. Dort angekommen war ich dann erstmal etwas verwirrt, als ich im Queen Victoria Building stand, einem riesengroßen Einkaufszentrum. Ich habe meinen Weg aber herausgefunden und stand dann auf der Straße vor einem großen Stadtplan, die freundlicherweise an jeder Ecke stehen und zeigen, wo man sich befindet. Ist ja schön und gut, aber in welche Richtung schau ich denn jetzt auf diesem Plan? Ich wollte ja unbedingt zum Darling Harbour, weil da das Meeresaquarium ist. Gut, dass da eine andere Familie auch hinwollte (ich habe sie hinter mir darüber reden hören, wo sie hinlaufen müssen) und so hab ich beschlossen denen einfach unauffällig zu folgen. So bin ich also in etwa zehn Metern Abstand hinter denen hergetrottet, bis ich das große "Darling Harbour"-Schild schon sehen konnte - und das Aquarium direkt daneben. Perfekt! Das Aquarium war wirklich super schön und sein Geld wert. Es gab viele bunte Meeresfische, eine Abteilung mit Riesenkrabben, eine mit Pinguinen, ich habe endlich mal einen Platypus gesehen und ich war im Unterwasser-Tunnel, von wo man die Rochen, Schildkröten und Haie beobachten konnte. Natürlich blieb ich auch in meinem Urlaub nicht von Kindern verschont und so hatte ich das Glück, dass zur gleichen Zeit noch zwei Grundschulklassen zu Besuch waren. Na prima ... ! Es gab ein Becken, in dem man Seesterne und sowas anfassen konnte, das war aber so von Kinderhänden belagert, dass ich lieber nicht näher als nötig rangegangen bin und habe versucht, der neugierigen und lauten Masse zu entfliehen. 


Trotzdem habe ich gar nicht gemerkt, wie die Zeit vergangen ist. Ich wollte doch nochmal zum Chinesischen Garten und um halb drei ging meine Stadtführung schon los. Ich bin dann ewig den Schildern nachgelaufen, die zum Chinesischen Garten führten, nur um dann festzustellen, dass der ganze Spaß Eintritt kostet und das war es mir dann doch nicht wert. Also habe ich von außen ein paar Fotos gemacht und bin dann auf einen Abstecher ins Hard Rock Cafe, das ganz in der Nähe war. Aber damit war mein Tag ja noch lange nicht vorbei. Eine Freundin hatte mir von der 'I'm free-Tour' erzählt. Das ist eine Stadtführung, die im Prinzip nichts kostet. Man gibt dem Gruppenführer nur am Ende Trinkgeld und ich glaube, so verdienen die sich ganz schön gutes Geld. Sollte ich in Oberlauringen für die vielen Rückert-Besucher auch mal anbieten! Ich hatte ja damit gerechnet, dass ich mir da so eins-zwei Stunden lang was über Sydney erzählen lasse und dann gemütlich den Sonnenuntergang auf der Harbour-Bridge genießen kann, aber nix war's! Ganze drei Stunden lang sind wir quer durch Sydney gelaufen, haben uns hier und da was über die Stadtgeschichte und alte Räuber- und Verbrechergeschichten angehört und es war zum Ende hin zwar sehr kalt, aber wirklich super interessant und es hat mir auch ein gutes Stück dabei geholfen, mich zu orientieren. Jetzt kann ich also wirklich sagen, ich habe die Innenstadt Sydneys komplett gesehen. Auf den Bildern bin ich jetzt natürlich nicht drauf, weil ich die ja diesmal alle selbst machen musste...



Donnerstag, 3. Mai 2012

Sydney

Tag 2: Everywhere you go, always take the weather with you!


Schon am Freitag, als ich die Wettervorhersage für Sydney angeschaut habe, war mir klar: Ich brauche dicke Klamotten, es wird kalt und nass. Der Samstag war ja dann noch einigermaßen schön, ich konnte sogar nur in Top rumlaufen, am Sonntag wusste ich aber schon nach dem Aufstehen, dass mich das deutsche Wetter irgendwie doch verfolgt. Wie sonst soll ich auch erklären, dass Queensland den nassesten Sommer seit Ewigkeiten hatte und es irgendwie auch sonst immer kalt ist und/oder regnet, wenn ich unterwegs bin (Cairns, Byron Bay, Noosa, Melbourne)? Die Tatsache, dass ich größtenteils mit Natalie und ihrer Mutter unterwegs war, die ja - wie schon erwähnt - aus Sibirien kommen, hat es nicht besser gemacht. Ich habe sogar mit meinen zwei Jacken noch gefroren... Wenn man in einer fremden Stadt ist will man aber ja auch was sehen, ich war also tapfer. Zuerst ging es mit Mark an's Opera House Kaffee trinken. Das Gebäude ist übrigens gar nicht so weiß, wie es von Weitem aussieht. Eher so ... naja Muschelfarben irgendwie. Angefasst hab ich es auch mal (Mark hat gesagt, das macht man als Touri so).
 Ein bisschen Kultur muss ja auch ab und zu mal sein, deshalb sind wir kurz ins 'Museum of Contemporary Art', so ähnlich wie die Gallery of Modern Art in Brisbane. Und ich muss zugeben, es war echt interessant. Bilder hab ich natürlich von fast jedem einzelnen Kunstwerk geschossen, quäle die Kunst-Hasser unter euch aber jetzt nicht damit. Danach ging es zurück durch "The Rocks", also das Stadtviertel, wo der Hafen liegt, zum Botanischen Garten. The Rocks ist übrigens der älteste Stadtteil Sydneys und heute ein Künstler- und Unterhaltungsviertel. Man kann da echt stundenlang sitzen und einfach nur den Straßenkünstlern zusehen, Musik hören oder Leute beobachten. Herrlich! 

Der Botanische Garten war aber auch super schön. Am besten fand ich persönlich ja die ganzen Papageien und anderen Vögel, die man da füttern kann. Ich habe auf's selber Füttern verzichtet, weil es mir irgendwie nicht so geheuer war 10 von diesen Tieren mit ihren dicken Schnäbeln auf mir sitzen zu haben (hat wohl was mit meinem 'Konny-Kondor'-Erlebniss als Dreijährige zu tun). Nett anzuschauen war die ganze Fütterei aber trotzdem. 

Mark musste danach weg, also bin ich eben mit den beiden Russinen zum Mittagessen gegangen und danach sind wir noch über einen schnuckeligen Markt spaziert. Tja, so bringt man seinen Tag auch rum. Es hat dann inzwischen schon gedämmert und Mark hat uns wieder abgeholt, um uns mit nach Manly zu nehmen. Das ist ein Strand in Sydney, der echt wunderschön ist. Vor Allem, wenn die Sonne untergeht könnte ich ja ewig am Wasser stehen und Bilder machen. Über den restlichen Tag gibt es nicht viel mehr zu berichten, wir waren abends daheim, haben Ferseh geschaut und ich glaube ich bin schon um neun Uhr oder so eingeschlafen.