Donnerstag, 31. Mai 2012
Syndey, Part II
Mittwoch, 30. Mai 2012
Sydney, Part II
Tag 1: Ende gut, alles gut
Abends habe ich meine Sachen bei Mark wieder abholen müssen, bin dann in den gleichen Zug gestiegen, in dem Julia schon saß und bin mit zu ihr nach Hause gekommen. Ihre Familie ist übrigens deutsch, was mal was ganz neues für mich war. Und es war mal wieder richtig schön, einen "deutschen" Haushalt zu sehen, in dem deutsche Bücher und Filme stehen und in dem Deutsch gesprochen wird. Leben würde ich trotz allem dort aber nicht wollen, so wirklich merkt man ja da gar nicht, dass man überhaupt in einem anderen Land ist.
Aber der Tag sollte noch laaaange nicht zu Ende sein. Wir haben uns fertig gemacht und sind in die Stadt gegangen, um uns mit ein paar Freunden von Julia zu treffen. Zum Vorglühen gab es erstmal ne Flasche Wein und dann ging es in zwei verschiedene Clubs, wo wir gefeiert haben, bis die Musik ausging. Da war es dann auch schon halb vier. Die Mädels wollten trotzdem noch nicht heim, weshalb es nochmal zum Aufwärmen in einen Mc Donald's ging. Danach hatten die Ladies immernoch nicht genug und wollten weitermachen, nur leider lassen die - genau wie in Brisbane - in Sydney nach einer gewissen Uhrzeit niemanden mehr in die Bars, wir standen also letztendlich auf der Straße und haben dann um vier Uhr den Bus zurück genommen. Es dauert natürlich dann noch ein bisschen, bis man angekommen ist und so war ich dann um viertel sechs totmüde (war ja bis dahin schon 24 Stunden lang wach) und endlich im Bett. Und so kann ich sagen: So kompliziert auch am Morgen noch alles war, at the end of the day - wie die Australier sagen würden - war doch alles super.
Freitag, 25. Mai 2012
Morgen heißt es wiedermal früh aufstehen für mich - seeehr früh. Um sechs Uhr fährt mich meine Gastmutter schon zum Zug, damit geht es dann zum Flughafen und dann - wie schon vor ein paar Wochen angekündigt - noch einmal nach Sydney. Die Stadt hat es mir echt angetan. Und außerdem wird Celina ab Montag da sein, von der ich mich unbedingt verabschieden will, bevor sie am Freitag nach Hause fliegt. Ihr hört dann am Dienstag wieder was von mir - dann gibt es auch (hoffentlich) wiedermal ein paar nette Bildchen dazu. Bis dahin wünsche ich euch ein schönes Wochenende, trinkt in Garscht ordentlich für mich mit! :-)
The girl next door
Erinnert ihr euch noch an Laura? Sie war auch Au Pair hier in der Gegend und ihr Kleiner ist in den gleichen Kindergarten gegangen wie Xavier. Laura ist ja inzwischen wieder in Deutschland und ihre Familie hat ein neues deutsches Au Pair. Die habe ich heute zum ersten Mal im Kindy getroffen und mich ein bisschen mit ihr unterhalten. Sie fragt mich dann so, wo ich herkomme und ich sage erstmal "Bayern" (weil vielen nichtmal Würzburg was sagt) und dann "aus der Nähe von Würzburg, falls du das kennst" und dann sagt sie doch tatsächlich, dass sie auch aus Bayern kommt! Da steigt natürlich jetzt die Spannung... Am Ende haben wir herausgefunden, dass sie aus Kleinwenkheim kommt. Was für ein Zufall! Ja, die Welt ist eben doch klein.
Mittwoch, 23. Mai 2012
Das Rätsel um den Baum
Wir haben hier leider keinen Gemüsegarten oder bauen Obst an (und ja, ich vermisse die Erdbeeren aus dem Garten jetzt schon!). Wir haben zwar ein paar Büsche und kleinere Bäumchen hier, aber nichts, womit man was anfangen könnte. Direkt vor der Terasse steht nur ein Baum, an dem die ganze Zeit lang schon kleine, grüne, runde Früchte hingen. Ich habe immer gedacht, es wären Limetten, Clancy hat aber gesagt, sie hätten mal eine probiert und die hat nicht gut geschmeckt. Craig war der Meinung, es seien Zitronen, weil sich die grünen Kugeln in letzter Zeit gelb verfärbt haben. Aber wie schon gesagt: die Früchte waren rund und sahen so mal gar nicht Zitronen-ähnlich aus. Gestern abend hatte Craig dann wieder zwei der Limetten/Zitronen mitgebracht und Clancy hat mir angeboten, ich könnte ja mal eine aufschneiden und sehen, was ich dazu meine. Gesagt, getan. Und ein bisschen stolz bin ich ja jetzt doch, dass ich das Rätsel gelöst habe, es sind nämlich -tatatata- Orangen! Das Fruchtfleisch ist orange, es riecht wie Orange und schmeckt wie Orange. Kein Zweifel. Da haben wir doch tatsächlich unseren eigenen Orangenbaum im Garten und keiner hat es gewusst. Schon zwei Jahre lang lebt meine Gastfamilie jetzt in diesem Haus und war immer der Meinung, der Baum wäre ein Limettenbaum mit unbrauchbaren Früchten. Natürlich habe ich heute gleich noch ein paar Orangen gepflückt. Das hört sich jetzt total öko an, aber ich liiiebe das Gärtnern. Ok, zugegeben, daheim gärtnert Mama und ich leere am Ende nur die Stöcke ab - ich ernte, was andere sähen sozusagen :-) -und für den Orangenbaum habe ich auch nichts gemacht, aber es ist doch ein super Gefühl, wenn man sein eigenes Obst und Gemüse einfach frisch aus dem Garten holen kann.
Dienstag, 22. Mai 2012
Bangen und Hoffen
Heute früh habe ich mich also auf den Weg gemacht, um - wie gestern schon angekündigt - mein Paket in die Post zu bringen. Stolze 8.5kg hat es am Ende auf die Waage gebracht und ich hatte es mir wirklich leichter vorgestellt, mit dem riesen Ding Bus zu fahren und es durch die Stadt zu tragen... Dank der Mithilfe eines netten Busfahrers habe ich es dann aber geschafft und konnte meine Habselingkeiten abgeben. Ich denke immernoch darüber nach, ob nicht doch etwas darin ist, das ich noch brauche. Meine heiligen und nagelneuen UGG-Boots habe ich lieber doch wieder raus und packe die dann in ein paar Wochen in meinen Koffer - man weiß ja nie! Versicherung gab es leider doch keine für das Paket (da hat die Tante mir gestern wohl Quatsch erzählt). Ich hätte es dann per Luftpost schicken müssen, was mich ca. 350 Dollar gekostet hätte, um es nachverfolgen zu können. Dabei waren die 104 Dollar, die ich heute zahlen musste, ja schon ein kleines Vermögen für mich. Jetzt bleibt mir nichts weiter übrig, als zu hoffen und zu beten, dass meine Sachen wirklich in Deutschland ankommen (bei Reiseberichten, in denen steht, dass 10% aller aus Australien versandten Päckchen nie ankamen, ist wohl wiedermal Daumendrücken angesagt). 60 bis 90 Tage lang muss ich die Spannung jetzt aushalten. Deshalb: BITTE BITTE lass es seinen Weg nach Deutschland finden!
Montag, 21. Mai 2012
So langsam aber sicher...
... wird's ernst. Ich war heute mal in der Post, weil ich mich erkundigen wollte, wie teuer es denn genau ist, ein größeres Paket nach Deutschland zu schicken und, wie lange es dauert, da sagt sie doch tatsächlich es dauert so ungefährt drei (!!!) Monate. Ich habe mit ein paar Wochen gerechnet, aber doch nicht mit Monaten. Über den Preis wollen wir erst gar nicht reden, ihr könnt euch bestimmt vorstellen, dass es nicht gerade ein Schnäppchen ist, kiloweise Gepäck von Australien um die ganze Welt zu schicken. Natürlich könnte ich auch das doppelte bezahlen, um alles mit dem Flugzeug zu verschicken, aber ich als armes Au Pair kann mir das leider nicht leisten. Also hab ich mir eben gleich die größte Box, die sie hatten, mitgenommen, damit meine Sachen morgen schon auf die große Reise gehen können - damit sie wenigstens Ende August ankommen...Ich hatte aber auch noch ein paar andere Sachen in der Stadt zu erledigen, weshalb ich nicht gleich nach Hause konnte. Wahnsinn, wie viele Leute mich angestarrt haben, nur weil ich eine große Kiste mit mir herumgeschleppt habe! Irgendwann war ich aber dann doch daheim und habe meinen restlichen Tag damit verbracht, Bücher, Souvenirs, Schuhe und Kleider einzupacken. Es ist wirklich eine große Entscheidung, von was man sich jetzt schon trennen kann und was man auch bis Ende des Sommers nicht mehr braucht. Aber alles kann ich ja auch nicht mit in meinen Koffer am Ende packen, da hab ich ja nur 20kg Freigepäck... Also musste ich mich schweren Herzens doch von einigen Kleidern und Röcken trennen, die ich zwar im Sommer in Deutschland mit Sicherheit gerne getragen hätte (ich ärgere mich jetzt schon, weil ich weiß, dass ich im Juli da stehe und denke 'genau das würde jetzt super passen - nur leider ist genau das dann noch irgendwo auf dem Meer unterwegs), aber die warmen Sachen brauche ich hier einfach noch, weshalb nur die Kleider und Röcke schon vor mir weg können. Ich bin dann extra noch zu den Nachbarn gelaufen, um mir ihre Waage auszuleihen, weil wir selber ja leider keine im Haus haben, aber ich musste unbedingt wissen, wie viel mein ganzes Zeug wiegt. 7,4 kg bringt es jetzt auf die Waage. Ich hab es mir schlimmer vorgestellt, ich hab ja schon so mit 15kg gerechnet, bin aber froh, dass es noch so 'glimpflich' ausgegangen ist.
Jetzt sieht mein Zimmer irgendwie ganz schön leer aus. Meine geliebten Bücher sind weg und meine Komode, die vorhin noch mit Bildern und Postkarten geschmückt war, ist jetzt wieder einfach weiß. Irgendwie kommt mir das alles noch zu früh vor, ich ziehe doch erst in vier Wochen aus, aber wenn ich mein Zeug dann erst losschicke, kann ich mein Päckchen wahrscheinlich unter dem Weihnachtsbaum auspacken.
Jetzt sieht mein Zimmer irgendwie ganz schön leer aus. Meine geliebten Bücher sind weg und meine Komode, die vorhin noch mit Bildern und Postkarten geschmückt war, ist jetzt wieder einfach weiß. Irgendwie kommt mir das alles noch zu früh vor, ich ziehe doch erst in vier Wochen aus, aber wenn ich mein Zeug dann erst losschicke, kann ich mein Päckchen wahrscheinlich unter dem Weihnachtsbaum auspacken.
Sonntag, 20. Mai 2012
I wanna sleep under a different piece of sky!
Nachdem ich jetzt erstmal ein paar Monate unter dem "Southern Cross" geschlafen habe (das ist das Sternbild, das auch auf der australischen Flagge abgebildet ist), freue ich mich doch auch darauf, wiedermal ein paar Nächte in der Heimat zu verbringen. Aber trotzdem plane ich schon wieder den nächsten Auslandsaufenthalt. Es ist einfach sooooo schön, das Leben in anderen Ländern kennenzulernen. Wenn man nur mal kurz als Tourist dorthin reist, sieht man solche Seiten einfach gar nicht. Sollte ich - und ich bin mir inzwischen eigentlich sicher, dass ich das machen werde - 'Modern China' studieren, wird das nächste wohl ein Auslandssemester in Peking werden und danach will ich unbedingt nach Kanada. Ich muss jetzt ja zugeben, dass ich eigentlich sogar Kanada Australien vorgezogen hätte, es ist aber leider nicht so einfach ein Jahr dort zu verbringen (es werden nur einige wenige Working-Holiday-Visa vergeben, es gibt kein Au Pair-Programm usw.). Kurz nach dem Abi hätte ich mich niemals getraut monatelang als Backpacker durch ein Land zu reisen, weshalb ich auch unbedingt Au Pair werden wollte, was gut war, um sich zurechtzufinden. Jetzt, fast ein Jahr später - und ein Jahr reifer :) - denke ich doch ein bisschen anders darüber. Man bekommt in Australien einfach so viel von dieser Backpacker-Kultur mit, dass man selber richtig Lust bekommt, das länger zu machen. Und so ist in meinem Kopf schon alles geplant: Es soll in New York losgehen, dann hoch nach Québec, unter anderem um eeeendlich Matthieu in Chicoutimi wiedermal zu sehen und sich da ein bisschen auf die große Reise vorzubereiten, dann weiter über Montréal und Ottawa nach Ontario, wo ja auch Mar herkommt, eine Kanadierin die ich hier kennengelernt habe. Weiter soll es dann durch Manitoba und Saskatchewan nach Alberta gehen und am Ende sollen es noch ein paar Wochen in Vancouver, also British Columbia werden. Oder um es kurz zu sagen: Ich will einmal von Ost nach West durch ganz Kanada reisen. Wenn man schonmal in dem Eck ist, wäre es ja auch super, sich gleich die Westküste der USA mit anzuschauen, aber vielleicht ist das doch etwas zu viel Träumerei auf einmal. Ich hab im Internet sogar schonmal nach ein paar Jobs gesucht. Arbeit auf einer Ranch fände ich wohl super, da ich das Outback sowieso immer wahnsinnig spannend finde. Schade, dass ich hier in Australien nicht sooo viel davon sehen konnte... Wann und mit wem ich das ganze machen will, ist noch nicht sicher. Ob ich das ganz alleine machen will, weiß ich nicht. Man lernt zwar immer andere Backpacker kennen, aber mit jemandem, den man schon länger kennt, macht es denke ich noch 1.000 Mal mehr Spaß. Und der richtige Zeitpunkt steht natürlich auch noch in den Sternen. Nach dem Bachelor? Aber woher soll ich da das ganze Geld nehmen? Oder nach der Uni? Aber da sollte ich ja eigentlich auch endlich mal anfangen zu arbeiten... Aber egal, wann und mit wem das ganze stattfinden soll, der Plan ist auf jeden Fall da und kann auch noch ein paar Jährchen warten, bis er endlich umgesetzt wird, immerhin stecke ich ja gerade noch mittendrin in meinem Abenteuer Australien, das bald zu einem Abenteuer Neuseeland und Abenteuer Singapur werden wird.
Freitag, 18. Mai 2012
The 8 Mile
In Australien gibt es nirgendwo typische 'Ghettos' und Nobelviertel, sondern es ist alles gut gemischt. Klar, es gibt schon ein paar Stadtteile, in denen so gut wie nur Villen stehen, weil einfach die Grundstückspreise dort teurer sind (vor allem in den Stadtvierteln, die nahe an der Stadt liegen, bzw. die, die so weit draußen liegen, dass man direkt vor seiner Haustüre den Wald hat). Allgemein sind die Grundstückspreise aber so gut wie überall erschwinglich und so bemüht sich die australische Regierung darum, alle sozialen Schichten gut durchzumischen, damit eben keine Problemviertel entstehen. Die Idee finde ich an sich nicht schlecht und ich denke es funktioniert auch ganz gut, denn es gibt wirklich nirgendwo Viertel, die man meiden soll.
Jetzt ist es aber natürlich auch so, dass man dann öfters mit Armut und sozialen Problemen konfrontiert wird. Mir hat ein Freund, der in Moorooka aufgewachsen ist, zum Beispiel gezeigt, dass direkt am Spielplatz, neben einem der teuersten Häuser hier ein Dealer wohnt und auch sonst sieht man des öfteren im Park Kinder, die auf sich alleine gestellt sind. Und ich muss sagen, mir tun die echt leid, deswegen mache ich es nicht so wie die meisten Mütter hier und ignoriere die "Straßenkinder" einfach, sondern meistens fange ich an mit denen zu reden, letztens haben wir den Snack für die Jungs sogar mit zwei anderen geteilt. Die waren natürlich super dankbar und eigentlich sind die auch echt alle immer nett und freuen sich, wenn sich jemand mit ihnen beschäftigt. Jetzt ist da aber ein Junge, der mich extrem an den Film "8 Mile" erinnert. Der sitzt einfach immer dort irgendwo herum, ohne Schuhe, mit viel zu großer Lederjacke, "Rattenschwanz" (ihr wisst schon: dieses kleine, Zöpfchen am Hinterkopf, das manche Buben haben) und ab und zu mit Hund. Ach ja: Und er hat wohl irgendwo ein iPhone aufgegabelt. Ich muss dazu sagen, so gut wie jeder hat hier ein iPhone und seines sieht auch schon extrem heruntergekommen aus. Damit spielt er dann meistens alten Hip-Hop wie 50Cents "In da club" - das gibt dem ganzen '8-Mile'-Eindruck natürlich auch noch den richtigen Soundtrack. Das erste mal, als wir den getroffen haben hat er mir auch noch wahnsinnig leid getan, er hat uns ganz begeistert gezeigt, dass er auf alle Bäume im Park klettern kann und jeden Stock und Stein im Park auswendig kennt. Das Problem bei dem ganzen ist jetzt nur: der hört nicht mehr auf zu reden! Er erzählt, dass er sich mit seiner Mutter nicht gut versteht, sein Onkel den ganzen Tag lang daheim ist und Bier trinkt, wenn er nicht schläft und sein Lieblingsthema ist die alte Musik auf seinem Handy... Ich bin nur einfach zu gutmütig, als dass ich ihn einfach ignorieren könnte. Und so fühle ich mich dann mindestens einmal in der Woche wie "im falschen Film" - nämlich wie in Marshall Mathers '8 Mile'.
Jetzt ist es aber natürlich auch so, dass man dann öfters mit Armut und sozialen Problemen konfrontiert wird. Mir hat ein Freund, der in Moorooka aufgewachsen ist, zum Beispiel gezeigt, dass direkt am Spielplatz, neben einem der teuersten Häuser hier ein Dealer wohnt und auch sonst sieht man des öfteren im Park Kinder, die auf sich alleine gestellt sind. Und ich muss sagen, mir tun die echt leid, deswegen mache ich es nicht so wie die meisten Mütter hier und ignoriere die "Straßenkinder" einfach, sondern meistens fange ich an mit denen zu reden, letztens haben wir den Snack für die Jungs sogar mit zwei anderen geteilt. Die waren natürlich super dankbar und eigentlich sind die auch echt alle immer nett und freuen sich, wenn sich jemand mit ihnen beschäftigt. Jetzt ist da aber ein Junge, der mich extrem an den Film "8 Mile" erinnert. Der sitzt einfach immer dort irgendwo herum, ohne Schuhe, mit viel zu großer Lederjacke, "Rattenschwanz" (ihr wisst schon: dieses kleine, Zöpfchen am Hinterkopf, das manche Buben haben) und ab und zu mit Hund. Ach ja: Und er hat wohl irgendwo ein iPhone aufgegabelt. Ich muss dazu sagen, so gut wie jeder hat hier ein iPhone und seines sieht auch schon extrem heruntergekommen aus. Damit spielt er dann meistens alten Hip-Hop wie 50Cents "In da club" - das gibt dem ganzen '8-Mile'-Eindruck natürlich auch noch den richtigen Soundtrack. Das erste mal, als wir den getroffen haben hat er mir auch noch wahnsinnig leid getan, er hat uns ganz begeistert gezeigt, dass er auf alle Bäume im Park klettern kann und jeden Stock und Stein im Park auswendig kennt. Das Problem bei dem ganzen ist jetzt nur: der hört nicht mehr auf zu reden! Er erzählt, dass er sich mit seiner Mutter nicht gut versteht, sein Onkel den ganzen Tag lang daheim ist und Bier trinkt, wenn er nicht schläft und sein Lieblingsthema ist die alte Musik auf seinem Handy... Ich bin nur einfach zu gutmütig, als dass ich ihn einfach ignorieren könnte. Und so fühle ich mich dann mindestens einmal in der Woche wie "im falschen Film" - nämlich wie in Marshall Mathers '8 Mile'.
Mittwoch, 16. Mai 2012
Another turning point a fork stuck in the road;
Time grabs you by the wrist directs you where to go;
So make the best of this test and don't ask why;
It's not a question but a lesson learned in time;
It's something unpredictable but in the end it's right I hope you've had the time of your life; So take the photographs and still frames in your mind; hang it on a shelf in good health and good time; tattoos and memories and dead skin on trial; For what it's worth it was worth all the while; It's something unpredictable but in the end it's right I hope you've had the time of your life
(Greenday-Time of your Life)
Mehr Zeit bleibt mir leider nicht mehr, dann ist mein Abenteuer Australien auch schon wieder vorbei... Eigentlich sind es nur noch 40 Tage, weil ich ja auch noch nach Neuseeland gehe, bevor es Richtung Singapur geht. So sehr ich mich auch auf daheim freue, ich bin doch auch traurig, dass das ganze so schnell vorbei ging, die 200 Tage bisher sind ja wirklich rasend schnell verflogen. Kaum zu glauben, dass ich dann erst mal nicht mehr nur eine Stunde Autofahrt von wunderschönen Stränden entfernt wohne, dass ich dann nicht mehr im Winter mit Flip-Flops rumlaufen kann und dass ich mir dann auch wirklich mal Gedanken um die Zukunft machen sollte. Bis dahin werd ich die letzten Tage aber noch voll auskosten, ich habe ja immerhin noch einiges vor: Sydney, Whale Watching und Fraser Island, bevor es nach Auckland geht. Die letzte Zeit mit den Jungs und meiner Gastfamilie werd ich auch noch genießen, so sehr die mich auch manchmal an meine Grenzen bringen, ich werde sie vermissen. Immerhin haben wir ein halbes Jahr lang zusammen gelebt und dann sollen wir uns wahrscheinlich jahrelang nicht mehr sehen? Seltsam...
Dienstag, 15. Mai 2012
Welcome to Moorooka
Nachdem ich jetzt schon seit Januar hier lebe, habe ich heute beschlossen, dass es mal Zeit ist, die Nachbarschaft ein wenig genauer zu betrachten. Ich bin dann also mit meiner Kamera losmarschiert, um mal alles für euch festzuhalten. Wir leben hier in Moorooka, also im Süden Brisbanes. Eigentlich ist der Vorort für seine afrikanische Bevölkerung bekannt, jedoch leben wir ganz am Rand, wo davon nichts zu sehen ist. Bei uns gibt es hauptsächlich schöne Queenslander-Häuser, Bäume und Parks. Achja, und den kleinen überteuerten Laden unten an der Straßenecke, direkt neben dem Metzger, wo einem eine dieser kitschigen Asia-Katzen entgegenwinkt, wenn man hereinkommt. Ich persönlich finde es ganz nett hier, es ist okay. Aber ewig würde ich hier nicht leben wollen. Liegt vielleicht auch ein bisschen daran, dass hier nicht überall Papageien herumfliegen, wie das in "The Gap", wo ich ganz am Anfang gelebt habe, der Fall war, oder weil es einfach kein Frühling mehr ist und nicht mehr alles blüht... Wie auch immer-wenn jeden Tag die Sonne scheint und Palmen direkt vor der Haustüre stehen, findet man doch eigentlich jede Nachbarschaft hübsch.
Montag, 14. Mai 2012
Skydive Rainbow Beach
" It was fucking awesome!" (So haben wir uns übrigens auch auf der Wand im Skydive-Shop verewigt :)
Den Abend haben wir dann am Strand verbracht (wenn man schon direkt am Meer zeltet sollte man das ausnutzen), der Kofferraum lies sich inzwischen wie durch ein Wunder wieder öffnen, sodass wir sogar was zu essen hatten. Celina und ihr Freund haben leider unseren Campingplatz nicht gefunden und so war ich schon um elf im Bett, weil nichts mehr los war. Vor der Rückfahrt sind Michael und ich dann aber noch auf eine riesige Sanddüne gewandert, von wo aus man einen klasse Ausblick hatte. Mit dem ganzen Sand hab ich mich ehrlich gesagt gefühlt, wie in Ägypten in der Wüste, aber das ist ja nichts schlechtes.
Schade, dass das Wochenende so schnell vorbei war. Ich hab echt gemerkt, wie gerne ich eigentlich in solch einer Kleinstadt leben würde. Brisbane ist zwar schön, aber doch einfach eine Stadt, während in den kleinen Orten - vor allem am Strand - die Menschen soooo locker sind, dass man sich kaum vorstellen kann, dass die auch mal arbeiten müssen. So ein Leben müsste man haben! Jeden Tag am Strand, braun gebrannt und fernab vom Großstadtgetummel!
Freitag, 11. Mai 2012
... where the skies are so blue.
Eigentlich war es ja ein bisschen blöd von mir, die Winter überspringen zu wollen... das ist mir aber jetzt erst aufgefallen. Die "kalte Jahreszeit" hier ist nämlich auf gar keinen Fall eine, die man meiden müsste. Eigentlich ist es im Moment fast schöner, als im Sommer. Klar, es ist nicht mehr so heiß, aber dafür regnet es nicht mehr so viel und es ist nicht mehr so schwül. Aber egal, der Sommer in Deutschland wird bestimmt auch schön (oder zumindest hoffe ich das, sicher sein kann man sich da ja nie...).
Donnerstag, 10. Mai 2012
ERV - ERV - ERV
Übrigens war das Paket so lange verschollen, weil der australische Zoll es aufgemacht hat. Die Australier nehmen es nämlich sehr genau damit, was importiert werden darf und was nicht. Möglicherweise holt man sich ja irgendeine Seuche ins Land... Es lag also ein Zettel darin -das ist der, den ihr da rechts seht -, auf dem es im Großen und Ganzen nur hieß: Das Päckchen hat bei der Kontrolle Alarm geschlagen, also haben sie es aufgemacht, nix falsches gefunden und wieder zugeklebt. Na dann!
Mittwoch, 9. Mai 2012
Herzlichen Glückwunsch
den stolzen Eltern!
den stolzen Eltern!
"May your wishes all come true
May you always do for others
And let others do for you
May you build a ladder to the stars
And climb on every rung
May you stay forever young!
May you grow up to be righteous
May you grow up to be true
May you always know the truth
And see the lights surrounding you
May you always be courageous
Stand upright and be strong
May you stay forever young!"
May you always do for others
And let others do for you
May you build a ladder to the stars
And climb on every rung
May you stay forever young!
May you grow up to be righteous
May you grow up to be true
May you always know the truth
And see the lights surrounding you
May you always be courageous
Stand upright and be strong
May you stay forever young!"
Schön, dass du endlich da bist, Lino! :)
Dienstag, 8. Mai 2012
By the way ...
Ich glaube, es sind alle ein bisschen verwirrt, wann ich denn jetzt genau zurückkomme. Ist wohl meine Schuld, weil ich nämlich nichts neues mehr dazu gesagt habe. Jetzt also nochmal für alle: Ich lande am 13.Juli 2012 um 20:40Uhr in Frankfurt am Main. Eigentlich wollte ich ja schon eine Woche früher zurückkommen, weil ich schon kurz nach Neuseeland aus meiner Familie raus muss - da das neue Au Pair dann in meinem Reich wohnt - und weil ich ja eigentlich unbedingt zur Hochzeit da sein wollte. Ich war mir sicher, dass das geht, hab das schon allen erzählt (ihr erinnert euch an den Post?) und dann aber vom Reisebüro die Rückmeldung bekommen, dass auf dem Flug am 04.Juni nach Singapur zwar noch was frei ist in meiner Buchungsklasse, jedoch im Flieger von Singapur nach Deutschland nicht. Da sind zwar klar noch Plätze frei, nur eben nicht in meiner Buchungsklasse und ein Upgrade würde mich so um die 250€ kosten. Und deshalb habe ich dann beschlossen, doch erst eine Woche später heimzukommen. Jetzt bleibt natürlich noch das Problem wo schlafe ich so lange? Das habe ich jetzt so geregelt: Ich kann nach Neuseeland so für ungefähr eine Woche bei Dan, einem Freund unterkommen. Danach fliege ich schonmal nach Singapur, mache da ein langes "Stop-Over-Holiday", bleibe also eine Woche dort, schaue mir die Stadt ein bisschen an (wenn man schonmal in der Ecke ist) und mache mich dann von Asien aus auf denWeg in die Heimat. Jetzt ist es also offiziell und ich hoffe, ich mit diesem Post ein bisschen Licht ins Dunkel bringen.
Montag, 7. Mai 2012
Busy Bee
Mein Freizeitstress ist im Moment viiiiel größer als mein Arbeitsstress... (was keine Beschwerde sein soll, auch, wenn es sich so anhört). Könnte daran liegen, dass mein Arbeitsalltag immer gleich aussieht, der also sowieso nicht so weltbewegend ist, aber ich bin auch wirklich für die nächsten sechs Wochenenden komplett ausgebucht. Irgendwie wurde einfach die Zeit, bis ich nach Neuseeland gehe ein bisschen knapp und so hab ich versucht, noch alles mögliche reinzuquetschen. So geht es dann nächstes Wochenende zum Skydiven, das Wochenende darauf (hoffentlich) zum Babysitten bei Freunden, damit ich mir noch ein bisschen was für Sydney - was gleich das Wochenende darauf folgt - dazuverdienen kann. Danach geht es zum Wale-Beobachten mit Jenny und eigentlich wollten wir auch nochmal nach Stradbroke Island, ein Wochenende verbringe ich auf Fraser Island und dann geht die große Reise nach Auckland schon los. Anyway, was ich eigentlich sagen wollte, ist: Ich hab dieses Wochenende schon viiiiel erlebt.
Los ging es am Freitag Abend mit Theater. Romeo and Juliet war angesagt. Ich hatte ja erst n bisschen Angst, dass ich Shakespeare's Englisch nicht verstehe, es war aber einfacher als gedacht und die Zeit ist nur so verflogen. Am Samstag dann war ich erst bei "Buddah's Birthday". Das war leider keine richtige Geburtstagsfete, aber bei South Bank hatten sie ganz viele chinesische Lampions aufgehängt, es gab eine große Zeremonie mit riesigen, goldenen Budda-Statuen, es waren viele Mönche unterwegs und es gab einen chinesischen Markt, auf dem man allerlei Glücks-Souveniers kaufen konnte. Achso, "Fressbuden", wie wir sie nennen würden, gab es natürlich auch genug. Alles Asiatisch. Wobei, ein kleiner kultureller Ausrutscher war dabei, es gab nämlich ungarische Lángos... Aber nix Deutsches diesmal. Normalerweise findet man Bratwurst mit Sauerkraut und Senf auf einem Brötchen ja an jeder Ecke, aber anscheinend hat man beschlossen, dass das auf Buddah's Geburtstag nichts zu suchen hat.
Das war aber noch nicht alles, was ich an asiatischer Kultur an diesem Tag abbekommen habe. Abends hatten wir Karten für die Salsa-Meisterschaften (zwei unserer Lehrer haben da mitgetanzt, die muss man ja anfeuern!) und haben uns davor zum Essen getroffen - in Chinatown. Wir haben uns für ein japanisches Grillrestaurant entschieden und ich muss sagen, das war wiedermal ein Erlebnis der etwas anderen Art. Wenn man das Restaurant betritt, schreit die Kellnerin von ganz hinten schon irgendwas auf japanisch, was 'Hallo' bedeutet. Dann stimmen die anderen Kellner auch mit ein, sodass der ganze Laden weiß, dass du da bist. Sitzt du dann an deinem Platz (der ist übrigens wie wohl in jedem anderen Grill-Restaurant auch: ein großer Tisch, der in der Mitte einen Grill hat), bekommst du das Menü, auf dem nur rohes Fleisch abgebildet ist. Davon haben wir uns dann ein bisschen was ausgesucht, wie Hähnchen, Beef und ähnliches. Michael meinte dann, dass wir auch noch was "verrücktes" ausprobieren müssen. Da wurden dann zum einen Innereien angeboten - iiiihhh!! - und zum anderen Rinderzunge. Die war eindeutig das kleinere Übel und weil ich mich ja strickt an den Deal mit meiner Tante halte (ich muss alles zumindest mal probieren), ist so ein gegrilltes Stück davon auch auf meinem Teller gelandet. Und haltet mich jetzt für verrückt, aber es war echt nicht schlecht. Gut, es war komplett durchgebraten und hat so extrem an Bacon erinnert aber eklig war es auf keinen Fall. Ist halt doch auch nur Fleisch, wie alles andere auch. Man darf nur nicht so drüber nachdenken... Also habe ich wieder einen Punkt mehr auf meiner 'Deal-Liste'. Achso: Ich habe übrigens alles mit Essstäbchen gegessen, das kann ich jetzt nämlich auch schon. Jaja, was man in Australien nicht alles lernt!
Bei den Salsa-Meisterschaften - dem eigentlichen Highlight des Abends - hat unser Lehrer übrigens den 1. Platz geholt. Ob das jetzt nur daran lag, dass die Leiterin des Tanzstudios in der Jury saß, oder ob es allein an seinen Künsten lag, wissen wir nicht, aber immerhin können wir jetzt behaupten, vom Queensland-Meister im Salsa unterrichtet worden zu sein.
Der Sonntag war leider wenig spektakulär, da ich auf die Jungs aufpassen musste, weil Clancy und Craig mit Freunden in einen Pub gegangen sind. (Craig wurde letzte Woche nämlich 34)
Dafür war heute - Feiertag: Labour Day - wieder besser. Bei strahlend blauem Himmel und angenehmen 25°C haben Michael und ich eine Motorrad-Tour gemacht. Durch's Hinterland ging es über kurvige Straßen, bergauf, bergab, vorbei an schönen Aussichtsplattformen bis in eine Kleinstadt, wo wir zu Mittag gegessen haben und dann den ganzen Weg wieder zurück - mit Stops, um die Winter(!!)-Sonne ausgiebig zu genießen natürlich. So lässt sich's leben!
Sonntag, 6. Mai 2012
Sydney
Tag 4: To be continued...
Bevor es am Dienstag schon wieder Richtung Brisbane ging, habe ich mich noch mit Julia getroffen. Julia ist auch Deutsche und als Au Pair im Moment in Sydney. Wir haben vor ein paar Wochen mal geskyped, weil sie sich für meinen Job in meiner Gastfamilie beworben hatte. Eigentlich hatten wir gar nicht geplant, uns zu treffen, aber wie es der Zufall so will, habe ich am Samstag eine SMS von ihr bekommen in der stand 'Bin auf dem Weg in die Stadt, wo soll ich hinkommen?' Ich war erstmal total perplex, habe ihr dann aber geantwortet und es hat sich schließlich herausgestellt, dass die SMS an eine andere Katharina gedacht war. Trotzdem haben wir dann ausgemacht, dass wir uns eben am Dienstag treffen wollten. Schon die Zugfahrt zu ihr war ein kleines Abenteuer, denn es gibt zwei 'North Shore'-Linien. Die eine fährt aber nicht über die ganzen kleinen Vororte, in die ich musste. Natürlich habe ich die falsche Bahn erwischt und habe es auch erst gemerkt, als ich nicht mehr umsteigen konnte. Also wieder raus aus dem Zug, zurückfahren, umsteigen und weiterfahren. Hat am Ende alles geklappt und mit so ca. einer halben Stunde Verspätung habe ich es dann auch zu ihr geschafft. Sie hatte das Auto ihrer Gastfamilie und so konnten wir nochmal nach Manly fahren - diesmal bei Tag und wunderschönem Wetter. Ich hab mich echt gefreut, dass sie sich bereiterklärt hat, mit mir ein bisschen Zeit zu verbringen. Wir sind dann erst zu einer Aussichtsplattform gefahren, von wo man wirklich eine atemberaubende Aussicht auf Sydney, den Hafen und das Meer hatte. Wir waren eeeewig da gesessen, haben 1.000 Fotos gemacht, die zwar jetzt im Endeffekt alle gleich aussehen, aber man konnte halt einfach nicht genug kriegen.
Weiter ging es dann nach Manly, also an den Strand. Wir haben uns da in ein schnuckeliges Straßencafé gesetzt, Surfer beobachtet und gequatscht. Als der Kaffee (und meine heiße Schokolade) leer waren, sind wir noch gemütlich durch die Fußgängerzone da gelaufen, Julia hat geshopped und ich hab zugesehn, weil so ein Wochenende in Sydney irgendwie doch ziemlich Geld schluckt...
Damit war unser gemeinsamer Tag auch leider schon zu Ende, weil ich ja dann zum Flughafen musste und Julia musste arbeiten.
Allgemein muss ich zugeben, dass Sydney die schönste australische Stadt ist, die ich bisher gesehen habe und genau deshalb (und, weil ich Celina tschüss sagen will, die von Sydney aus bald heimfliegt) werde ich Ende Mai wieder dorthin zurückkommen. Wieder nur für vier Tage, aber ich freu mich schon mega und kann es eigentlich gar nicht abwarten, bis ich wieder in den Flieger steige.
Freitag, 4. Mai 2012
Sydney
Tag 3: Allein, allein ...
Am Montag war ich ja ganz und gar auf mich alleine gestellt. Am Anfang war es schon irgendwie komisch, so einsam und verlassen durch die Gegend zu wandern, aber dann ist mir aufgefallen, wie viele Touristen es eigentlich gibt, die alleine rumlaufen. Mit allerlei Karten ausgerüstet habe ich mich frühs also auf den Weg in die Stadt gemacht. Die war glücklicherweise nur zwei Haltestellen weiter. Dort angekommen war ich dann erstmal etwas verwirrt, als ich im Queen Victoria Building stand, einem riesengroßen Einkaufszentrum. Ich habe meinen Weg aber herausgefunden und stand dann auf der Straße vor einem großen Stadtplan, die freundlicherweise an jeder Ecke stehen und zeigen, wo man sich befindet. Ist ja schön und gut, aber in welche Richtung schau ich denn jetzt auf diesem Plan? Ich wollte ja unbedingt zum Darling Harbour, weil da das Meeresaquarium ist. Gut, dass da eine andere Familie auch hinwollte (ich habe sie hinter mir darüber reden hören, wo sie hinlaufen müssen) und so hab ich beschlossen denen einfach unauffällig zu folgen. So bin ich also in etwa zehn Metern Abstand hinter denen hergetrottet, bis ich das große "Darling Harbour"-Schild schon sehen konnte - und das Aquarium direkt daneben. Perfekt! Das Aquarium war wirklich super schön und sein Geld wert. Es gab viele bunte Meeresfische, eine Abteilung mit Riesenkrabben, eine mit Pinguinen, ich habe endlich mal einen Platypus gesehen und ich war im Unterwasser-Tunnel, von wo man die Rochen, Schildkröten und Haie beobachten konnte. Natürlich blieb ich auch in meinem Urlaub nicht von Kindern verschont und so hatte ich das Glück, dass zur gleichen Zeit noch zwei Grundschulklassen zu Besuch waren. Na prima ... ! Es gab ein Becken, in dem man Seesterne und sowas anfassen konnte, das war aber so von Kinderhänden belagert, dass ich lieber nicht näher als nötig rangegangen bin und habe versucht, der neugierigen und lauten Masse zu entfliehen.
Donnerstag, 3. Mai 2012
Sydney
Tag 2: Everywhere you go, always take the weather with you!
Schon am Freitag, als ich die Wettervorhersage für Sydney angeschaut habe, war mir klar: Ich brauche dicke Klamotten, es wird kalt und nass. Der Samstag war ja dann noch einigermaßen schön, ich konnte sogar nur in Top rumlaufen, am Sonntag wusste ich aber schon nach dem Aufstehen, dass mich das deutsche Wetter irgendwie doch verfolgt. Wie sonst soll ich auch erklären, dass Queensland den nassesten Sommer seit Ewigkeiten hatte und es irgendwie auch sonst immer kalt ist und/oder regnet, wenn ich unterwegs bin (Cairns, Byron Bay, Noosa, Melbourne)? Die Tatsache, dass ich größtenteils mit Natalie und ihrer Mutter unterwegs war, die ja - wie schon erwähnt - aus Sibirien kommen, hat es nicht besser gemacht. Ich habe sogar mit meinen zwei Jacken noch gefroren... Wenn man in einer fremden Stadt ist will man aber ja auch was sehen, ich war also tapfer. Zuerst ging es mit Mark an's Opera House Kaffee trinken. Das Gebäude ist übrigens gar nicht so weiß, wie es von Weitem aussieht. Eher so ... naja Muschelfarben irgendwie. Angefasst hab ich es auch mal (Mark hat gesagt, das macht man als Touri so).
Ein bisschen Kultur muss ja auch ab und zu mal sein, deshalb sind wir kurz ins 'Museum of Contemporary Art', so ähnlich wie die Gallery of Modern Art in Brisbane. Und ich muss zugeben, es war echt interessant. Bilder hab ich natürlich von fast jedem einzelnen Kunstwerk geschossen, quäle die Kunst-Hasser unter euch aber jetzt nicht damit. Danach ging es zurück durch "The Rocks", also das Stadtviertel, wo der Hafen liegt, zum Botanischen Garten. The Rocks ist übrigens der älteste Stadtteil Sydneys und heute ein Künstler- und Unterhaltungsviertel. Man kann da echt stundenlang sitzen und einfach nur den Straßenkünstlern zusehen, Musik hören oder Leute beobachten. Herrlich!
Der Botanische Garten war aber auch super schön. Am besten fand ich persönlich ja die ganzen Papageien und anderen Vögel, die man da füttern kann. Ich habe auf's selber Füttern verzichtet, weil es mir irgendwie nicht so geheuer war 10 von diesen Tieren mit ihren dicken Schnäbeln auf mir sitzen zu haben (hat wohl was mit meinem 'Konny-Kondor'-Erlebniss als Dreijährige zu tun). Nett anzuschauen war die ganze Fütterei aber trotzdem.
Mark musste danach weg, also bin ich eben mit den beiden Russinen zum Mittagessen gegangen und danach sind wir noch über einen schnuckeligen Markt spaziert. Tja, so bringt man seinen Tag auch rum. Es hat dann inzwischen schon gedämmert und Mark hat uns wieder abgeholt, um uns mit nach Manly zu nehmen. Das ist ein Strand in Sydney, der echt wunderschön ist. Vor Allem, wenn die Sonne untergeht könnte ich ja ewig am Wasser stehen und Bilder machen. Über den restlichen Tag gibt es nicht viel mehr zu berichten, wir waren abends daheim, haben Ferseh geschaut und ich glaube ich bin schon um neun Uhr oder so eingeschlafen.
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