Am Sonntag habe ich beim Abendessen
zufällig einen – wie könnte es anders sein – Deutschen
kennengelert. Nach ein bisschen Gequatsche haben wir dann gemerkt,
dass wir am Montag beide auf Rangitoto Island, eine der Vulkaninseln vor der Küste
Aucklands gehen wollten. Warum also nicht zusammen gehen?
Mit der Fähre schepperten wir eine
halbe Stunde lang über's Meer, bis wir auf der Insel ankamen. Diese
Insel war jetzt keine normale Insel, sondern ein Vulkan, der aus dem
Wasser ragt. Blöd, dass Regen angesagt war, aber zum Zeitpunkt
unserer Ankunft war noch alles trocken. Dann also mal auf zum
Aussichtspunkt, der natürlich gaaaaanz oben auf diesem Vulkan lag.
Es wäre jetzt nicht so schlimm gewesen, da hochzusteigen, die Natur
auf so einem Vulkan ist nämlich total schön: Lavafelder und
ansonsten super grün. Nur blöd, dass ich nicht so viel Zeit hatte,
Fotos zu schießen, denn Patrick war – wie sich herausstellte –
Sportstudent und „sehr engagiert in seinem Kletterverein“. Aus
meinem gemütlichen Spaziergang wurde also nichts, ich hatte ja zu
tun, ihm hinterherzuhechten. Ich hab es aber am Ende auch auf den
Gipfel geschafft und da musste es dann natürlich auch anfangen zu
regnen, damit die Aussicht gleich mal versaut war... Wobei man schon
erahnen konnte, dass es bei schönem Wetter ganz hübsch ist dort
oben. Beim Abstieg wurde noch ein Abstecher in die Lavahöhlen
gemacht. Die haben mich dann auch nochmal ziemlich beeindruckt. Ich
hatte zwar Schiss, die könnten jeden Moment einstürzen, aber
Warnschilder gab es auch keine, die sagten, man dürfe da nicht
reinklettern. So wurde also eine Höhle nach der anderen erforscht. Wir hatten kaum die „Hauptstraße“ erreicht, um
zurück zur Fähre zu laufen, da fing es auch schon an so richtig zu regnen. Es hat gegossen bis zum Geht-nicht-mehr.
Alle Sachen in meinem Rucksack waren am Ende komplett durchweicht,
obwohl der eigentlich wasserdicht sein soll und der Weg wollte und
wollte kein Ende nehmen. Eineinhalb Stunden lang stapften wir über
die Insel bis wir eeeeendlich zum Ausgangspunkt kamen. Und was sagte
das Fährenschild? 'Die nächste Fähre verlässt die Insel in
zweieinhalb Stunden'. So saß ich also da (zum Glück war es
überdacht), eingewickelt in meine nasse Jacke und wartete und
wartete. Mir war nur zwei Mal in Neuseeland richtig kalt – und das
war ein Mal. Schön, dass heiße Duschen in solchen Fällen meistens
helfen, also war ich am Abend bereit für meine letzte Nacht in
Auckland, die aber eher ruhig war, am nächsten Morgen ging ja schon
meine Tour über die Nordinsel los.
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