Dienstag, 31. Januar 2012

"For beautiful hair,
let a child run their fingers through it
once a day"
(Audrey Hepburn)


Wenn das mal so einfach wäre! Ob es meinen Haaren wirklich gut tut, jeden Tag  von mit Honig verklebten Händen gestreichelt zu werden, weiß ich jetzt aber nicht genau. Deswegen bin ich einfach auf Nummer sicher gegangen und war heute wiedermal beim Frisör - zum allerersten Mal in Australien und das erste Mal seit fast einem Jahr. Hier wird man durch die Sonne und das Salzwasser ja ziemlich schnell blond - sommerblond sozusagen. Sieht ja eigentlich ganz nett aus - an anderen. Ich mag mich mit dunkler Mähne einfach lieber. Und genau aus diesem Grund habe ich beschlossen, dass es Zeit ist, sich die Haare zu färben. Ihr müsst wissen, ich habe mir noch nie im Leben die Haare komplett gefärbt. Da hatte ich alter Esel (ich bin ja jetzt schon fast 20!) also nochmal eine Premiere heute. Ich bin jetzt wieder so, wie ihr mich wahrscheinlich eh kennt: braunhaarig. Die meisten finden bestimmt, dass es das nicht wirklich wert ist, einen Frisörbesuch zu posten, ich bin aber immernoch ganz aufgeregt, weil ich jetzt ne andre Haarfarbe habe :)



Nachdem ich nach zwei Stunden endlich fertig war, hatte ich natürlich - wie könnte es anders sein - einen Bärenhunger. In der Stadt gibt es da ja Auswahl ohne Ende: gebratene Nudeln, Subway, McDonald's, Hungry Jacks, Pizza und Pasta, Sandwich-Bars, Muffins, und und und. Weil ich ja gerade noch so in meinem Premieren-Rausch war (vielleicht hat mich das Ammoniak auch ein bisschen vernebelt), habe ich mich dann für Sushi entschieden. Obwohl ich ja eigentlich gar keinen Fisch mag. Deshalb hatte ich auch noch nie Sushi gegessen. Jaaa, richtig: Nie, nie. Es ist eigentlich eine Schande, hier läuft jeder ständig mit diesen Röllchen rum. So hatte ich also dann noch meine zweite Premiere: Ich war Sushi essen. Mit Lachs und Pfirsich und Lachs-Teriyaki. Demnächst findet man mich bestimmt öfters mal in der Sushi-Bar.
Was ich an Brisbane übrigens liebe: es ist immer was los. Heute gab es wiedermal gute Musik - zumindest fand ich sie gut... Ihr könnt euch hier selbst ein Bild machen. Die Aufnahme wurde zwar vor über einem Jahr gemacht, aber auch an der Stelle, wo ich heute stand und genau dieses Lied habe ich auch gehört.

Sonntag, 29. Januar 2012

Sunday, bloody Sunday

Was stellt man an einem verregneten Sommertag so an? Tja, wäre ich zuhause, würde ich wahrscheinlich vor dem Fernseher hängen, essen und schlafen. Geht hier jetzt leider schlecht, weil der Fernseher unten noch nicht geht und das mit dem Schlafen war auch nichts, weil wir Besuch hatten (Kinder, Kinder und noch mehr Kinder) und mein Zimmer als Durchgang von Vorgarten und Spielzimmer dient und so ständig eine ganze Rasselbande durchgerannt kam. Schön also, wenn Freunde anrufen und sich mit einem in der Stadt treffen wollen. Und so habe ich also wiedermal einen Tag in Brisbane City verbracht. Wenn ich so nachdenke, war ich seit Donnerstag jeden Tag außer Haus und bis Dienstag wird das wohl auch noch so weiter gehen. Die Oma der Jungs ist ja im Moment da und ich habe solange frei. Da es jetzt aber jeden Tag regnet, ist es wirklich ziemlich deprimierend, die ganze Zeit im Haus zu sitzen. Vor Allem, weil sowieso noch alles so ungewohnt ist hier. Nicht, dass ich mich nicht wohlfühle, es verändert sich nur irgendwie alles in letzter Zeit. Wenn ich mit dem Bus irgendwo hinfahren will, muss ich erstmal im Internet nachschauen, welchen Bus ich jetzt wann von welcher Haltestelle aus nehmen kann (sonst gab es einen Bus, eine Haltestelle und einen klaren Zeitplan), die meisten Freunde gehen bald weg, um zu reisen oder ganz heim und auch sonst kenne ich mich in der neuen Gegend noch nicht wirklich aus. Und das ausgerechnet jetzt, wo doch Fasching ist! Normalerweise wäre ich jetzt unter der Woche mit irgendwelchen Vorbereitungen beschäftigt, wäre jedes Wochenende auf einer anderen Sitzung, würde die Juniorengarde vor jedem Auftritt mit fertigmachen und dann ganz stolz zusehen, was wir zusammen auf die Beine gestellt haben, würde die Nächte durchfeiern und -tanzen, Klopfer trinken, bis keine mehr da wären und jedes einzelne Lied mitgröhlen, bis ich Halsschmerzen hätte. Und am Tag danach hätte ich einen mega Kater und würde mir schwören, nie wieder so viel zu trinken (das hält dann genau bis zum nächsten Abend an). Gott, wie ich das ganze 'Narrentreiben' doch vermisse! Naja, nächstes Jahr wieder. Bis dahin wünsche ich euch eine schöne Zeit und hoffe, ihr feiert für mich mit. Hoffentlich, wird das Wetter hier bald wieder besser, damit mich der Sommer wenigstens ein bisschen für den verpassten Fasching entschädigt! Bis dahin bleibt mir nichts weiter übrig, als meine Bücher zu lesen, einen Film nach dem anderen zu schauen und - lacht jetzt nicht! - mein Puzzle zu puzzlen, dass ich mir gestern extra gegen die Langeweile gekauft habe.
In diesem Sinne: Öiwerlauring - HELAU!

Freitag, 27. Januar 2012

Summer of 2009


Thank you so much! Sometimes I wish I could turn back time.

Happy Australia Day


 Dass die Aussies viel stolzer auf ihr Land sind als die Deutschen auf ihres, ist ja kein Geheimnis. Gestern war Australia Day, also der Nationalfeiertag und es war wirklich überall was geboten. Davon könnte man sich am Tag der deutschen Einheit wirklich mal was abschneiden. Nix mit daheim vor dem Fernseher sitzen und langweilen, zwischendurch vielleicht n bisschen Kuchen und Torte verschlingen und warten, bis der Tag vorbei geht! Im Allgemeinen hat die Stimmung ziemlich an die Fußball-WM erinnert. Alle haben 'I love Australia'-Shirts an, haben sich Fahnen umgehängt und ihren kompletten Körper mit Abzieh-Tatoos in den Nationalfarben beklebt. Ich selbst bin mit Celina und ihrer Freundin Anne aus Melbourne - die ist auch Au Pair - zu South Bank gegangen. Eigentlich hieß es, dort sei wegen des Regens alles abgesagt, da aber dann doch die Sonne geschienen - nein, eher gestochen - hat, war eben doch was los. Wir haben uns zuerst die Salut-Schüsse angesehen. Jeder, der schonmal mit mir Silvester verbracht hat, kann sich vorstellen, welche Angst ich dabei hatte. Naja, eigentlich war es am Ende doch gar nicht so schlimm, aber bevor es losging wäre ich am liebsten weggelaufen... Wir haben nichtmal mehr Ohrenstöpsel abbekommen, weil genau in dem Moment, in dem der nette Soldat mit den Dingern vorbeilief, die Schüsse losgingen. Mussten eben die Finger zum Ohren-Zuhalten reichen. Haben sie auch.
Es war ja wirklich extrem heiß und schwül und was gibt es da besseres, als die Füße ins kühle Nass zu tauchen? Wir haben uns also an die Lagune gesetzt, geredet und einer Band zugehört, die dort gespielt hat. Nachmittags mussten wir uns dann von Anne verabschieden, weil sie wieder zurück nach Melbourne geflogen ist und damit war mein Australia Day auch schon so gut wie vorbei. Eigentlich hieß es, am Nationalfeiertag betrinken sich alle, ich hab davon aber nicht viel mitbekommen. Gut, uns sind ein paar angeheiterte Menschen auf den Straßen begegnet, alles in allem war es aber eher ein ganz normaler Tag, nur, dass eben mehr los war. Trotzdem fand ich es super. Alle total entspannt und gut gelaunt. - So ein bisschen Stolz auf sein Land kann eben doch nicht schaden.


Mittwoch, 25. Januar 2012

HELP



Byron Bay

Ich bin wieder da!
Leider mussten wir die Zelte schon früher abbrechen, weil es angefangen hat zu regnen und einfach nicht mehr aufhören wollte. Dann gab es Flutwarnungen und deshalb sind wir dann auch gegangen, weil es wohl nicht so toll gewesen wäre, im Regen auf einem matschigen und überfluteten Zeltplatz festzusitzen...
Aber jetzt von Anfang an: Am Samstag ging's früh los. Erst nach Nimbin und dann nach Byron Bay. Nimbin ist eine typische Hippie-Stadt. Man bekommt überall Gras und 'Cookies' angeboten, alle Häuser sind bunt angemalt und auch den Einwohnern sieht man an, dass sie noch irgendwo in der "Protestbewegung" stecken geblieben sind. Wir haben aber auch nicht viel Zeit da verbracht, weil wir eigentlich nichts rauchen wollten und es sonst nicht viel zu tun gab.
Dann also weiter nach Byron Bay. Wir haben uns ja diesmal einen Campingplatz gesucht, haben im Van geschlafen und unser Essen auf dem kleinen Gaskocher gekocht, den mir meine Gastfamilie geliehen hat. Ich muss sagen, das ganze hat mir viiiiel besser gefallen, als das Leben im Hostel. Es war kaum was los, deswegen waren die nächsten Nachbarn erst sechs Stellplätze weiter zu finden. Suuuper ruhig und entspannt also. Den zweiten Tag haben wir erstmal ruhig am Strand angehen lassen - da hat die Sonne noch geschienen - und sind dann später zum "Lighthouse", also zum Leuchtturm gefahren. Die Aussicht war wirklich unglaublich.
Ansonsten waren wir noch bei den Minyon Falls, einem waaaahnsinnig hohen Wasserfall im Regenwald. Nur von oben anschauen war uns dann aber zu langweilig und so sind wir allem Regen zum Trotz den kompletten Weg nach unten gelaufen (c.a 3km), über die Felsen geklettert und waren dann hautnah am Wasserfall. Blöd, dass Blutegel feuchtes Wetter anscheinend lieben, wir hatten wirklich alle zwei Minuten so einen blöden Wurm an den Beinen kleben. Ist aber nicht so schlimm, wie es sich anhört. Wenn man die gleich wieder wegzieht, blutet man kaum.
Naja, wie gesagt: Das war dann auch schon mein letzter Tag in Byron Bay, weil das Wetter einfach nicht mitspielen wollte. Irgendwie spielt das Wetter nie mit, wenn ich unterwegs bin. Erst in Cairns, dann in Noosa und jetzt in Byron Bay: Das deutsche Klima scheint mich zu verfolgen...



Donnerstag, 19. Januar 2012

See ya!

Ich melde mich hiermit wiedermal für die nächsten Tage ab. Morgen geht es nach der Arbeit nämlich gleich los zu Alex und dann von Samstag bis Mittwoch zusammen nach Byron Bay und Umgebung. Ja, ich bin nämlich im Moment ein Glückskind. Die Oma der Jungs kommt uns morgen für ein paar Wochen besuchen und währenddessen habe ich frei. Mein Geldbeutel erlaubt es mir jetzt zwar nicht die ganze Zeit lang zu reisen, aber so ein 'verlängertes Wochenende' ist schon drin. Wir schlafen im Van, ich entgehe diesmal also den Hostels, ob mir Campen so viel besser gefällt, weiß ich allerdings noch nicht, das letzte Mal ist ja schon gefühlte 10 Jahre her. Naja, es wird auf jeden Fall bestimmt lustig und wenn es wettermäßig klappt, wollen wir in Byron aus dem Flugzeug springen - zum Skydiven. Ich freu mich schon total und sobald ich wieder hier bin, gibt es natürlich auch ein paar Bilder für euch. Drückt mir die Daumen, dass das Wetter besser wird als letzte Woche!
Schönes Wochenende!

Mittwoch, 18. Januar 2012

 "Are you South African?"
-
"No, I'm not. I'm German."

Dieses Gespräch führe ich hier fast immer, wenn ich jemanden neues kennenlerne - und bei so einer Salsa Stunde lernt man massig Leute kennen, es wird ja ständig Partner gewechselt... Es denken immer alle, ich bin Südafrikanerin. Ich sollte das wohl als Kompliment nehmen, immerhin habe ich wohl keinen typisch deutschen Akzent mehr (Und bevor jetzt jemand anfängt zu googeln: ja, in Südafrika ist Englisch Amtssprache, neben zehn anderen Sprachen, wie mir gerade Wikipedia verraten hat). Jetzt fragt sich nur, ob sich mein Englisch nach Afrikaans anhört oder eher nach South African English :-). Trotz Allem kann ich mich ehrlich gesagt nicht so dafür begeistern, für eine Südafrikanerin gehalten zu werden. Nichts gegen das Land an sich, mich verbindet damit halt nur einfach gar nichts... Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich nichtmal ne genaue Vorstellung davon habe, wie es da so ist.

Dienstag, 17. Januar 2012

Zufälle gibt's ...

Gester war ja mein freier Tag und das habe ich doch gleich mal ausgenutzt, um in die Stadt zum Shoppen zu gehen. Überall ist zur Zeit Schlussverkauf, was natürlich bedeutet, dass mega viel los ist und sich die meisten Frauen benehmen, als ob es um's blanke Überleben ginge. Ich hab nicht wirklich viel gekauft, weil mir - wie gesagt - das Durchkämpfen an den Wühltischen zu anstrengend und nervenaufreibend war. Nach ein paar Stunden hatte ich also keine Lust mehr und weil gerade Mittagszeit war, habe ich mir was zu Essen gekauft und mich in den Food Court gesetzt. Vielleicht kurz zur Erläuterung: In so einem Food Court steht ein Imbiss-Stand neben dem anderen und in der Mitte stehen Tische, wo sich dann jeder hinsetzten kann. Die kleinen Tische waren alle schon besetzt, deswegen habe ich mich dann an einen großen gesetzt, wo schon ein Mann saß. Ganz typisch Frau habe ich natürlich erstmal meine Taschen und Tüten auf dem Platz neben mir platziert und angefangen zu essen. Jetzt war der Mann, der da am Tisch saß, nur eigentlich gar nicht alleine. Sein Freund kam dann und hat mich gefragt, ob er sich vielleicht dahin setzen könnte, wo meine Taschen waren. Und so sind wir dann ins Gespräch gekommen, sie haben mich gefragt was ich in Brisbane so mache und erzählt, dass sie Cricket-Spieler sind (Cricket ist in Australien ja eine riesen Sache, so etwa wie Fußball in Deutschland). Ich habe dann erklärt, dass ich keine Ahnung von dem Sport habe und nachdem wir Nummern ausgetauscht hatten - man kann ja mal zusammen feiern gehen - haben sich unsere Wege auch wieder getrennt.
So und jetzt fragt ihr euch, warum ich sowas lang und breit erzähle aber der Clou kommt noch, vielleicht könnt ihr es euch auch schon denken:  In der Stadtmitte war gestern eine Veranstaltung, zu der ganz viele Leute gekommen, waren, wo Fernsehen und Zeitungen anwesend waren. Ich hatte ja eigentlich genug von den Menschenmassen und wollte nur schnell vorbei, ohne mich darum zu kümmern, was da eigentlich los war (es gibt dort öfters mal Promotion-Events und sowas, wo auch immer viel los ist). Mich hat dann aber eine Gruppe Mädchen angehalten und gefragt, ob ich denn wüsste, wer die Typen da wären. Und als ich mich umgedreht habe, um nachzuschauen, hat mich fast der Schlag getroffen: Da saßen doch tatsächlich meine zwei Begleiter vom Mittagessen auf einer kleinen Bühne und gaben Interviews. Erst habe ich ja gedacht, ich bilde mir das nur ein, dann kam aber ein Mädchen und meint "Ach, das sind Cricket-Spieler, zwei aus Brisbane, zwei aus Sydney". Da hab ich doch tatsächlich mit zwei Cricket-Spielern aus dem Team der Queensland Bulls zu Mittag gegessen und hatte nicht die geringste Ahnung, wer die beiden waren. Gut, dass wir Nummern ausgetauscht haben - man kann ja mal zusammen feiern gehen :-)

Sonntag, 15. Januar 2012

- And I wanna live forever -
- 'cause I wanna fill the dreams that I've had my whole life. -



Jeden Tag verliebe ich mich mehr in Australien. Das Wochenende habe ich ja nach einer mehr oder weniger Spontanaktion mit Celina in Noosa verbracht. Wir hatten ja schon mehr als Glück, dass wir überhaupt hingekommen sind, weil zuerst keine Züge gefahren sind. Deswegen musste ich dann mit dem Taxi zu ner anderen Station fahren. Von dort sind zwar zuerst auch keine Züge gefahren, nach langem hin und her kam dann aber Gott sei Dank mein Zug doch irgendwann und ich konnte mich auf den Weg zur Sunshine Coast machen. Auf dem Weg noch schnell Celina einsammeln und dann nichts wie ab ans Meer. Wettermäßig hätte es besser, vor allem sonniger sein können, aber immerhin waren wir im wunderschönen Noosa und das hat es dann auch wieder gut gemacht. Vielleicht könnt ihr euch noch erinnern, dass ich ganz am Anfang mit meiner ersten Gastfamilie schonmal in Noosa war und es mir da ja auch schon mega gut gefallen hat. Das war dieses Mal nicht anders. Unser Hostel war am Sunshine Beach, also etwas abgelegen, aber Dank eines Shuttlebuses kamen wir am Samstag Abend nach einem Nachmittag am Strand -ohne Baden, weil es zu kalt war, es wurden also nur die Surfer beobachtet- in Noosa Heads, also sozusagen im Hauptgeschehen an. Wir mussten uns natürlich erstmal mit lecker Chicken-Focaccia stärken und dann wollten wir uns eigentlich erstmal nur mit unserer Tüte Chips an den Strand setzten, sind dabei aber genau zu den richtigen Leuten gekommen und haben schließlich unseren kompletten Abend mit ihnen verbracht. Das war ein junges Ehepaar, das da mit ein paar anderen eben unter den Palmen auf einer Bank gesessen war und Gitarre gespielt hat, sowie ein bisschen gesungen hat. Also sind wir direkt zu einer Jam-Session gekommen. Perfekt! Wie sich herausgestellt hat, schreiben die zwei selbst tolle Songs, wir hätten also stundenlang einfach nur zuhören können. Was gibt es auch schöneres, als einen gemütlichen Abend am Meer unter Palmen und auch noch mit Live-Musik zu verbringen? Beide waren super nett und haben uns dann auf einen Drink in ihr Haus eingeladen. Spätestes als wir dort angekommen waren, haben wir dann auch gemerkt, dass wir wirklich viiiiel viel Glück hatten, die zwei getroffen zu haben. Das Haus hatte drei Stockwerke und ganz oben eine super Dachterrasse, von wo aus man über ganz Noosa blicken konnte. Traumhaft! Wir haben noch ein bisschen Musik gemacht, Wodka getrunken und iiiirgendwann haben wir uns dann in ein Taxi gesetzt und zurück in unser (von oben  bis unten knallpinkes) Hostel fahren lassen. Wir waren nach dem Tag auch wirklich hundemüde. 
Unsere Pläne für den Sonntag sind dann leider ins Wasser gefallen, weil es gleich am Vormittag angefangen hat wie aus Eimern zu schütten. Einziger Unterschlupf war der Food Court, wo wir den Großteil unseres Tages verbracht haben. - Gut, mal abgesehen von unserem kleinen Einkaufsbummel und dem Marsch immer bergauf zu einem Aussichtspunkt. Trotz Regen konnte man über den Ausblick dort übrigens wirklich nicht meckern. Am Nachmittag war unser kleiner Urlaub leider auch schon wieder vorbei, weil uns Clancy's Schwester netterweise mit zurück nach Brisbane genommen hat. So konnten wir uns das Geld und die Nerven für den Zug sparen. Ich bin mir sicher, das war nicht das letzte Mal, dass ich meine Wochenenden in Noosa verbracht habe. Es ist einfach viel viel viel zu schön dort!



Freitag, 13. Januar 2012

Sweetest Home

Die Nachbarschaft








Neues Jahr, neues Leben

Oder so ähnlich.
Mit dem neuen Jahr hat  mein "Lebenswandel" wohl eher weniger zu tun. Hauptsächlich liegt es an meiner neuen Familie. In Everton Park wurde ja immer viel und lecker gekocht, was aber leider nicht ganz so gut für meine Figur war. Zeit, um Sport zu treiben hatte ich dort ja auch nicht, weil ich meistens gearbeitet habe, bis es dunkel war. Ok, und ich muss zugeben, danach hatte ich auch keine Lust mehr, was zu machen. Hier ist das alles n bisschen anders:
Die Wincotes leben seeehr gesund, es gibt also keine Süßigkeiten im Haus und abends wird frisch und eher fettfrei gekocht (zumindest ohne viel Sahne und Käse). Ich muss zugeben, so ein bisschen Lust auf Nacherei hab ich ja schon ab und zu, aber solange davon nichts im Haus ist, kann ich ja nichts essen.
Gestern war ich ja beim Salsa.  Die Männerauswahl dort war... naja, sagen wir mal, gewöhnungsbedürftig. Hauptsächlich konnte man Ehemänner finden, die von ihren Frauen dorthin geschleppt worden waren, und solche, die Mitte 30 realisiert haben, dass sie auch endlich mal ne Freundin brauchen und sich einbilden, das Frauenherz ertanzen zu können. Zum Glück waren wir ja vier Mädels, also ich und drei andere Au Pairs, die zusammen gekommen waren, und außerdem übersteht man die zwei Minuten Tanzen auch mal mit einem der wenigen männlichen Anwesenden. Das gestern war ja aber nur eine Schnupperstunde. Ich vermisse das Tanzen ja aber schon ziemlich und ich hatte auch echt Spaß beim Salsa, deswegen habe ich mich heute für einen "Latin Beginners"-Kurs angemeldet. Zwei Mal pro Woche werde ich jetzt also Salsa, Tango, Cha-cha-cha und Merengue tanzen. Meine Zumba-Pläne habe ich jetzt erst mal auf Eis gelegt, weil vier Abende die Woche im Studio zu verbringen dann doch n bisschen viel wären.
Salsa ist aber nicht die einzige sportliche Aktivität, die ich jetzt regelmäßig machen will. Joggen steht jetzt auch wieder regelmäßig auf dem Programm. Unter normalen Umständen würde ich Faulpelz das wohl niiiiiie durchhalten, aber da Clancy jeden Tag um sechs Uhr früh joggen geht und wirklich nie zwischen den Mahlzeiten nascht, habe ich ja ein gutes Vorbild und hoffe, dass meine Motivation so länger als ein paar Tage anhält.

Donnerstag, 12. Januar 2012

Gekommen, um zu bleiben

Am Montag war es also wiedermal soweit: Ich sollte umziehen.
Meine neue Gastfamilie kenne ich ja schon etwas länger, weil schon im November feststand, dass ich hierher ziehen würde. Da sie aber über Weihnachten in Urlaub waren, konnte ich erst im Januar kommen und habe die Zwischenzeit eben in Everton Park gearbeitet.
Meine neuen Gasteltern heißen jetzt also Clancy und Craig, die Kleinen, auf die ich aufpasse, Xavier (4 Jahre alt) und Rafael (fast 2). Montags und Dienstags hat die Mutter frei, da muss ich also auch nicht arbeiten. Mal sehen, was ich da dann so treibe, Auswahl gibt es in einer Großstadt ja genug. Ich lebe jetzt also auf der anderen Seite des Rivers, also im Süden. Ist irgendwie schon komisch, weil Stadtteile, in denen ich mich bisher heimisch gefühlt habe, so weit weg sind und andere, in die ich bisher nur so selten gekommen bin, so nah sind. Aber daran werd ich mich schon gewöhnen. Unser Haus ist übrigens eines der alten Queensland-Häuser aus Holz. Weiß und mit ganz vielen kleinen süßen Details. Und das beste: es liegt nicht an einer großen Straße, ich kann also bei offenem Fenster schlafen. Bilder hab ich leider noch keine gemacht, die folgen aber bestimmt bald. Unten habe ich meine eigene kleine 'Wohnung', also Schlafzimmer, Bad und Wohnbereich mit Sofa, Fernseher und bald mit einer kleinen Küche, den die Kinder aber unterm Tag zum Spielen nutzen. Was ich eigentlich sagen will ist: Es ist super! Mir geht es gut und ich hoffe, dass das der letzte Umzug in Brisbane für mich war. Damit ich abends und am Wochenende das Auto nehmen kann, hat Clancy gestern schon mit mir fahren geübt. Klappt soweit ganz gut, sie würde es mir sogar heute schon überlassen, ich glaube aber, ich übe lieber noch ein bisschen mehr :).
Heute abend ist übrigens Salsakurs angesagt. Die gibt es hier an jeder Ecke, ich habe aber einen gefunden, wo man heute kostenlos hingehen kann. Das wird natürlich ausgenutzt, auch wenn ich nicht glaube, dass ich da regelmäßig hingehen werde. Salsa ist ja ganz nett anzuschauen, aber ich bin mir nicht so sicher, ob ich das jede Woche selbst machen will. Bevor ich aber heute weggehe, gibt es erstmal 'deutsches' Abendessen mit der Familie: Ich mache "Hackfleischküchlich mit Nudelsalat". Ne ganze Stunde war ich schon in der Küche gestanden, um Karotten und Tomaten zu schnippeln, Eier und Nudeln zu kochen und um Dressing zu machen. Clancy hatte gefragt, ob wir denn mal was deutsches haben könnten und da ich ja vor ein paar Tagen mein Weihnachtspaket aus Deutschland bekommen habe - übrigens: nochmal viiiielen Dank - , in dem auch ein paar Knorr-Fix versteckt waren, steht dem ja nichts mehr im Wege.

Dienstag, 10. Januar 2012

North Kirra mit den 'Crazy Halls'

Gestern war ja Charlies Geburtstag und da muss natürlich auch was besonderes gemacht werden. Ursprünglich hatten Scott und Vanessa geplant, mit der ganzen Familie übers Wochenende an die Gold Coast zu fahren und dann am Montag in 'Sea World' zu gehen. Vannessa sucht im Moment aber noch einen Job und natürlich hatte sie dann genau am 09.01. ein Bewerbungsgespräch und am Samstag und Sonntag musste sie in ihrem Kaffe-Van arbeiten. Das Apartment war nun aber schon gebucht und außerdem hatten wir uns ja alle auf ein Wochenende am Strand gefreut. Scott wollte dann mit den Kids, seinem Freund und dessen Kindern und mit mir am Sonntag nach Kirra fahren, dort einen Tag am Strand verbringen und dann am nächsten Morgen nach dem Frühstück wieder heimfahren. Die Halls wären nun aber nicht die Halls, wenn sie nicht spontan nochmal alle Pläne über den Haufen werfen würden. Am Samstag Abend kam Vanessa nach der Arbeit nach Hause und hat erzählt, dass das Event, auf dem sie Kaffee verkauft hat, schlecht war und sie am nächsten Tag nicht nochmal dorthin gehen würde. Lange Rede, kurzer Sinn: Schließlich ist die ganze Familie mit Vanessa und dem alten Au Pair Faye und ihrer Freundin Olivia mitgekommen. Einschließlich der anderen Family waren wir dann sechs Erwachsene und sechs Kinder. Das Geburtstagsessen für Charlie haben wir dann schon auf Sonntag vorgezogen. Es gab Burger bzw. Fish and Chips im Surfclub und im Anschluss noch einen mega Shrek-Kuchen. Yummie!


Das ganze Essen musste ja aber auch verdaut werden, weshalb es direkt ans Meer ging. Ein bisschen in den Wellen herum hüpfen, mit den Bodyboards 'surfen' und einfach die Sonne genießen. Zu guter Letzt habe ich mich noch in den Sand eingraben lassen. Die Kinder hatten dabei super viel Spaß. Genau wie ich. Ich hatte zusätzlich auch noch einen Haufen Sand in Mund, Nase und Augen. Die ganze Sauerei hat sich aber gelohnt. Am Ende wurde aus mir eine kleine Meerjungfrau. Alles in allem war der Tag wiedermal viel zu schnell vorbei. Abends haben wir es uns in unserem Apartment bei „The Devil's Own“ mit lecker Thai-Take.away auf dem Sofa gemütlich gemacht.
Es war ja gleichzeitig auch mein letzter Abend mit der Familie. Die Halls waren ja eigentlich nur meine „Übergangsfamilie“.Vermissen werde ich diese Verrückten aber mit Sicherheit trotzdem. In dem einen Monat, in dem ich jetzt dort war, sind sie mir nämlich schon ans Herz gewachsen. Zum Glück sind sie ja nicht aus der Welt, sondern nur auf der anderen Seite der Stadt. Und sie haben mich eingeladen, nächstes Wochenende mit ihnen zu „Sea World“ zu kommen. Ob das klappt, kann man nie genau sagen, aber das bin ich ja inzwischen gewohnt :)






Samstag, 7. Januar 2012

Airlie Beach

Tag 5 und 6

Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, dass es Silvester ein bisschen später geworden war. Annika war schon ein bisschen früher im Bett, deswegen war sie auch schon weg, als Celina und ich so um 11 mal aufgewacht sind. Wir haben dann trotzdem noch ein bisschen gebraucht, um endlich aus den Federn zu kommen und zu frühstücken. So gegen Mittag waren wir aber auch so weit und haben uns dann auf zum Strand gemacht. Wir hatten eh nicht vor, viel zu unternehmen, hatten also nur Bikini und Handtuch eingepackt und hatten einen gaaaanz faulen Tag an der Lagune. Im Meer selbst darf man wegen den Quallen ja nicht baden.
Ist zwar auf der einen Seite schade, auf der anderen Seite wird dann im Meer auch kaum Sand aufgewirbelt und das Wasser ist bis zum Strand türkisblau. Traumhaft! Ich habe glaube ich wirklich nie einen schöneren Ort gesehen. Man muss dazu sagen, wir hatten schönes Wetter, angenehm warm mit viel Sonne. Und da sieht die Küste natürlich nochmal schöner aus. Bis uns der Hunger gequält hat, haben wir uns dann eben in der Sonne bzw. im Schatten der Palmen geaalt. Übrigens scheint der 01.01. hier ein beliebtes Hochzeitsdatum zu sein. An der Lagune haben wir auch ein Brautpaar gesehen. Komisch ist nur, dass die ganz alleine waren. Ich vermute ja, dass der Rest der Hochzeitsgesellschaft einfach noch mit Kopfschmerzen von der Nacht davor im Bett lag. So gesehen gibt es wohl bessere Tage zum Heiraten...


Abends haben wir uns dann mit zwei Jungs getroffen, die wir auf der Bootstour in Cairns kennengelernt hatten und die auch zufällig in Airlie waren. Der ursprüngliche Plan war, ein bisschen Alkohol in einem 'Bottleshop' zu kaufen - sowas gibt es nämlich nicht in normalen Supermärkten - und uns dann damit in das Hostel von den beiden zu setzen. Ihr müsst wissen, sie hatten zufällig ein freies Zimmer mit Einbauküche (also Kühlschrank) gefunden, das direkt über dem zum Hostel gehörigen Pub gelegen war. Für uns hieß das: kostenlose Live-Musik. Nach dem Silvesterabend hatten wir nämlich keine Lust, unnötig viel Geld - so um die 30$ - nur für Eintritt zu bezahlen. Blöd war jetzt nur, dass schon alle Bottleshops zu waren. Spontan wie wir sind :) sind wir dann in eine Backpacker-Bar gegangen, wo man für den Eintritt nichts zahlen musste, haben uns dort zwei Flaschen Sekt gekauft und haben die nach einer kurzen "filmreifen" Einlage (die Hintertür war zu, also nichts mit Flaschen rausschmuggeln, wir mussten mit dem Auto vorfahren und sie von der Terasse 'klauen' - soweit die Kurzfassung) mitgenommen. Der Sekt hat aber irgendwie ziemlich müde gemacht und nachdem die Musik auch schon um kurz nach Mitternacht aus war, war für uns erstmal Schlafenszeit.
An unserem letzten Tag waren wir aber alle fit und sind den Weg direkt am Strand entlanggelaufen, bis wir an der Marina waren. Ich bin immernoch hin und weg von dem Ausblick. Wie schon gesagt: Sonnenschein, Palmen, türkisblaues Wasser, weiße Boote auf dem Meer und hier und da ein kleiner, schnuckeliger Sandstrand. Natürlich alles menschenleer, weil ja - wie schon erwähnt - Badeverbot herrscht.
Erinnert ihr euch noch an die Geschichte in Cairns mit dem Shuttlebus, der nicht fuhr und wir uns deswegen ein Taxi nehmen mussten? Wir waren an dem Tag ja so spät dran, dass wir nicht noch lange diskutieren konnten, wer jetzt was bezahlt (wir hatten vor, uns das Geld wieder vom Hostel zu holen). Wir sind da also ohne zu bezahlen gegangen, haben aber unsere Zimmernummer hinterlassen, damit sich -wer auch immer am Ende zahlen sollte - bei uns melden konnte. Am selben Abend kam aber niemand mehr, wir haben noch zwei Spanier, die mitgefahren waren, gefragt, wer für uns gezahlt hatte, die haben uns dann zwar gesagt, dass ein Backpacker das gemacht hat, wussten aber auch nicht, wie wir den erreichen konnten. Mit anderen Worten: Wir sind in Cairns abgereist, ohne ihm das Geld zurückzugeben. Zurück nach Airlie Beach: Wir verließen also früh unser Hostel und da sitzt doch tatsächlich dieser Backpacker auf einer Bank. Zufälle gibt es! Naja, wir waren im Endeffekt auch wirklich froh, dass wir unsere Schulden noch begleichen konnten, und er mit Sicherheit auch, dass er sein Geld zurück hatte.
Leider geht ja jeder Urlaub mal zu Ende und nach einem letzten Essen in einem Restaurant mit Meerblick - man muss das ja ausnutzen! - haben wir unseren stickig-stinkenden (das war er wirklich) Reisebus betreten, der uns nach laaaaaaaaaaangen 19 Stunden Busfahrt mit nur drei oder vier Pausen und zum Glück nur mit einem beinahe-Unfall mit einem Känguru, das uns einfach die Vorfahrt genommen hat, zurück nach Brisbane gebracht hat.
Zu guter Letzt kann ich nur noch sagen: Ich will unbedingt zurück nach Airlie Beach, es ist da einfach so schön! Und vielleicht klappt es da ja sogar nochmal mit dem Tauchen.



Freitag, 6. Januar 2012

Prostneujahr!

Tag 4

Am Samstag ging es gleich früh in die Stadt, von wo aus wir mit dem Bus nach Airlie Beach fahren wollten. Da es ja noch vor sieben war und das Hostel-Shuttle ja erst ab sieben (oder auch erst n paar Stunden danach - von den Erfahrungen hab ich ja schon berichtet) gefahren ist, mussten wir uns wiedermal ein Taxi rufen. Der Fahrer war genauso unfreundlich, wie alle anderen Taxifahrer in Australien sind - wenn ich so nachdenke, habe ich noch nirgendwo auf der Welt einen netten getroffen. Das hat die Situation nicht gerade einfacher gemacht, wir wussten ja nur die Adresse, die auf unseren Reiseunterlagen stand und, dass wir mit dem Greyhound-Bus fahren wollten. Als wir das dem Morgenmuffel von Fahrer dann erzählt hatten, hat der nur gemeint 'Ja der Greyhound fährt hier aber nicht.' Was?? Aber da steht doch die Adresse! Also hab ich ihm unsren Zettel gezeigt, er hat wohl erstmal gedacht, dass wir an seiner Kompetenz zweifeln, er hat uns nämlich ziemlich angemault und erklärt, er weiß, wo diese Straße ist und da sind wir. Gut, wenn er das sagt, vertrauen wir dem lieben Herren doch mal. Also sind wir ausgestiegen, haben uns an die Bushaltestelle gesetzt und diskutiert, ob wir nun richtig sind oder nicht. Neben uns saß ein anderer Backpacker und wir haben einfach gehofft, dass er auch auf unseren Bus wartet. Neeein, hat er gesagt, er wartet auf den Premier Motor Service- Bus. Hmmm, naja was wollten wir machen, wir haben einfach weiter gewartet. Es kam dann auch irgendwann ein Reisebus, allerdings nicht unserer - dachten wir, wir waren ja immernoch überzeugt, dass wir mit dem Greyhound fahren. Gott sei Dank hat Annika dann nochmal auf unsre Reiseunterlagen geschaut und festgestellt, dass das Logo auf dem Bus genauso aussieht, wie das auf unserem Zettel. Oh, da haben wir uns wohl getäuscht. Der Greyhound war nur die Alternative, eigentlich hatten wir den Premier Motor Service gebucht. Peinlich, peinlich! Naja, ist ja nochmal alles gut gegangen, wir sind am Ende in den richtigen Bus gestiegen und nach elf Stunden Fahrt am 31. abends in Airlie Beach angekommen. Die Fahrt an sich war wirklich schnell vorbei, wir sind zum Glück der Sonne entgegen gefahren und haben so auch viel von der Landschaft gesehen. 
In Airlie angekommen, sind wir dann schnell zum Hostel gelaufen, was kein Problem war, weil Airlie größtenteils nur aus einer Hauptstraße besteht, wo man von Restaurants über Supermärkte, Apotheken und Klamottenläden bis hin zu Bars, Clubs und Hostels alles findet. Schon auf dem Weg durch die 'Stadt' hat man gemerkt, dass Silvester war, es war sooo viel los, so viele Menschen, überall wurde aufgebaut, jeder hatte irgendwelche besonderen Angebote. Wir wollten eigentlich nur noch schnell einchecken, duschen, uns fertig machen und dann raus ins Nachtleben. Wenn das mal so einfach gewesen wäre! Es hat sich nämlich herausgestellt, dass unser Reisebüro gar kein Zimmer für den 31.12. gebucht hatte, sondern erst ab dem 01.01., dafür aber auch eines am 02.01., obwohl wir in der Nacht ja schon zurückfahren wollten. Na super, und das an Silvester! Die Mädels an der Rezeption waren aber zum Glück super nett und haben uns dann noch drei Betten gegeben, weil am Morgen wohl jemand ein Zimmer storniert hatte und deswegen noch Platz war - oder so ähnlich. Ich hatte ja schon überlegt, ob ich lieber auf der Parkbank schlafe, durchmache oder einem Betrunkenen seinen Zimmerschlüssel abnehme. Ich hätte wohl das Durchmachen gewählt. Glücklicherweise musste ich nichts davon in die Tat umsetzen und habe meinen eigenen Schlüssel bekommen. So konnte der schöne Teil des Tages also endlich beginnen. Mit dem Zimmer hatten wir auch echt Glück. In den anderen Betten haben noch zwei Australier und ein paar andere geschlafen, die ich nichtmal getroffen habe. Und es gab ein großes Bad mit zwei Duschen, zwei Waschbecken und einem Ganzkörper-Spiegel. Luxus pur! :) Dann also schnell fertig machen, auf dem Weg zur Feier noch ne Pizza essen und dann ging es ins Magnums, den Club, der zwar wahrscheinlich mit am teuersten war, jedoch war es auch der, wo am meisten los war. Wir haben schon vor Mitternacht viiiele nette Bekanntschaften gemacht, was wohl auch daran liegt, dass die Australier einfach offener sind und man einfach jemanden anquatschen kann ohne gleich blöd angemacht zu werden. Für uns war es natürlich ein Muss, zum Feuerwerk an den Strand zu gehen. Punkt Mitternacht saßen wir also im Sand und haben zehn Minuten lang zugesehen, wie gefühlte 1000 Raketen in den Himmel geschossen wurden. Hier in Australien darf man ja selbst kein Feuerwerk machen, was mir Schisser eigentlich ganz gut gefällt, ich hab wohl das erste und einzige entspannte Silvester meines Lebens verbracht. Stattdessen gibt es aber (fast) überall ein großes organisiertes Feuerwerk oder auch mehrere, bei dem alle zuschauen können. Um 15 Uhr deutscher Zeit haben wir also in Airlie das neue Jahr begrüßt. Danach ging es nochmal zurück in den Club und in ein Apartment mit Whirlpool auf dem Balkon, von wo aus man direkt übers Meer schauen konnte - Herrlich!

Donnerstag, 5. Januar 2012

Great Barrier Reef


Tag 3

Unsre zweit Tour hat uns zum Great Barrier Reef geführt. Früh um halb acht sollte es schon losgehen, nur standen wir da noch mit acht anderen am Hostel und haben auf den 7-Uhr-Shuttlebus gewartet. Die Rezeption, die angeblich auch um sieben Uhr aufmacht, war auch noch zu und so mussten wir uns wohl oder übel ein Taxi zur Marina nehmen. Glücklicherweise haben wir es dann aber noch rechtzeitig geschafft und konnten uns dann auf den Weg aufs Meer machen. Die Sonne hat sich an dem Tag leider auch nicht sehen lassen, aber immerhin hat es nicht geregnet. Vielleicht erinnert ihr euch noch daran, dass ich in Ägypten bei meiner "Delphin-Tour" schon seekrank war, zur Vorsorge habe ich also schon auf der Fahr zum ersten Reef meinen Reisekaugummi gekaut. Hat aber alles nichts gebracht, mir war schon bei der Taucheinführung schlecht. Was soll's ich hab mich doch sooooo darauf gefreut, also musste das irgendwie gehen. Nach ein bisschen Wasser und ein bisschen Fürsorge der Tauchlehrer an Bord ging es auch eigentlich erstmal wieder. Also ab auf's Glasbodenboot. Naja, das ist ja ganz nett, aber wirklich viel sieht man da jetzt irgendwie nicht. Danach kam aber das Scuba-Diving, also unser Tauchgang. Da wir keinen Tauchschein haben, durften wir nicht alleine runter, aber mit einem Tauchlehrer. Das war ganz praktisch, der konnte uns dann auch alles schön zeigen. Und das war echt wahnsinn! Nachdem ich mich an das Atmen und den Druck gewöhnt hatte, ging es dann bis zum Meeresboden auf etwa acht Meter Tiefe runter. Wir haben tolle Korallen gesehen, Seegurken, Clownfische und alle möglichen andere Fischarten und das Highlight: eine Meeresschildkröte! Die ist direkt an mir vorbeigeschwommen, Celina hat sie sogar anfassen können. Jetzt fehlt nur noch der Hai und der Wal in meiner 'Sammlung', dann habe ich so ziemlich alle Meerestiere gesehen, die ich unbedingt mal sehen will. Es ging dann noch zum Schnorcheln raus, wobei wir auch einige nette Bilder machen konnten (so c.a. 200 Stück :) ). Meine Gasteltern hatten mir ja ihre Unterwasserkamera geliehen, die konnte ich aber zum Tauchen nicht mitnehmen, weil die nicht so weit runter darf. Deshalb habe ich heute leider kein Foto von der Schildkröte für euch... Der Seegang wurde dann aber immer schlimmer, ich habe sogar das Schnorcheln wegen der Seekrankheit abgebrochen und mich auf's "ruhige" Boot zurückgezogen. Dort hat mir dann meine Tauchlehrerin, mit der ich vorher getaucht bin, erklärt, dass das Meer an dem Tag ja eigentlich total ruhig wäre. Hmmm naja, ich war ja zum Glück nicht die einzige, der schlecht war, also fanden andere den Wellengang wohl auch nicht ganz so ruhig. Soooo schlecht war mir jetzt ja auch nicht, man konnte schon noch was mit mir anfangen, nur musste ich das gute Mittagessen stehen lassen - es gab stattdessen nur Brot für mich. Und jeder, der mich kennt, weiß, wie ungerne ich auf Essen verzichte! Auf der Rückfahrt nach Cairns wurde es dann nochmal richtig stürmisch, es konnte niemand mehr aufstehen, alle Sachen wurden in irgendwelchen Boxen und Fächern verstaut und die, die "Fische füttern" mussten (ich bin Gott sei Dank verschont geblieben!), wurden extra von einem Crewmitglied festgehalten, damit sie es überhaupt noch bis zum Rand geschafft haben.
Ich bin immernoch total begeistert von der Schildkröte und weiß jetzt schon, dass unbedingt wieder tauchen will. Hoffentlich klappt das nochmal hier in Australien, dann vielleicht sogar bei Sonnenschein!






Mittwoch, 4. Januar 2012

Willkommen

Willkommen 2012! Ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen!
Gleichzeitig aber auch: Willkommen zurück! Wir sind gestern nach langen 19 Stunden Busfahrt aus Airlie Beach wieder angekommen. Ich kann mir gar nicht richtig vorstellen, dass man so lange am Stück fahren kann und trotzdem noch im gleichen Bundesstaat ist. In 19 Stunden kommt man von Oberlauringen fast nach Madrid. - Sagt zumindest Google Maps. Da könnt ihr euch aber wohl auch schon vorstellen, dass Cairns n bisschen anders ist. Cairns selbst ist nämlich 30 Stunden Fahrt entfernt, deswegen sind wir da dann doch lieber hingeflogen. Backpacker werd ich in diesem Leben wohl auch keiner mehr. Zumindest nicht 'mit Leib und Seele'. Wie macht ihr das nur? Ich hatte viiiel zu wenig dabei, weil nicht alles in den Rucksack gepasst hat, mir war nachts unter dem dünnen Bettlaken bitterkalt und wo zum Teufel packt ihr alle eure Sachen hin? Meine lagen größtenteils irgendwo auf dem Boden, wo ich sie erst mal ne halbe Stunde suchen musste, oder waren tagelang am Bett, weil ich verzweifelt versucht habe, sie da zu trocknen... Vielleicht stelle ich mich auch nur einfach n bisschen blöd an :) Ich habe aber auf jeden Fall in den sechs Tagen gelernt, dass ich auf mein eigenes kuscheliges Bett nicht so schnell verzichten will.
Ich werd euch wohl jetzt jeden Tag ein bisschen was von unserem Trip erzählen, weil wir sooo viel erlebt haben, dass man es nicht in einem Post zusammenfassen kann. Nur schonmal so viel: Wir waren im Reganwald, schwimmen im Wasserfall und im Vulkan-See, tauchen am Great Barrier Reef und haben an Silvester das Feuerwark direkt am Strand gesehen. Aber jetzt mal von Anfang an:

Tag 1 und 2


Wir haben uns ja schon alle einen Tag vor Abflug bei Annika getroffen, wo nochmal alle Taschen umgepackt wurden (10kg Handgepäck ist soooo wenig!). Letztendlich war dann aber doch das Wichtigste verstaut und es konnte am 28.12. früh losgehen. Dem Flug hat man leider angemerkt, dass er billig war, so gab es nichtmal Wasser für uns und das Flugzeug hat so komische Geräusche gemacht... Die hab ich bis zur Landung aber eh schon nicht mehr gehört, weil meine Ohren bis dahin komplett zu waren, ich war also leider die meiste Zeit ziemlich taub, was zur Folge hatte, dass ich meine Mitmenschen öfters mal mit einem zu lauten 'WAS?!' erschreckt habe, obwohl sie gar nichts gesagt hatten - ich konnte das alles halt nicht mehr richtig zuordnen! Leider war das Wetter nicht ganz so, wie wir gehofft hatten, sondern hat dem Namen 'Regenzeit' alle Ehre gemacht. Trotzdem wollten wir uns ja mal Cairns selbst anschauen. Los ging es also Richtung Innenstadt. Groß ist die nicht, aber irgendwie idyllisch. Man merkt auch sofort, dass man in den Tropen ist, überall stehen nämlich riesen Bäume herum und es ist seeeehr schwül. Außerdem trifft man in Cairns viel mehr Aborigines als hier in Brisbane. Liegt wohl daran, dass die sonst genau da gelebt haben. Sooo viel gab es jetzt aber auch nicht zu sehen, wir waren noch an der Lagune dort, sind ein bisschen am Meer entlang gelaufen und haben uns bei Woolworths mit Essensvorräten eingedeckt. Abends ging es anstatt feiern früh ins Bett, weil am nächsten Tag ja die Regenwaldtour anstand.
Früh am Morgen ging es also los. Wir wurden direkt am Hostel von 'Cousin Brad' in einem kleinen Bus abgeholt. Falls ihr mal nach Cairns kommt, müsst ihr unbedingt die 'Uncle Brian's'- Tour machen. Wir hatten sooo viel Spaß, schon alleine im Bus, mit unsrem ulkigen Guide, der wirklich niiiie still war. Erstes Ziel war der Regenwald selbst. Da hab ich dann auch endlich mal ne große Spinne gesehen. Hab mich aber komischerweise gar nicht vor der geekelt. Die Spinne, die ein bisschen später mit in meiner Umkleider war, fand ich da schon viel schlimmer. Zurück zum eigentlichen Thema: Der Regenwald war wirklich soooo schön. Ich hätte Stunden da bleiben können. Es ist wahnsinnig ... grün. Und dann noch die Wasserfälle, der Fluss, die Blumen. Herrlich! Nach einem kleinen leckeren Snack und gefühlten 50 Fliegenstichen mehr, kamen wir dann zu unserem ersten 'Pool'. Das war auch mitten im Regenwald, im Teil eines Flusses. Wir hatten echt mega viel Spaß dabei, die Felsen dort runterzurutschen und herum zu plantschen.
Cousin Brad




Unser Lunch, der danach kam, wäre jetzt eigentlich auch erwähnenswert, ich lasse es aber lieber, verzichte an dieser Stelle darauf, mein Essen ausführlich zu beschreiben und widme mich lieber den Dingen, die euch wohl mehr interessieren. Weiter ging es zu Millaa-Millaa, einem eiskalten Wasserfall. Und mit eiskalt meine ich wirklich eiskalt. Normal hab ich keine Probleme, in kaltes Wasser zu gehen, aber da musste ich mich schon überwinden. Cousin Brad hat uns aber auch mit einem super 'Fotoshooting' gelockt und weil ja jeder ein paar nette Bilder haben wollte, hat auch jeder in Kauf genommen, sich womöglich was abzufrieren oder von 'nistenden Fischen' angegriffen zu werden.


Nach den Temperaturen hatten eigentlich die wenisgten Lust auf unsere dritte 'Badestelle', den Vulkansee. Sieht genauso aus, wie ein normaler See. Brad hat dazu nur gesagt 'natürlich. Ist ja auch einer. Aber sei mal ehrlich... würdest du wirklich in nem Vulkan schwimmen wollen, wenn da kein See drauf wäre?' hahaha. Da hat er jetzt schon Recht. Und der See war wunderbar! Zwar nicht so warm wie im Hallenbad, aber schon lauwarm, also perfekt, um sich wieder ein bisschen aufzuwärmen.

Damit war der Großteil unserer Tour aber leider auch schon vorbei. Eigentlich wollten wir uns noch die Platypus anschauen, die hatten aber anscheinend auch keinen Bock auf den Regen und sind deshalb lieber mal nicht aufgetaucht. Schade! Aber die Tour war trotzdem einmalig.