Naja ihr seht: Das meiste, was die Australier von Deutschland kennen, ist Bier, Bratwurst und Oktoberfest, ganz Deutschland besteht also in ihrer Vorstellung nur aus Bayern und ich hab nicht wirklich viel Aufklärung geleistet, was das betrifft, aber es sind doch immer alle ganz begeistert, wenn sie was neues deutsches kennenlernen, sei es Blaukraut, Semmelknödel oder der Unterschied zwischen Wiener und Bratwurst.
Mittwoch, 13. Juni 2012
Deutsch. Deutsch. Deutsch.
Trotz aller Hürden am Wochenende, von denen ich ja schon ausführlich berichtet habe, gab es auch schöne Momente. Samstag war natürlich ein super Ausflugstag und am Sonntag Abend war ich zu einem 'deutschen Abend' eingeladen. Michael und Steve treffen sich nämlich regelmäßig mit Freunden, um zusammen lädertypisch zu kochen. Ich glaube, Europa haben sie inzwischen so ziemlich durch, nach dem letzten französischen Abend war jetzt eben Deutschland dran und nächstes Mal soll es Italien werden. Auf jeden Fall wurde ich als Bayerin (das mit dem Franken verstehen die hier nicht so - hier bin ich Bayerin) herzlich dazu eingeladen. Natürlich sollte es - was könnte den Aussies auch anderes einfallen - Bratwurst mit Sauerkraut auf Brötchen (das kann man so lange erklären wie man will, am Ende essen doch wieder alle das Sauerkraut auf dem Gezwickten...) und Apfelstrudel geben. Wir waren für das Hauptgericht zuständig. Bei einem deutschen Metzger waren extra Bratwürste besorgt worden und das Kühne-Sauerkraut aus dem Glas stand bereit. Als ich dann gemerkt habe, dass sie doch wirklich vorhatten, das Sauerkraut nur kurz im Topf warm zu machen, habe ich doch eingegriffen. Es wurde noch Speck besorgt, ich konnte dank Google-Bildern erklären, was Kümmel ist - den hatten sie dann auch tatsächlich im Haus, ich frage mich immernoch, warum man etwas kauft, das man noch nie in seinem Leben gegessen hat und gar nicht weiß, was es eigentlich ist...- und los ging es. So wurde das Kraut also gekocht und gekocht, bis es wirklich gut war. Ich habe mir dann noch Kartoffelbrei dazu "gewünscht" (in der Hoffnung, sie mögen doch Abstand von dem Brötchen-Sauerkraut-Ding nehmen). Am Ende habe ich es zwar nicht geschafft, irgendwen dazu zu bewegen, das Brötchen wegzulassen, aber es waren trotzdem alle vom Sauerkraut "mit den Käfern drin" - wie die meisten irrtümlich annahmen - begeistert. Zu Nenas 99 Luftballons in Dauerschleife und ein paar Oktoberfesthits, die ich auch YouTube finden konnte, haben wir dan wirklich einen schönen Abend verbracht. Zur Nachspeise hatte eine Freundin noch Apfelstrudel gemacht, was alle Australier lieben. Die denken auch, wir essen das so gut wie jeden Tag. Am nächsten Tag kam dann doch nochmal der Schock, als Bonnie fragte, wer denn die restlichen Wiener mitnehme. Ich hab mich erstmal erkundigt, was sie denn mit 'Wiener' jetzt meint, was zur allgemeinen Belustigung führte, weil das Wort Wiener hier genauso für versaute Sachen missbraucht wird, wie in Deutschland. Da haben doch tatsächlich alle gedacht, 'Wiener' sei das gleiche wie 'Bratwurst', was dann zu meiner Belustigung führte. Also habe ich eben noch kurz erklärt, was denn der Unterschied ist, damit sie nicht irgendwann in Deutschland aus Versehen Wiener kaufen und versuchen zu grillen oder so...
Das war der erste deutsche Abend. Der zweite folgte dann gestern mit Schweinebraten, Semmelknödel und Blaukraut für meine Gastfamilie. Da ja meine Zeit hier fast vorbei ist und ich nicht sicher war, ob ich es schaffen würde, am Freitag nach der Arbeit noch groß zu kochen, wurde das Abschiedsessen eben schon auf Dienstag verlegt. Weil ich nicht wusste, wo man Knödel im Kochbeutel kaufen kann, habe ich schon letzte Woche angefangen, Brötchen zu trocknen und habe mir Tante Lore's Rezept stibitzt. Blaukraut im Glas habe ich glücklicherweise beim deutschen Metzger gefunden, sonst hätten wir darauf verzichten müssen. Gestern war der große Tag also gekommen. Und es hat erstaunlich gut geklappt. Die Knödel blieben auch im Wasser Knödel, der Braten ist nicht angebrannt und auch die Soße hat geschmeckt (Dank Knorr-Fix, das meine Eltern geschickt hatten, das muss ich zugeben). Die Jungs wollten sich zwar getreu dem Motto "was der Bauer net kennt, ... - ihr wisst schon -" um's Blaukraut drücken, als sie aber gemerkt hatten, dass es ziemlich süß ist, waren die Teller schneller leer als gedacht. Clancy hatte wohl so gut wie allen Bekannten vom deutschen Abendessen erzählt und da die Nachbarn, wohl eher im Spaß, gefragt hatten, ob sie die Reste bekämen, bekamen die eben auch noch ein paar Semmelknödel mit ner Scheibe Fleisch (mehr war nicht übrig) und ein bisschen Blaukraut ab. Und an dieser Stelle darf ich dann stolz verkünden: Es hat wirklich allen geschmeckt, die es probiert haben, daheim werde ich also bestimmt auch mal ab und zu einen Sonntagsbraten übernehmen.
Naja ihr seht: Das meiste, was die Australier von Deutschland kennen, ist Bier, Bratwurst und Oktoberfest, ganz Deutschland besteht also in ihrer Vorstellung nur aus Bayern und ich hab nicht wirklich viel Aufklärung geleistet, was das betrifft, aber es sind doch immer alle ganz begeistert, wenn sie was neues deutsches kennenlernen, sei es Blaukraut, Semmelknödel oder der Unterschied zwischen Wiener und Bratwurst.
Naja ihr seht: Das meiste, was die Australier von Deutschland kennen, ist Bier, Bratwurst und Oktoberfest, ganz Deutschland besteht also in ihrer Vorstellung nur aus Bayern und ich hab nicht wirklich viel Aufklärung geleistet, was das betrifft, aber es sind doch immer alle ganz begeistert, wenn sie was neues deutsches kennenlernen, sei es Blaukraut, Semmelknödel oder der Unterschied zwischen Wiener und Bratwurst.
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