Montag, 7. Mai 2012

Busy Bee

Mein Freizeitstress ist im Moment viiiiel größer als mein Arbeitsstress... (was keine Beschwerde sein soll, auch, wenn es sich so anhört). Könnte daran liegen, dass mein Arbeitsalltag immer gleich aussieht, der also sowieso nicht so weltbewegend ist, aber ich bin auch wirklich für die nächsten sechs Wochenenden komplett ausgebucht. Irgendwie wurde einfach die Zeit, bis ich nach Neuseeland gehe ein bisschen knapp und so hab ich versucht, noch alles mögliche reinzuquetschen. So geht es dann nächstes Wochenende zum Skydiven, das Wochenende darauf (hoffentlich) zum Babysitten bei Freunden, damit ich mir noch ein bisschen was für Sydney - was gleich das Wochenende darauf folgt - dazuverdienen kann. Danach geht es zum Wale-Beobachten mit Jenny und eigentlich wollten wir auch nochmal nach Stradbroke Island, ein Wochenende verbringe ich auf Fraser Island und dann geht die große Reise nach Auckland schon los. Anyway, was ich eigentlich sagen wollte, ist: Ich hab dieses Wochenende schon viiiiel erlebt.
Los ging es am Freitag Abend mit Theater. Romeo and Juliet war angesagt. Ich hatte ja erst n bisschen Angst, dass ich Shakespeare's Englisch nicht verstehe, es war aber einfacher als gedacht und die Zeit ist nur so verflogen. Am Samstag dann war ich erst bei "Buddah's Birthday". Das war leider keine richtige Geburtstagsfete, aber bei South Bank hatten sie ganz viele chinesische Lampions aufgehängt, es gab eine große Zeremonie mit riesigen, goldenen Budda-Statuen, es waren viele Mönche unterwegs und es gab einen chinesischen Markt, auf dem man allerlei Glücks-Souveniers kaufen konnte. Achso, "Fressbuden", wie wir sie nennen würden, gab es natürlich auch genug. Alles Asiatisch. Wobei, ein kleiner kultureller Ausrutscher war dabei, es gab nämlich ungarische Lángos... Aber nix Deutsches diesmal. Normalerweise findet man Bratwurst mit Sauerkraut und Senf auf einem Brötchen ja an jeder Ecke, aber anscheinend hat man beschlossen, dass das auf Buddah's Geburtstag nichts zu suchen hat.
Das war aber noch nicht alles, was ich an asiatischer Kultur an diesem Tag abbekommen habe. Abends hatten wir Karten für die Salsa-Meisterschaften (zwei unserer Lehrer haben da mitgetanzt, die muss man ja anfeuern!) und haben uns davor zum Essen getroffen - in Chinatown. Wir haben uns für ein japanisches Grillrestaurant entschieden und ich muss sagen, das war wiedermal ein Erlebnis der etwas anderen Art. Wenn man das Restaurant betritt, schreit die Kellnerin von ganz hinten schon irgendwas auf japanisch, was 'Hallo' bedeutet. Dann stimmen die anderen Kellner auch mit ein, sodass der ganze Laden weiß, dass du da bist. Sitzt du dann an deinem Platz (der ist übrigens wie wohl in jedem anderen Grill-Restaurant auch: ein großer Tisch, der in der Mitte einen Grill hat), bekommst du das Menü, auf dem nur rohes Fleisch abgebildet ist. Davon haben wir uns dann ein bisschen was ausgesucht, wie Hähnchen, Beef und ähnliches. Michael meinte dann, dass wir auch noch was "verrücktes" ausprobieren müssen. Da wurden dann zum einen Innereien angeboten - iiiihhh!! - und zum anderen Rinderzunge. Die war eindeutig das kleinere Übel und weil ich mich ja strickt an den Deal mit meiner Tante halte (ich muss alles zumindest mal probieren), ist so ein gegrilltes Stück davon auch auf meinem Teller gelandet. Und haltet mich jetzt für verrückt, aber es war echt nicht schlecht. Gut, es war komplett durchgebraten und hat so extrem an Bacon erinnert aber eklig war es auf keinen Fall. Ist halt doch auch nur Fleisch, wie alles andere auch. Man darf nur nicht so drüber nachdenken... Also habe ich wieder einen Punkt mehr auf meiner 'Deal-Liste'. Achso: Ich habe übrigens alles mit Essstäbchen gegessen, das kann ich jetzt  nämlich auch schon. Jaja, was man in Australien nicht alles lernt! 


Bei den Salsa-Meisterschaften - dem eigentlichen Highlight des Abends - hat unser Lehrer übrigens den 1. Platz geholt. Ob das jetzt nur daran lag, dass die Leiterin des Tanzstudios in der Jury saß, oder ob es allein an seinen Künsten lag, wissen wir nicht, aber immerhin können wir jetzt behaupten, vom Queensland-Meister im Salsa unterrichtet worden zu sein.
Der Sonntag war leider wenig spektakulär, da ich auf die Jungs aufpassen musste, weil Clancy und Craig mit Freunden in einen Pub gegangen sind. (Craig wurde letzte Woche nämlich 34)
Dafür war heute - Feiertag: Labour Day - wieder besser. Bei strahlend blauem Himmel und angenehmen 25°C haben Michael und ich eine Motorrad-Tour gemacht. Durch's Hinterland ging es über kurvige Straßen, bergauf, bergab, vorbei an schönen Aussichtsplattformen bis in eine Kleinstadt, wo wir zu Mittag gegessen haben und dann den ganzen Weg wieder zurück - mit Stops, um die Winter(!!)-Sonne ausgiebig zu genießen natürlich. So lässt sich's leben!


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