Dienstag, 10. April 2012

Melbourne


 Ich bin wieder da. Und ich hab euch soooo viel zu erzählen. Melbourne ist herrlich. Sehr europäisch, nicht nur was das Wetter betrifft (wir hatten teilweise herbstliche 12°C), sondern auch, weil es Trams gibt, weil es schöne alte Gebäude gibt, weil die Menschen da nicht so freundlich sind wie im sonnigen Queensland und weil es überall teils schnuckelige, teils unheimliche kleine Gässchen gibt. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was ich zuerst erzählen soll. Ich glaube, ich teile das ganze in ein paar Posts auf, weil es sonst n bisschen viel auf einmal wird und ich will euch ja nicht langweilen. Hier also der erste Teil:

1. Melbourne City - Sightseeing


Ich fange am besten einfach ganz vorne an. Am Donnerstag Nachmittag ging es für Jenny und mich los in unsren wohlverdienten Osterurlaub nach Melbourne. Wir hatten schon Angst, dass wir keinen Platz mehr im Flieger bekommen, weil die Airlines nämlich gerne mehr Tickets verkaufen, als sie eigentlich Plätze haben, wir haben es aber rechtzeitig geschafft und sind dann abends in Melbourne gelandet. Bis in die Stadt haben wir es gleich geschafft, nur wie kommt man jetzt von der Stadt zum Hostel? Wir hatten zwar Adresse und Wegbeschreibung, nur leider kein Tramticket und keinen Orientierungssinn... Etwas verspätet haben wir aber alles hinbekommen und sind heil an unsrer Unterkunft in Collingwood angekommen. Collingwood ist jetzt so ein Fall für sich. Jenny und ich sind uns nicht sicher, wie die Gegend genau einzuordnen ist. Es hat ein bisschen was von Slum (heruntergekommene Häuser, Alkoholiker und Obdachlose), von Künstlerviertel (Musikstudios und ganz viele ausgefallene Läden) und von alternative-Studentenviertel (Cafés und viele ... ungewöhliche Bars). Mich persönlich hat es etwas an London erinnert und ich fand's super da.

Aber wenn man sich eine Stadt anschaut, will man ja nicht die ganze Zeit in einem Viertel bleiben, früh morgens am Freitag war also nichts drin mit ausschlafen, sondern wir sind zeitig aufgestanden und in die Innenstadt gefahren. Und was finden wir da auf dem Weg zur Tram-Station? Eine Bäckerei! Und zwar eine, die am Karfreitag offen hatte; eine, in der es richtige Brötchen (ok, nur Baguette-Brötchen aber immerhin) für 50ct gab; eine, in der es Croissants, dänischen Apfelplunder und belegte Brötchen gab. Und da mussten wir doch einfach zuschlagen! An drei von vier Tagen haben wir dort früh schon unser Geld für Salamibrötchen, O-Saft und Kaba ausgegeben und hatten so immer einen wunderbaren Start in den Tag. Mit vollen Bäuchen wurde dann erst einmal ein Tagesplan gemacht, was wir wann anschauen wollten. Zuerst waren die "Fitzroy-Gardens" dran. Das ist ein riiiesiger Park, in dem eines der ältesten Häuschen in Melbourne steht, in dem noch Bäume von 1800-irgendwas stehen und wo es hier und da ein Aborigine-Memorial gibt, wobei wir immernoch nicht verstehen, warum ein halber Baum heilig ist... Wir hätten den ganzen Tag da verbringen können. Obwohl es schon richtig herbstlich ausgesehen hat (was ich super fand, sowas gibt es in Brisbane nicht), war es noch relativ warm und sonnig, also ein perfekter Ausflugs-Tag.

Wir haben uns dann noch die Stadt ein bisschen weiter angeschaut, 1000 Bilder von allen möglichen Gebäuden gemacht und haben uns dann zu einer Bootsrundfahrt hinreißen lassen. Es war eher eine Fähre nach Williamstown, aber man ist ja zuerst durch die halbe Stadt gefahren, vorbei an den Docklands, eben bis nach Williamstown. Dort gab es Mittagessen (riiiesengroße Portionen Pommes bzw. Fish and Chips - jetzt haben wir die Schnauze voll von Pommes), wirklich viel zu sehen gab es nicht, es ist halt ein schönes Vorstädtchen, perfekt für alle diejenigen, die Boote besitzen oder angeln wollen.
Zurück in Melbourne hat in der Abenddämmerung noch ein ganz besonderes Highlight auf uns gewartet, wir sind nämlich auf's Skydeck des Eureka-Towers gefahren, also in den 88. Stock, um uns die Stadt mal von oben anzusehen. Ich liiiebe solche Aussichten einfach! Und man konnte wirklich alles sehen. Besonders, als es dann dunkel war, war es wunderschön mit den ganzen Lichtern. Das fand ich als Kind schon immer toll, wenn wir nachts durch Schweinfurt gefahren sind, aber an Melbourne kommt da Schweinfurt einfach nicht ran. Sorry! Das ganze wäre zwar bestimmt mit Kontaktlinsen oder Brille noch besser geworden, ich hatte aber leider nur meine Sonnenbrille dabei. Gut, das war dann ein bisschen dunkler als es sein sollte, aber ich kann mir jetzt ungefähr vorstellen, wie es für "Normalsehende" aussehen muss.

Als es dunkel war, wollten wir uns dann zwar eigentlich noch die Pinguine in St. Kilda, also am Strand ansehen, aber das Wetterglück hat uns dann leider verlassen, es hat ganz plötzlich angefangen zu schütten und zu gewittern. Wenn wir einer alten Spanierin glauben wollen, die wir zufällig auf der Straße getroffen haben, war das die Strafe Gottes dafür, dass ihr Mann betrunken im Casino aufgegriffen worden ist, oder dafür, dass Australien ihrer Meinung nach einfach ein schlechtes Land ist, wir glauben aber einfach daran, dass Melbourne uns mal zeigen wollte, dass es den Ruf als "Stadt, in der man alle vier Jahreszeiten an einem Tag erlebt" auch wirklich verdient hat.
Eureka-Tower


Chinatown

The old Melbourne Gaol-da, wo der Buschräuber Ned Kelly gehängt wurde


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