Montag, 2. April 2012

Country girl



Endlich mal wieder raus aus der Stadt und ab auf's Land! Genau das hatten uns Michael und ich für Samstag vorgenommen. So sehr ich die Großstadt auch liebe, es geht doch nichts über ein bisschen Idylle auf dem Land. Um acht Uhr haben wir uns auf nach Eumuni gemacht. Auf dem Weg dorthin ging es über die Landstraßen über ein paar Berge mit fantastischer Sicht auf die Glasshouse Mountains und die komplette Sunshine Coast-Gegend. Wir hatten wahnsinniges Glück mit dem Wetter, teilweise war keine einzige Wolke am Himmel zu sehen und es war angenehm warm. Perfekt! Ich hab auf der Fahrt ganz das Reden vergessen, weil ich einfach so damit beschäftigt war, die Landschaft zu genießen. Das hört sich jetzt wahrscheinlich ziemlich hochgestochen an, aber nach den Monaten in einer zwei-Millionen-Einwohner-Stadt freut man sich einfach, wenn man mal wieder Hügel, Wälder und Kühe anstatt Hochhäuser und Autos sieht. Und ich kann das nicht leugnen, ich bin nunmal ein 'Landei' und bin froh, nicht in der Stadt aufgewachsen zu sein. Australien ist natürlich wie gemacht für solche Wochenend-Trips, weil man oft meilenweit keine Ortschaft sieht und die Dörfer und Kleinstädte wirklich noch sehr idyllisch und einfach so schön ländlich sind.
Irgendwann nimmt auch die schönste Fahrt ein Ende, sprich wir waren irgendwann in Eumundi und haben uns da den Markt angeschaut. Zum Glück gab es hier nicht auch wie in Deutschland "eine Fressbude nach der anderen", um es mal deutlich auszudrücken, sondern es gibt viel Handwerk, selbstgemachte Karten, viiiele, viele Kindersachen, vor allem für kleine Prinzessinnen und an jeder Ecke Musik. Gut, ein bisschen Essen wird hier und da natürlich schon verkauft und jetzt ratet, an welchem Stand wir gleich als erstes vorbeigekommen sind! Richtig, ein 'German Sausages'-Stand, also eine Bratwurstbude. Natürlich kann man hier ganz traditionell Bratwurst mit Sauerkraut und Senf im Brötchen essen, genauso wie Kransky und ein paar andere Wurstarten, von denen ich noch nie etwas gehört hatte. Ich hab dann auch tatsächlich mal eine Bratwurst probiert, hab jedoch auf das traditionelle Sauerkraut verzichtet. So schlecht, wie ich gedacht habe, war sie auch gar nicht. Zwar fein und kaum gewürzt, aber dafür gab es ja Senf.


Als Mittagessen reicht so ein kleines Würsterl aber nicht ganz, und so haben wir uns etwas Brot, Käse, Oliven, marinierte Pilze und Zucchini gekauft und sind Richtung Noosa gefahren, um dort am Fluss Picknik zu machen. Es war herrlich ruhig da, man konnte die Sonne genießen und den Anglern zusehen. ... Das war mir aber nach ein paar Minuten zu langweilig, weshalb wir noch einen kurzen Abstecher ans Meer gemacht haben, um schwimmen zu gehen. Das war dann schon spannender. Ich weiß jetzt auch, warum manche Hautstellen immer so anfangen zu brennen, wenn ich im Meer bin. Bisher war ich der Meinung, meine Haut sei einfach zu sensibel, eigentlich sind es aber kleine Tierchen im Wasser, die meinen, sie müssten einen pieksen. Hier ist man auch wirklich nirgendwo vor irgendwelchen stechenenden und beißenden Lebewesen sicher! Ob ich in meinem Zimmer von den Mosquitos gefressen, im Park von Ameisen angegriffen oder im Meer von unbekannten kleinen Tierchen gepiekst werde, irgendwie komme ich immer zu entstellten Beinen.

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