Könnt ihr euch vorstellen, dass ich - das Kind, das vor zehn Jahren nicht eine Nacht außer Haus schlafen konnte, ohne vor Heimweh fast zu sterben - jetzt schon seit über einem Monat in Australien bin? Wenn ich so drüber nachdenke, finde ich das echt wahnsinn. Um ehrlich zu sein habe ich immer erwartet, dass ich an einen Punkt komme, an dem ich Heimweh habe, an dem ich mich nach meinem
eigenen Bett in meinem
eigenen Zimmer sehne, nach deutschem Essen und nach dem heimischen Bad. Und eigentlich hatte ich erwartet, dass dieses Gefühl gleich am Anfang kommt, wenn noch alles neu und ungewohnt ist. Aber das war nie der Fall. Es ist mir selber ein Rätsel, warum. Ich habe mich immer gleich daheim gefühlt: Am Anfang in unserem Apartment in Noosa, dann in 'The Gap' und jetzt hier in 'Everton Park'. Mein Zimmer habe ich sofort als mein Zimmer betrachtet, mein Bett als mein eigenes Bett. Das einzige, woran ich mich nie so wirklich gewöhnt habe, waren die Duschen. Die beste hatten wir denke ich in Noosa. Bei den anderen konnte man nie die Höhe des Duschkopf verstellen, bzw. kann man ihn nicht aus der Halterung nehmen. Unsre Dusche daheim kann das alles. Ein Problem ist das aber trotzdem nicht und schon gar kein Grund, zu trauern (wäre ja auch lächerlich). Vielleicht liegt das daran, dass ich ja immer alle meine Sachen bei mir habe, die mir ein Gefühl von daheim geben, vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich immer nette Familien erwischt habe, die mich sofort als 'Familienmitglied auf Zeit' aufgenommen haben. Außerdem liebe ich dieses Land, diese Stadt, die Menschen hier. Das ist wohl auch der Grund, warum die Zeit hier rennt. Es ist bald Weihnachten und genau dann bin ich zwei Monate hier (am 24.10. bin ich in Deustchland weggeflogen, am 26.10. in Australien angekommen). So langsam sollte ich mir auch mal was einfallen lassen, wie ich mir auf dem schnellsten Wege jeden Tag die deutschen Nachrichten anhören kann. Hier bin ich teilweise so abgeschottet, dass ich wirklich keine Ahnung habe, was in der Welt und vor allem in Deutschland so passiert... Ist schon ein seltsames Gefühl, tagein, tagaus aus so uninformiert zu sein.
Apropos tagaus: Mein erster freier Tag geht langsam schon wieder zu Ende... Schade, ich habe das faul rumhängen wirklich genossen. Die Oma der Kids war heute da und hat uns Mittagessen gemacht: lecker French-Toast mit Schinken und Käse bzw. mit Sirup und Blaubeeren. Sie hat mich eingeladen, an Heilig Abend mit ihr in die Kirche zu gehen. Zugegeben, zuhause gehen ich ja nie in die Kirche (außer zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten), nichtmal an Weihnachten... Aber ich schaue mir den australischen Weihnachts-Gottesdienst doch gerne mal an!
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| Our front yard and pool |
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