Nach fünf Monaten Australien kann ich glaub ich langsam behaupten, dass ich das Land und die Leute so langsam kenne. Es ist so schade, dass manche Au pairs sich nur mit anderen Nannies oder Backpackern treffen und so gar nicht das "richtige" Australien erleben... Also merkt euch: Solltet ihr jemals nach Down Under kommen, sucht euch australische Freunde, oder zumindest welche, die schon länger hier gelebt haben, da erlebt man viiiel mehr! Egal, ich schweife schon wieder ab. Was ich eigentlich sagen wollte, ist: Ich hab mich an das Leben hier gewöhnt, aber es ist trotzdem nicht der Normalzustand. Mir fällt nämlich immernoch auf, dass es anders ist, als daheim, zumindest, wenn ich darüber nachdenke, welche Unterschiede es zwischen Deutschland und Australien so gibt.
Ich bin es inzwischen gewohnt, dass ich Geckos im Zimmer habe (die dürfen hier leben, weil die Ameisen fressen), dass ständig Käfer und Ameisen irgendwo krabbeln, dass es in keinem Haus eine Heizung gibt, sondern nur eine Klimaanlage.
Der Großteil vom Leben spielt sich im Freien ab, weil es nie so richtig bitterkalt wird.
Es ist auch nicht mehr ganz so erschreckend, irgendwo hinzufahren und einfach stundenlang durch die Natur zu gurken, ohne auch nur ein Straßenschild zu sehen, dass auf bewohntes Gebiet hinweist.
Anstatt Spatzen sitzen Papageien auf den Bäumen, meistens auch Opossums und hier und da kann man einen Lizzard beobachten.
Fährt man nachts auf Landstraßen entlang, muss man nicht auf Rehe achten, sondern auf Kängurus, Koalas und Wildpferde, die über die Fahrbahn laufen könnten.
Im Supermarkt muss man seine Sachen nicht selber einpacken, sondern der Kassierer macht das. Man bekommt jedoch nur mittelgroße, graue Tüten, in die nicht wirklich viel reinpasst. Folglich schleppt man sich dann wortwörtlich einen ab, wenn man die Sachen irgendwohin tragen will, man hat am Ende nämlich locker zehn bis zwanzig Tüten voller Essen. Die meisten Familien kaufen hier übrigens nur einmal die Woche ein, und dann auch oft online, das heißt, sie lassen sich ihre Einkäufe liefern.
Wo wir schon beim Einkaufen sind: Mein Mittagessen beschränkt sich ja auf Salami-Sandwich, oder Schinken-Sandwich, weil es einfach keine anderen Arten von Wurst hier gibt. Gut, ist nicht sooo schlimm, ein großer Wurst-Esser war ich eh noch nie, aber in Deutschland gibt es wenigstens verschiedene Arten von Salami und Schinken. Außerdem wird die Wurst hier nicht schön in Papier eingewickelt, sondern der Verkäufer greift mit der Hand (mit Plastikhandschuh, immerhin) in eine Schüssel voller geschnittenem Schinken und Packt einen Batzen davon in eine Plastiktüte... Das macht es eher schwierig, eine ganze Scheibe herauszubekommen, das Sandwich wird also immer mit Fetzen belegt. Naja ist mir eigentlich egal, wenn der Deckel drauf ist, sieht das ja kein Mensch.
Außerdem denke ich im Moment gar nicht mehr darüber nach, dass es hier keine richtigen Rollos gibt, ich könnte also mein Zimmer, selbst wenn ich wollte, nicht abdunkeln.
Was mich nach wie vor begeistert, ist, dass alle hier so freundlich sind. Es lächeln alle ständig, alle passen aufeinander auf, entschuldigen sich sofort, wenn sie einen anrempeln und die nettesten Mitmenschen von allen sind die Busfahrer. Da muss ich in Deutschland erstmal wieder an die alten Grummler gewöhnen (ist ja gut, Micky, es sind nicht alle so, ich weiß).
Mir fällt zwar auf, dass das alles anders ist als in Deutschland, aber irgendwie ist es trotzdem inzwischen gewohnt...
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